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Gehrden Christel und Hans Rottenbücher feiern diamantene Hochzeit
Aus der Region Region Hannover Gehrden Christel und Hans Rottenbücher feiern diamantene Hochzeit
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07:50 26.09.2019
Christel und Hans Rottenbücher sind seit 60 Jahren verheiratet. Quelle: Ingo Rodriguez
Lemmie

Beim Eisholen buchstäblich dahingeschmolzen: Dieses romantische Erlebnis hat im Jahr 1957 den damals 19-jährigen Fleischergesellen Hans Rottenbücher ereilt – und bis heute ist dieses Erlebnis für den inzwischen 81-jährigen Mann und seine 82-jährige Ehefrau Christel der Anfang einer großen Liebesgeschichte. „Sie hat damals in der alten Brauerei in Gehrden bedient, als ich für die Fleischerei dort regelmäßig Eisstangen zum Kühlen und für die Verarbeitung abgeholt habe“, erzählt Rottenbücher und blickt seine Christel lächelnd an. Die damals 21-jährige Christel habe ihm gleich sehr gut gefallen. Offenbar ist dem jungen Fleischergesellen damals beim Eisholen auch äußerst warm ums Herz geworden. Bis heute. Die Eheleute aus Lemmie sind inzwischen seit 60 Jahren verheiratet.

Beide landen über Umwege in Gehrden

Bei den Feierlichkeiten rund um ihre Diamanthochzeit erzählen die Rottenbüchers über ihre ersten Begegnungen. Christel hatte als junge Frau in der alten Brauerei gearbeitet, in der heute das Stadtmuseum untergebracht ist. Sie sei mit ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg nach ihrer Flucht aus Hinterpommern und einer weiteren Zwischenstation in Ostdeutschland von ihrer Schwester nach Gehrden geholt worden, sagt die 82-Jährige. Seit 1954 habe sie dann in der alten Brauerei ein Zimmer bewohnt und für den Betrieb auch als Haushälterin gearbeitet.

Der in Jugoslawien geborene Hans war 1944 mit seiner Familie nach Deutschland geflohen, hatte dann in Lemmie bei dem damaligen Landwirt Friedrich Wissel gewohnt und für eine Fleischerei in Gehrden gearbeitet. Er habe nicht lange gewartet, nachdem es beim Eisholen knisterte: „Ich habe sie dann zu einem Glas Wein und ins Kino am Gehrdener Steintor eingeladen.“ Später sei das junge Paar oft in das frühere Gehrdener Waldschlösschen – die sogenannte Räuberhöhle – zum Tanzen gegangen. „Im Mai 1958 sind wir mit einem Roller zu Bekannten nach Ulm gefahren und haben uns dort verlobt“, sagt Hans.

Christel und Hans Rottenbücher kommen im September 1959 nach ihrer Trauung aus dem Standesamt. Quelle: Privat

Dass erst am 26. September 1959 geheiratet wurde, hatte einen besonderen Grund: „Er wurde erst am 23. September 1959 21 Jahre alt und damit volljährig. Vorher hätte er nicht ohne besondere Genehmigung heiraten dürfen“, erzählt Christel und schmunzelt.

Nach der Hochzeit im Gehrdener Standesamt und der Trauung in der katholischen Bonifatiuskirche sowie der Feier auf dem Lemmier Bauernhof der Familie Brömel wohnte das Ehepaar zunächst noch in einer Einzimmerwohnung an der Südfeldstraße in Lemmie. Er arbeitete bis 1999 als selbstständiger Versicherungsvertreter. Christel war zunächst noch in Gehrden in der Vorwerk-Teppichfabrik tätig. Nach der Geburt von Tochter Britta im Januar 1963 kümmerte sie sich um Haushalt und Kind. Und viele Jahre habe sie auch noch weiterhin in den Räumen der alten Brauerei für den früheren Getränkehändler Wittenberg nebenbei saubergemacht, sagt sie.

Christel und Hans Rottenbücher kommen im September 1959 nach ihrer Trauung aus der Kirche. Quelle: Privat

Den Gästen ihrer diamantenen Hochzeit haben sie viel zu erzählen – von ihren zahlreichen Reisen, Treffen mit dem Kegelverein und dem DRK-Ortsverein. Hans Rottenbücher ist in Lemmie auch als langjähriger Gruppenführer der Ortsfeuerwehr und Fußballschiedsrichter des MTV Lemmie bekannt. Ihrer Tochter Britta, dem Schwiegersohn Carsten Seiler, den beiden erwachsenen Enkelkindern und einem Urenkelkind verraten sie bei der Diamanthochzeit vermutlich noch einmal ihr Rezept für eine lange und glückliche Ehe: „Wir haben immer zusammengehalten und gemeinsam entschieden, aber nie Geheimnisse voreinander gehabt“, sagt Christel – und erntet von Hans ein bekräftigendes Nicken.

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