Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Garbsen Verein kritisiert den weiteren Betrieb der Rekal-Anlage
Aus der Region Region Hannover Garbsen Verein kritisiert den weiteren Betrieb der Rekal-Anlage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:49 08.03.2018
Wenn Ende des Jahres die Produktion im K+S- Werk Sigmundshall eingestellt wird, soll die Rekal-Anlage in Betrieb bleiben. Unter welchen Auflagen das möglich ist, wird beim Landesamt für Bergbau geprüft. Quelle: Archiv (Bartels)
Bokeloh

 Wenn Ende 2018 die Produktion im Kali+Salz-Werk Sigmundshall eingestellt wird, soll die Rekal-Anlage zur Aufbereitung von Aluminium-Salz-Schlacken am Standort erhalten bleiben. Dafür hat das Unternehmen Ende vergangenen Jahres beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Planungsunterlagen eingereicht. Sobald die Landesbehörde den Antrag geprüft hat, werden die Unterlagen öffentlich im Rathaus Wunstorf ausgelegt. Bürger haben  dann vier Wochen Zeit, die Unterlagen einzusehen und Bedenken anzumelden.

Verein meldet Bedenken an

Bedenken gegen den Weiterbetrieb der Rekal-Anlage melden die Mitglieder des Vereins gegen Immissions- und Umweltschäden Bokeloh an. Dessen Vorsitzende, Uwe Bartels und Volker Ahrend, waren im Mai 2017 bei der Antragskonferenz zum Planfestellungsverfahren dabei. Sie nannten erste Argumente und Kritik gegen die Anlage und beantragten, die derzeitige Geruchsbelästigung in die Umweltverträglichskeitsstudie einzubeziehen.

Der geplante Fortbestand der Anlage bis 2035 habe zur Folge, dass jedes Jahr mehr als 100.000 Tonnen Rekal-Rückstände, Filterstäube und Kraftwerksasche auf die Kalihalde aufgebracht werden. In diesem Gemisch finden sich nach Aussage des Vereins auch Schwermetalle in nicht bekannter Konzentration. Das sei nachweislich umweltbelastend, betont Volker Ahrend.

Bewohner auf Auswirkungen hinweisen

„Auch wenn die Schwere der Salzschäden deutlich zurückgegangen ist, kommt es immernoch zum Teil zu extremen Geruchsbelästigungen und Verwehungen der Rekal-Rückstände. Darum sehen wir uns in der Pflicht, die betroffenen Bewohner auf die Auswirkungen hinzuweisen“, betont Vorstandskollege Uwe Bartels. Und bis die ehemals weiße Kalihalde vollständig begrünt sei, würden viele Jahre vergehen. Bis dahin werde sich der „Kalimandscharo“ in einen schwarzen, weithin sichtbaren Berg verwandeln, meint Bartel.

K+S sieht sich nach Gerichtsentscheid auf sicherer Seite 

K+S sieht sich auf der sicheren Seite und versucht, die Bedenken des Vereins zu relativieren. „Wenn die Gefahr für Menschen und Umwelt tatsächlich so groß wäre, wie der Verein Glauben machen möchte, dann hätte die Abdeckung und Begrünung der Halde trotz der Klage des BUND keinen gerichtlichen Bestand gehabt“, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel gestern. BUND und Nabu hatten gegen die geplante Form der Haldenabdeckung geklagt, waren vor dem Verwaltungsgericht zunächst erfolgreich, unterlagen aber letztinstanzlich vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.

Die Abdeckung und Begrünung der Halde werde zuverlässig dafür sorgen, dass salzhaltiges Niederschlagswasser langfristig kein Problem darstellt, schreibt Göbel. Er sieht in den Bedenken des Vereins eher den Versuch, Arbeitsplätze gegen mutmaßliche Umweltgefahr auszuspielen. „Wir stehen dem Verein auch weiterhin für Erläuterungen und Gespräche zur Verfügung“, schreibt Göbel, „und würden uns freuen, wenn er davon Gebrauch gemacht.“

Derzeit wartet auch die Stadtverwaltung Wunstorf auf die abschließende Prüfung. „Wenn es so weit ist, wird die Stadt eine Stellungnahme abgeben. Außerdem leisten wir Amtshilfe und legen die Unterlagen zur Einsichtnahme im Rathaus aus“, teilte Sprecher Alexander Stockum mit.

Der Verein arbeitet seit 1975

Der Verein gegen Immissions- und Umweltschäden Bokeloh wurde am 24. September 1975 gegründet und ist aus der Bürgerinitiative für Immissionsschutz entstanden. Ziele sind die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen durch Umwelt- und Lebensschutz, die Gestaltung einer lebenswerten Umwelt in den Ortsteilen Bokeloh und Mesmerode, die Beratung und Unterstützung von Bürgern, die Vertretung der Vereinsmitglieder bei Schadensfeststellungen und Regulierungen gegenüber den Verursachern und deren Versicherern.

Die Aufarbeitung der Salzschlacken

In der Rekal-Anlage werden seit 1995 Aluminium-Salzschlacken aufgearbeitet. Jährlich sind das bis zu 108 000 Tonnen, die aus ganz Europa angeliefert werden. Das Aluminium wird herausgelöst und kann wieder verwendet werden. Ein Produkt aus der Verarbeitung von Kaliumchlorid und Ammoniumsulfat ist Düngemittel. Einen Teil des Restmaterials nutzt K+S zur Begrünung der Halde. Nach dem Ende des Kaliabbaus sollen in der Rekal-Anlage mindestens 15 Jahre lang noch rund 50 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Von Christiane Wortmann

Die Polizeiinspektion Garbsen hat ihre Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt. Die Ermittler verzeichneten 2017 in fast allen Bereichen weniger Straftaten. Die Aufklärungsquote stieg auf 58,5 Prozent an.

08.03.2018

Die Organisatoren des Stelinger Weihnachtsmarktes haben den Reinerlös von 4500 Euro an Stelinger Vereine, Kindergarten und Grundschule verteilt. Das Ergebnis des Vorjahres wurde damit übertroffen.

07.03.2018

Eric ist vollständig mumifiziert. Das Kuscheltier mit der blauen Kappe auf dem Zottelkopf ist am Sonnabend der geduldigste Proband, als 20 Kinder den Kurs Erste Hilfe zum Schnuppern absolvieren.

07.03.2018