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Gehrden Gelände für geplanten Bosselmann-Backshop wird vermessen
Aus der Region Region Hannover Gehrden Gelände für geplanten Bosselmann-Backshop wird vermessen
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18:00 16.08.2019
Auf der Privatfläche am Verkehrskreisel wird derzeit für weitere Entwurfsplanungen das Gelände vermessen. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Vorarbeiten für ein umstrittenes Neubauprojekt: Am Verkehrskreisel zwischen dem Stadtweg und der Kreisstraße 231 haben auf einer Privatfläche Vermessungen für den geplanten Backshop des Bäckereiunternehmens Bosselmann begonnen. Gut sichtbar für Autofahrer und Passanten wurden dort von Mitarbeitern eines Vermessungsbüros in der Nähe der Kleingartenkolonie etliche orangefarbene Markierungspflöcke eingeschlagen.

Stadt wurde nicht gefragt

„Uns wurde das zwar nicht angekündigt, aber wir haben es auch gesehen“, sagt Stadtplanerin Nicole Leubert von der Gehrdener Stadtverwaltung. Offenbar habe der Besitzer der Fläche den Vermessungen des Antragstellers zugestimmt. Trotzdem sei eine endgültige Entscheidung über das Neubauprojekt noch nicht gefallen. Auch sei der Stadt noch nichts von einem Verkauf der Fläche bekannt. „Das Planverfahren steht ganz am Anfang. Das letzte Wort hat der Rat der Stadt, wenn es um einen Satzungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan geht“, betont Leubert.

Markierungspflöcke stecken in der Erde. Quelle: Ingo Rodriguez

Gleichwohl: Eine Vorentscheidung hatte sich bereits im vergangenen Oktober im kommunalen Ausschuss für Bau- und Städteplanung abgezeichnet. Mit den Stimmen der SPD und der CDU stimmten die Politiker für die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP). Derzeit ist die rund 3400 Quadratmeter große Fläche im FNP noch als Kleingartengebiet ausgewiesen. Im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ist eine landwirtschaftliche Verwendung vorgesehen. Durch das Votum des Fachausschusses soll die Stadt die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bäckereineubau schaffen.

Unübersehbar gehen die Vermessungstechniker ans Werk. Quelle: Ingo Rodriguez

FDP, Grüne, Linke und AfD hatten dagegen gestimmt. Sie befürchten zu große Konkurrenz für die örtlichen Bäckereien in der Innenstadt – auch, weil Bosselmann nach ihren Informationen sonntags drei Stunden länger öffnen möchte als die innerstädtischen Bäckereien. Ziel müsse es bleiben, vor allem die City zu beleben, meinten die Fraktionen. CDU und SPD wiederum sehen in den Plänen für das derzeit ungenutzte Areal eine Aufwertung des städtischen Erscheinungsbildes und hoffen auf eine bessere Verkehrsanbindung. Dies habe der mögliche Investor bereits zugesichert.

Snacks und Nudelgerichte für Pendler

Die Landbäckerei Bosselmann hat den Antrag gestellt, im Kreuzungsbereich von K 230 und K 231 einen Bäckereibetrieb mit Gastronomie bauen zu dürfen. Ziel des Unternehmens ist es nach eigenen Angaben, „ein Gebäude zu errichten, in dem es von Frühstück über leichte Bäckersnacks und Nudelgerichte zum Mittag bis zum Flammkuchen am Abend für den Autofahrer, Pendler und Nachbarn alles gibt“. Zudem soll auf dem Grundstück Platz für kleinere Veranstaltungen von Seniorentreffs, Kindergruppen und Familienfeiern geschaffen werden. Laut Bosselmanns ist die angestrebte Kundengruppe nicht die gleiche, die in den alteingesessenen Bäckereibetrieben in der Innenstadt einkauft. Die zu beplanende Freifläche zwischen Kreisel und Kleingartenkolonie wird direkt durch die beiden Kreisstraßen erschlossen.

Verkehrsgutachten geplant

Stadtplanerin Leubert verweist darauf, dass zunächst noch ein Verkehrsgutachten die künftige Situation bewerten muss. Vor einer endgültigen Entscheidung sei auch zu bedenken, dass es wegen eines weiteren Neubaus am Ortseingang nicht zu Verkehrskonflikten auf dem Stadtweg und am Kreisel kommen dürfe. Schließlich gebe es bereits den Minikreisel am neuen Standort der Lidl-Filiale an der Ronnenberger Straße.

Mit einem Abschluss des weiteren Planverfahrens ist laut Leubert nicht vor 2020 zu rechnen. Zunächst werde ein neuer Bebauungsplan in den Gremien und im Rat zur Abstimmung gestellt, dann werde der B-Plan vier Wochen öffentlich ausgelegt, um später mögliche Einwände abzuwägen. „Erst wenn die Pläne alle diese Verfahrensteile passiert haben, kann eine Baugenehmigung beantragt werden“, sagt Leubert.

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Von Ingo Rodriguez

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