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Gehrden Kein Mehrfamilienhaus am Gehrdener Wald
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18:09 21.06.2019
Auf einem Grundstück am Brauereiweg ist der Bau eines Ein- und Mehrfamilienhauses geplant. Das alte Gebäude soll vorher abgerissen werden. Doch die Pläne stoßen auf Widerstand. Quelle: Archiv
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Gehrden

Erfolgreicher Anwohnerprotest: Die Bauvoranfrage, am Ende des Brauereiwegs auf einem Grundstück ein Einfamilienhaus sowie ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten zu errichten, haben die Mitglieder des Bau- und Städteausschusses zurückgewiesen. Wie die Anlieger sind die Politiker der Ansicht, dass das geplante Bauprojekt zu groß sei und nicht zum Charakter des Wohngebiets passe. Auch Fachdienstleiterin Nicole Leubert bezeichnete es als ein umstrittenes Vorhaben. „Es ist bisher ein Einzelfall in diesem Wohngebiet“, sagte sie. Bislang sei der Bereich ausschließlich durch eine Einfamilienhausbebauung geprägt. Das geplante Mehrfamilienhaus übersteige nach derzeitiger Einschätzung deutlich das vorgefundene Maß.

Es ist das zweite Mal, dass sich die Politiker mit den Plänen am Waldrand des Gehrdener Berges befassen. Bei der erste Diskussion wurde dem Architekten die Möglichkeit eingeräumt, seinen Entwurf anzupassen. Auch einen Ortstermin hat es inzwischen gegeben. Doch überzeugen konnten die modifizierten Pläne nicht. Es sei eine Anpassung des Entwurfs in geringem Umfang, meinte auch Leubert. Unter anderem sei das geplante Mehrfamilienhaus nun etwas näher an die vorhandene Wohnbebauung herangerückt worden.

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Sensibler Bereich am Wald

„Es ist ein empfindlicher Bereich am Wald“, sagte Henning Harter (SPD). Und das geplante Mehrfamilienhaus sei schlicht zu groß. „Wir sind deshalb gegen den Plan“, sagte er. Auch Thomas Wahner findet, dass ein Mehrfamilienhaus in dem Bereich, wo nur Einfamilienhäuser stehen, nicht angebracht sei. Die CDU hat zwar nichts dagegen, wenn das Grundstück bebaut wird, „aber kein Mehrfamilienhaus“, betonte Heide Rath.

Zuvor hatten Anwohner massiv gegen das Bauvorhaben protestiert. Es müsse die bestehende örtliche Bauvorschrift so umgesetzt werden, dass sie dem Bürger gerecht werde und nicht einem einzelnen Investor, forderte ein Anlieger. Die Siedlung sei geprägt von Einfamilienhäuser, betonte eine weitere Anwohnerin. „Wir Nachbarn sind entsetzt von den Plänen“, sagte sie. Sie warnte die Stadt davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. Auch die gut 100 Meter lange Zufahrt, die zu den Gebäuden führen soll, sei nicht akzeptieren. „Sie führt bis in den Wald“, sagte die Bürgerin.

Der Eigentümer des Grundstücks nahe dem Gehrdener Berg beabsichtigt, ein leer stehendes Haus auf dem Areal abzureißen, um dort zwei Wohnhäuser zu errichten. Er hat eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt. Darüber hinaus müsste eine neue Zufahrt hergestellt werden. Dazu sind zwei Garagen und neun Carports geplant.

Von Dirk Wirausky

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