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Garbsen Stadt Garbsen veröffentlicht Schülerzahlen
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13:09 13.11.2018
Klassenlehrerin Birthe Schäck malt mit der Klasse 4a der Saturnringschule Bilder im Kunstunterricht. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen

Die Grundschule Saturnring erholt sich, die Oberschulen müssen bei Eltern und Grundschulen Imagearbeit leisten, die Grundschule Garbsen-Mitte bangt um ihre Zukunft. Die Stadtverwaltung hat in den aktuellen Zahlen die Trends für die 20 Garbsener Schulen dokumentiert.

Die Stadt betreibt elf Grundschulen, zwei Oberschulen, zwei Gymnasien und eine IGS mit aktuell 6.531 Schülern – Tendenz wie 2017 leicht sinkend. Hinzu kommen die Hauptschule Nikolaus Kopernikus (184 Schüler) und die Realschule Caroline Herschel (225) im Schulzentrum am Planetenring. Beide laufen in vier Jahren aus.

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Saturnringschule erholt sich

Die vermutlich wichtigste Entscheidung im Bereich der Grundschulen hat der Rat für die Saturnringschule getroffen: Seit dem Schuljahr 2018/19 wird sie als offene Ganztagsschule geführt. Das hat Auswirkungen auf Angebot und Unterricht. Es hat aber vor allem Auswirkungen auf die Anmeldungen: Eltern aus dem Schulbezirk der Saturnringschule müssen ihr Kind jetzt dort anmelden. Vor 2018 waren sie dazu nicht verpflichtet. Sie durften alternativ die Grundschulen Havelse, Osterberg oder Garbsen-Mitte anwählen. Zwei Drittel eines Jahrgangs machte davon Gebrauch. Die Saturnringschule drohte auszubluten. Wäre diese Praxis beibehalten worden, hätte sie zum Beginn dieses Schuljahres 29 Kinder aufgenommen. Jetzt sind es 97 in vier fünften Klassen.

Positive Rückmeldungen

Nach der Umstellung hatten 30 Eltern versucht, gegen die Einschulung am Saturnring vorzugehen. Die Landesschulbehörde hat aber nur fünf Ausnahmen von der Regel zugelassen. Ein Teil der Eltern reagierte anfangs verärgert. „Und dann sind wir sehr geduldig auf alle Bedenken und jede Kritik eingegangen, so wenig begründet sie erscheinen mochte“, sagt Schulleiterin Silvia Moritz. Offenbar hatte die Strategie der Transparenz Erfolg. „Wir haben aus der Elternschaft vor zwei Wochen sehr positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Moritz. Nicht seltene Reaktion nach einem halben Jahr: Es sei ja gar nicht „so schlimm“ wie erwartet. Die Mischung in den Klassen passe, Kinder aus Migrationsfamilien hätten mehr positive Sprachvorbilder, das wecke Ehrgeiz, sagt Moritz. Die Konzentrationsfähigkeit sei gestiegen. Eltern und Pädagogen seien sehr zufrieden mit dieser Entwicklung.

Grundschule Mitte zittert

Das Anmeldeverfahren hat Auswirkungen auf zwei andere Schulen: An der Grundschule Havelse wurden 31 statt 46 Kinder eingeschult. An der Grundschule Osterberg blieb es bei rund 80 Erstklässlern. Aber an der Grundschule Garbsen-Mitte sank die Zahl von 59 (2017) auf 36. Schulleiterin Anja Hellwig hat für die Schule Bestandsschutz bei der Landesschulbehörde beantragt, sollte sie 2019/20 nur noch eine Klasse einschulen können.

Für Berenbostel ist nach dem aktuellen Trend klar: Für die Ratsschule muss etwas getan werden. Die Zahl der Kinder wird steigen. In vermutlich fünf bis sieben Jahren kommen zusätzlich Kinder aus dem Neubaugebiet Berenbostel Ost hinzu. Schuldezernentin Monika Probst rechnet für die nächsten sechs Jahre mit vier bis fünf ersten Klassen. Grundschulen sollen aber nicht mehr als vier Klassen aufnehmen. Damit ist die Schule bereits jetzt an der Grenze ihrer Kapazität angekommen. Eine Option: Schulbezirke neu zuschneiden, so dass die James-Krüss-Grundschule in Berenbostel mehr Kinder aufnehmen kann und die Ratsschule entlastet.

Oberschulen müssen am Image arbeiten

4.380 Jugendliche sind auf den weiterführenden Schulen gemeldet, das sind 39 weniger als 2017. Bei drei von fünf anwählbaren Schulen ist die Zahl gesunken: An der Oberschule Garbsen von 75 (2017) auf 62, an der Oberschule Berenbostel von 54 auf 51. „Die Schulform Oberschule ist weder in Grundschulen noch unter den Eltern positiv besetzt“, schreibt Probst. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist im Sommer mit 101 Fünftklässlern gestartet, 30 weniger als 2017. Am Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG) dagegen stieg die Zahl von 101 auf 126. Die IGS steht fast unverändert bei 215 Fünftklässlern.

Von Markus Holz