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Gehrden „Da sieht man jeden Kaugummi drauf“
Aus der Region Region Hannover Gehrden „Da sieht man jeden Kaugummi drauf“
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00:19 04.06.2018
Meret Kopanski bedient eine Kundin am Stand von Blumen Hoffmann. Quelle: Stephan Hartung
Gehrden

Seit wenigen Wochen ist die Neugestaltung der Gehrdener Fußgängerzone abgeschlossen. Schön oder nicht schön? Darüber wird gesprochen. Nämlich dort, wo man über solche Themen am besten Smalltalk hält – auf dem Wochenmarkt. Dabei wurde deutlich, dass die Auffassungen unterschiedlich sind.

„Die Pflastersteine sind nicht so schön. Da sieht man jeden Kaugummi drauf“, sagt Gerhard Feige. Der Ur-Gehrdener lebt seit 1966 in der Stadt – und weiß, dass sich Dinge verändern. „Heute regt man sich darüber auf. Aber in zehn Jahren kräht danach kein Hahn mehr – und dann denkt sich die Stadt wieder was Neues aus.“ Nicht jedermanns Geschmack sind die Metallplatten rund um die neuen Bänke. „Die rostigen Elemente sehen wenig einladend aus“, findet ein Senior. Und: Kürzlich habe er beobachtet, wie ein Frau fast gestürzt sei, weil sie in den Zwischenraum der Platten getreten sei.

Nicht jedermanns Geschmack sind die zahlreichen neuen Elemente in der Fußgängerzone. Quelle: Wirausky

Wenige Meter weiter hat Ansgar Waldmüller saisonal eingekauft: zwei Kilo Spargel für zehn Euro. „Ich wohne in Hannover, arbeite hier in der Nähe und nutze meine Pause für den Einkauf“, sagt er. Und wie gefällt es so? „Auf den Markt gehe ich wegen der guten Angebote, das Drumherum ist mir egal.“

Auf dem Wochenmarkt in Gehrden wird die neue Gestaltung der Innenstadt diskutiert. Quelle: Stephan Hartung

Eine andere Marktbesucherin wiederum empfindet die Sanierung der Innenstadt als „sehr gelungen und sehr vielseitig“. Alles dies hat Frau Fischer, die ihren Vornamen nicht in der Zeitung lesen will, selbst überrascht. „Ich hatte Bedenken, aber nun haben wir eine schöne Innenstadt.“ Nur eine bessere Parkplatzsituation würde sie begrüßen. „Momentan fahre ich sowieso Fahrrad. Aber in der kalten Jahreszeit kann man hier erst um 12.30 Uhr mit dem Auto herkommen.“

Das Thema Laufkundschaft ist das, was Sven Hoffmann, Inhaber des Betriebs Blumen Hoffmann, kritisiert. „Planung und Umgestaltung der Innenstadt waren bestimmt eine teure Sache, aber das ist alles Mist“, sagt Hoffmann. Denn wie nun alles aussieht, sei sekundär. Entscheidend sei, „dass der Markt tot ist. Man hätte sich das alles sparen können. Durch den Umzug zum Sportplatz und wieder zurück in das Stadtzentrum habe ich viele Kunden verloren.“ Gehrden sei mal einer seiner besten Märkte gewesen. „Ich bin seit 30 Jahren hier. Früher brauchten wir fünf bis sechs Leute für unseren Stand, momentan reicht die Hälfte aus.“

Am Fuß der Kirche hat Andreas Hezek seinen Stand. „Ich war gespannt, wie sich hier der Neustart des Marktes entwickelt. Ich bin aber zufrieden.“ In der Diskussion stand auch die Stromversorgung der Stände, kritisiert werden oft fehlende Zentralbuchsen im Boden. „Das bringt aber auch nichts, wenn dort nach zwei Wochen Dreck und Wasser drin sind.“ Daher liegen nun weiter die dicken Stromkabel umher, manche Rollatoren-Fahrer haben sichtbar Mühe bei der Überquerung dieser kleinen Hindernisse. Hezek hat entsprechendes Wehklagen noch nicht vernommen, nimmt es ohnehin gelassen. „Wenn man auf den Markt geht, dann ist es normal, dass überall Kabel liegen.“

Von Stephan Hartung

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