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Garbsen Stadtbauratswahl bleibt eine Hängepartie
Aus der Region Region Hannover Garbsen Stadtbauratswahl bleibt eine Hängepartie
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00:15 29.05.2017
Von Bernd Riedel
Stadtbaurat Frank Hauke kennt sich aus in Garbsener Bauangelegenheiten - das zweifelt auch keine der Ratsfraktionen an. Quelle: Bernd Riedel
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Garbsen-Mitte

Frank Hauke ist seit 2009 Stadtbaurat. Zwei Jahre zuvor war er bei einer Bewerbung gescheitert: Der damalige Bürgermeister Alexander Heuer und die Ratsfraktionen hatten einem anderen den Vorzug gegeben, der sich nach zwei Jahren jedoch schon verabschiedete. Dann kam Hauke zum Zug.

Zuletzt, als die Verlängerung des Vertrags anstand, gab es öffentliche Kritik an Haukes Amtsführung. Die Stelle wurde neu ausgeschrieben, Hauke musste sich bewerben. Er habe die Erwartungen nicht erfüllt, sagte die SPD. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass Hauke von Grahls Amtsvorgänger Alexander Heuer, auf dessen Empfehlung Hauke 2009 gewählt wurde, in vielem ausgebremst wurde.

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Die SPD war in den vergangenen Monaten mit Hauke wegen des Baugebietes Fuchsfeld aneinandergeraten. Der Entwurf der Unternehmerfamilie Hahne aus Meyenfeld sah eine stark verdichtete Bebauung vor, auch die Kostenübernahme für die soziale Infrastruktur war strittig - deshalb lehnte Hauke den Entwurf ab, was ihm Gegnerschaft in der SPD, aber auch in der neuen Ratsfraktion der CDU bescherte. Inzwischen ist das Fuchsfeld Teil des Pilotprojekts Berenbostel Ost, das die Stadt unter Zusammenarbeit mit der Region Hannover realisieren will.

Die Vorteile einer Wiederwahl Haukes liegen für die meisten Kommunalpolitiker auf der Hand. Niemand hält damit hinterm Berg: Er kennt sich aus in sämtlichen Garbsener Baubelangen, er treibt seit Jahren Hand in Hand mit dem Bürgermeister die Bautätigkeit der Stadt voran, deren erste Frucht - Berenbostel Ost - in diesem Sommer in einem städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben werden soll.

Mit dem Isek, dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept, hat Hauke ein Instrument vorgelegt, das die künftige Entwicklung Garbsens skizziert. Auch der bevorstehende Ausbau der Neuen Mitte geht auf sein Konto - nachdem der Rat der Stadt selbst jahrelang mit der Vertragsbindung an den Investor Sonae Sierra eine Entwicklung blockierte. Bürgermeister Grahl wäre es lieber gewesen, wenn er Hauke ohne erneute Ausschreibung der Stelle hätte vorschlagen können - dazu fehlte im Januar aber der Rückhalt im Rat.

Weder SPD noch CDU sprechen ihm Erfahrung, Motivation und umfassende Ortskenntnisse ab. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, das sagen die Vorsitzenden von CDU/FDP, Heinrich Dannenbrink, und SPD, Karsten Vogel. Beide halten sich bedeckt: Für den nächsten Montag haben sie einen der Bewerber zum Gespräch eingeladen. Danach erst sollen die Fraktionsbeschlüsse fallen. Die CDU, sagt Dannenbrink, habe die Abstimmung im Rat freigegeben.

Einzig die Grünen positionieren sich zurzeit klar: "Wir werden Herrn Hauke unterstützen, aus mehreren Gründen", sagt Fraktionsvorsitzender Dirk Grahn. "Wir haben sehr gut mit ihm zusammengearbeitet, er ist ein Garbsener, er wohnt hier, er kennt alle Angelegenheiten." Die Grünen sähen unter den Kandidaten keinen, "der Hauke das Wasser reichen könnte". Sie wollen Hauke vor der Wahl in die Fraktion einladen, denn "beim Thema Umwelt würden wir gern nachsteuern", sagt Grahn.

Für Bürgermeister Christian Grahl ist die Sache klar: Er schlägt Hauke zur Wiederwahl vor. So steht es in der Beschlussvorlage, mit der sich der Verwaltungsausschuss am 14. Juni und der Rat am 19. Juni beschäftigen werden. Auf die Ausschreibung meldeten sich neun  Bewerber, von denen nur drei blieben, die die Anforderungsmerkmale voll erfüllten. Unter diesen Bewerbern sei ein Leistungsvergleich vorzunehmen, heißt es in der Vorlage, und als conclusio: "Unter der Beachtung des Prinzips der Bestenauslese schlage ich dem Rat Herrn Hauke zur erneuten Wahl zum Stadtbaurat vor."