Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Gehrden Axel Smend informiert über NS-Widerstandskämpfer
Aus der Region Region Hannover Gehrden Axel Smend informiert über NS-Widerstandskämpfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 31.01.2019
Axel Smend spricht in der Aula des MCG über die Widerstandskämpfer während des Naziregimes. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
Gehrden

Axel Smend war vier Monate alt, als sein Vater Günther Smend für seine Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 erhängt wurde. „Mich treibt bis heute die Frage um, wie meine Mutter damals mit der Situation zurecht gekommen ist“, erklärt Smend in der Aula des Matthias-Claudius-Gymnasium bei seinem Vortrag über den Widerstand im Nationalsozialismus. Rund 180 Schülern aus den Klassen des zehnten und elften Jahrgangs hören gespannt zu, als Smend über seine eigenen Erfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg spricht. So wurde er in der Schule von einem Lehrer als „Sohn eines Verräters“ bezeichnet.

Smends Vater, der im September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden ist, hatte Aufzeichnungen aus der Haft hinterlassen können, die die Familie als kostbaren Schatz hütet. Seine Gedanken und Aufzeichnungen sind für seinen Sohn Axel der Schlüssel zum Verständnis des Vaters. Niedergeschrieben hat er sie in dem Buch „Gedanken sind Kräfte – Eine persönliche Annäherung an den Widerstand meines Vaters Günther Smend“.

Die Elfklässlerin Melissa Timmermeister hat während des Vortrages viel über ihre eigene Rolle nachgedacht. „Es ist spannend zu überlegen, wie man damals selber gehandelt hätte“, merkt die 17-Jährige an. Die Schülerin Margarita Zaios war vergangenes Jahr in Ausschwitz und erinnert sich noch gut an ihre damalige Sprachlosigkeit angesichts der grausamen Verbrechen. „Die Konfrontation mit dem Thema ist ein wichtiger und erforderlicher Schritt“, sagt die Elftklässlerin.

Axel Smend spricht in der Aula des MCG über die Widerstandskämpfer während des Naziregimes. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Der 16-jährige Malte Nebel fand die anschaulichen Erzählungen besser als den üblichen Geschichtsunterricht und möchte aus solchen Erinnerungen lernen. „Wenn wir die Lage in anderen europäischen Ländern beobachten, müssen wir verstärkt für unsere Demokratie kämpfen“, sagt Malte. Die 16-jährige Nele Sell trifft in ihrer Freizeit häufiger jüngere Schüler, die noch nie mit dem Thema in Berührung gekommen sind. Daher fordert sie sowohl die Eltern als auch die Lehrer auf, diese deutsche Vergangenheit frühzeitig anzusprechen. „Sonst werden die Taten bei manchen Menschen in Vergessenheit geraten“, ergänzt die Elftklässlerin Clara Hehne. Zusammen mit seiner elften Klasse möchte der Fachobmann für Geschichte, Michail Gorelik, die Veranstaltung auswerten. „Die Zeitzeugen vermitteln sowohl Informationen als auch emotionale Komponente, bei denen Fragen auftreten können“, betont Gorelik.

Die Wanderausstellung "Widerstand in der NS-Zeit" stellt zahlreiche Widerstandskämpfer vor. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Smend ist Vorsitzender im Kuratorium der „Stiftung 20. Juli 1944“, die mit der Wanderausstellung „Widerstand in der NS-Zeit“ an weitere Männer und Frauen erinnert, die sich gegen das Unrechtsregime aufgelehnt haben. Die Jugendlichen haben vor dem Vortrag die Ausstellung angeschaut, die noch bis zum 8. Februar in der Aula zu sehen ist. Mit seinem Auftritt möchte Smend sowohl die Erinnerung aufrechterhalten, als auch die politische Bildung der Jugendlichen schärfen. „Wir sind es allen Opfern schuldig, dass wir unsere Geschichte nie vergessen“, appelliert Smend. Weiterhin thematisiert er die Nachkriegszeit, die aktuelle politische Situation in Deutschland und fordert die Jugendlichen auf, aufmerksam zu sein und für seine Meinung einzustehen. „Macht euch fit für schwierige Diskussionen mit Andersgesinnten“, bekräftigt der 75-Jährige.

Von Ann Kathrin Wucherpfennig

Talente aus der ganzen Region sind beim Regionalentscheid von Jugend musiziert in Laatzen angetreten. Musikschülerinnen aus Gehrden erreichten dabei 1. Preise.

28.01.2019

Bei Gehrden könnte schon bald ein Golfplatz entstehen: Ein Landwirt hat dem Golfclub eine 40 Hektar große Fläche an der Grenze zu Barsinghausen angeboten, auf der die Anlage gebaut werden soll.

27.01.2019

Die Polizei sucht Zeugen für eine Einbruchsserie im Gehrden-Carré. In der Zeit vom 3. bis 19. Januar wurden an der Schulstraße insgesamt viermal in einen Friseursalon und ein Restaurant eingebrochen.

27.01.2019