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Garbsen Das sind die Schäden durch Orkan „Friederike“
Aus der Region Region Hannover Garbsen Das sind die Schäden durch Orkan „Friederike“
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15:21 19.01.2018
Orkan "Friederike" hat an vielen Stellen in Garbsen Schäden angerichtet. Quelle: Naumann/Lütjens
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Garbsen

 Sofort nach Dienstbeginn am frühen Freitagmorgen wollten die Mitarbeiter der Servicebetriebe Garbsen mit den Aufräumarbeiten nach Orkan „Friederike“ beginnen. Da gab es nur ein Problem: „Die Straßen waren so glatt, dass wir zunächst den Winterdienst vorschicken mussten“, sagt Meino Heuer, Leiter der Servicebetriebe.

Ohnehin beschäftigen sich die rund 60 Mitarbeiter in den vergangenen Wochen mehr mit Sturmschäden als ihnen lieb ist. „Wir haben noch nicht mal alle Bäume beseitigen können, die Sturm „Xavier“ im Oktober umgeworfen hat“, sagt Heuer. Für ihn sind die immer häufiger aufeinander folgenden Naturereignisse klare Folgen des Klimawandels. „Wir beseitigen die Auswirkungen, aber die Ursache muss weltweit bekämpft werden“, betont der Leiter der Servicebetriebe.

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Bereits am Donnerstagmorgen hatte er nach einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes eine Ahnung, was auf Garbsen zukommen würde. Im Gegensatz zu anderen Ereignissen seien die Mitarbeiter gegen Sturm allerdings machtlos. „Bei Schnee und Eis können wir streuen, bei Sturm müssen wir einfach abwarten, bis es vorbei ist.“ Und so wird erst in den nächsten Tagen deutlich, wie viele Bäume aufgrund des Winds und des zusätzlich weichen Bodens tatsächlich umgeknickt sind.

Dach der Oberschule Berenbostel beschädigt 

Erkennbar ist bereits: Besonders große Schäden hat der Sturm an der Oberschule Berenbostel angerichtet. Dort lösten sich große Teile eines Dachs und fielen in den Garten eines Nachbargrundstücks. Zudem wackelte ein weiterer Teil des Dachs bedenklich, so dass Schulleiter Axel Dettmer schon Donnerstagnachmittag auf Anraten der Feuerwehr das Gebäude räumen ließ.

Anschließend übernahm Dettmer Verantwortung und sagte den gesamten Unterricht für Freitag ab – wofür er im Nachhinein Lob aus der Landesschulbehörde bekam. „Wir hätten einfach nicht für die Sicherheit der Schüler garantieren können“, sagt er. Am Montag soll der Unterricht wieder wie geplant stattfinden. Die Pausen müssen die Jungen und Mädchen allerdings weiterhin im Gebäude verbringen. „Wir werden aus Sicherheitsgründen große Teile des Schulhofs sperren“, kündigt Dettmer an.

Auch die Oberschule Garbsen ist betroffen

Das bestätigte Stadtsprecherin Christina Lange. Sie kündigte zudem an, dass der Schaden von der Versicherung der Stadt übernommen wird. Die will in den nächsten Tagen einen Gutachter nach Berenbostel schicken. Dachdecker haben derweil die herabgefallenen Teile zerkleinert und abtransportiert. Weitere Schäden seien auch an der Oberschule Garbsen im Stadtteil Auf der Horst zu beklagen – allerdings nicht so gravierend wie in Berenbostel. „An der ehemaligen Realschule haben sich Ziegel gelöst, an der früheren Hauptschule wurde eine Lichtkuppel abgerissen“, teilt Lange mit.

Die Feuerwehren im Stadtgebiet sind am Donnerstag 42-mal ausgrückt. Der wichtigste Satz in der Bilanz des Garbsener Feuerwehrsprechers Stefan Müller lautet: „Verletzte gab es bei den Einsätzen nicht.“

Sturm zerstört 17 Jahre alten Maibaum

17 Jahre hielt er Wind und Wetter stand, nun hat Sturm Friederike am Donnerstag den Maibaum in Osterwald zerlegt. Nur noch der zersplitterte Stumpf ragt aus der Metallhülse, Kranz und Stamm liegen am Rande des Parkplatzes des Hoteltestaurants Körber an der Hauptstraße. Morgen will der Heimatverein die Reste beseitigen.

„Wir wollen versuchen, einen neuen zu bekommen. Doch der müsste ein Jahr trocknen, damit das Holz nicht mehr arbeitet“, sagte Hartmut Sprotte, Vorsitzender des Heimatvereins. Daher hoffen die Mitglieder auf die Spende eines Waldbesitzers wie bereits beim vorigen Baum. Der neue Maibaum sollte zwölf bis 15 Meter hoch sein. Eine kleine Maifeier soll es trotzdem geben. „Wir lassen uns was einfallen“, betonte Sprotte. aln 

Von Gerko Naumann