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Garbsen Überfälle auf Tankstelle und Supermarkt: 19-Jähriger muss in Haft
Aus der Region Region Hannover Garbsen Überfälle auf Tankstelle und Supermarkt: 19-Jähriger muss in Haft
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16:59 09.09.2019
Das Jugendschöffengericht in Neustadt verurteilte den 19-Jährigen zu zwei Jahren Gefängnis - ohne Bewährung. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

Ein 19-Jähriger aus Garbsen muss für zwei Jahre ins Gefängnis. Am Montag ist er am Amtsgericht Neustadt unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt worden. Im März dieses Jahres war er innerhalb weniger Stunden mit einem Messer zunächst in die Aral-Tankstelle an der Straße Auf der Horst und wenig später in den Penny-Markt am Orionhof gestürmt. In beiden Fällen flüchtete er ohne Beute, weil sich ihm die Mitarbeiter mutig in den Weg stellten. Später am Abend stellte er sich selbst der Polizei.

Angeklagter sitzt in Untersuchungshaft

Der Angeklagte wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Seit Anfang Juni sitzt er in Untersuchungshaft in der Jugendstrafanstalt in Hameln. Kurz zuvor war er bei einer weiteren Tat gefasst worden. In einem Rewe-Markt in Hannover wollte er mehrere Dosen mit einem Alkohol-Mixgetränk stehlen. Das bemerkten Mitarbeiter, sie wollten den 19-Jährigen kontrollieren. Der wehrte sich heftig und musste von vier Leuten festgehalten werden – bis die Polizei kam.

Der Angeklagte gab alle Taten zu und zeigte Reue. Er sei seit Jahren drogenabhängig und zuletzt sogar obdachlos gewesen und dadurch auf die schiefe Bahn geraten. „Ich brauchte das Geld, um die Sucht zu finanzieren“, sagte er. Bei den Mitarbeitern der Geschäfte, die er überfallen hatte, entschuldigte sich der junge Mann. Er habe niemanden verletzen wollen.

„Ich wollte ihn verdreschen“

Das bestätigte der 24-jährige Kassierer des Penny-Marktes sogar. Der Räuber habe das Messer weggezogen, als er es ihm entreißen wollte. Zuvor sei er wütend auf den Täter zugegangen: „Ich habe schlechte Laune bekommen und wollte ihn verdreschen“, sagte der Mitarbeiter. Bei der anschließenden Rangelei habe er leichte Schnittwunden an den Fingern davongetragen, der Täter sei jedoch ohne Beute geflüchtet.

Das gleiche Ergebnis brachte der versuchte Raub kurz vorher in der Aral-Tankstelle. Dort war die 69-jährige Betreiberin zufällig vor Ort, als der junge Mann vermummt in den Verkaufsraum stürmte und Geld forderte. Dabei habe er mit dem Messer mehrfach drohend in ihre Richtung gestikuliert. Doch auch die Frau ließ sich nicht beeindrucken und stellte sich mutig vor ihre Angestellte. Lautstark teilte sie dem Täter mit, die Polizei rufen zu wollen. Der zeigte sich beeindruckt und lief davon.

Verteidiger fordert Bewährungsstrafe

Obwohl er also in keinem Fall Geld erbeutet hatte, sprach die Staatsanwältin von schweren Straftaten. Ein Erwachsener hätte dafür eine mehrjährige Haftstrafe zu erwarten. Sie forderte eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung. Der Verteidiger des 19-Jährigen hielt hingegen eine Bewährungsstrafe für ausreichend. Er betonte, dass das Jugendstrafrecht auf Erziehung setze und nicht auf Vergeltung durch eine harte Strafe.

Doch darauf ließ sich das Jugendschöffengericht nicht ein. Dafür seien es „zu heftige Straftaten“, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Außerdem habe der mehrfach vorbestrafte Angeklagte bewiesen, dass er sich nicht an Auflagen halte. Deshalb gab ihm die Richterin auf den Weg, dass er „den Vollzug nutzen solle, um an sich zu arbeiten.“

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Von Gerko Naumann

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