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Gehrden “Wir denken nicht getrennt in Frauen und Männern“
Aus der Region Region Hannover Gehrden “Wir denken nicht getrennt in Frauen und Männern“
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00:21 08.06.2019
Die Gehrdener Feuerwehrfrauen Ursula Meier (vorn, links) und Verena Rothenburger sowie Heike Ulrich (hinten, von links), Antonia Bendix, Anna-Lena Bier, Lena Müller und Theresa Plath berichten aus dem Alltag. Gisela Wicke hatte das Treffen organisiert. Quelle: Stephan Hartung
Gehrden

So hatte sie es sich vorgestellt: Gisela Wicke hatte zu einem Gesprächskreis eingeladen, passend zur Ausstellung „frauenORTE“ in Gehrden, um in der Feuerwehr tätige Frauen über deren Arbeit berichten zu lassen. Und die Geschichten reichten von den Anfängen in der Kinder- und Jugendfeuerwehr bis zur Basis für eine spätere Hochzeit.

„frauenORTE“: Es wird weiter gesprochen

Das Landesfrauenrat Niedersachsen hat unter der Schirmherrschaft der Niedersächischen Sozialministerin Carola Reimann das Projekt „frauenORTE“ aufgelegt, bei dem landesweit besondere weibliche Persönlichkeiten herausgestellt werden. Im Rathaus der Stadt Gehrden ist noch bis zum 7. Juni eine entsprechende Ausstellung zu sehen. An diesem Tag gibt es, sozusagen zur Finissage, auch ab 19.30 Uhr im Bürgersaal einen Vortrag von Pastor Jürgen-Peter Lesch aus Springe zum Thema „Frauengestalten im Alten Testament“.

Sieben Feuerwehrfrauen, die aktive Mitglieder in den Feuerwehren Northen, Everloh und Leveste sind, berichteten über ihren ehrenamtlichen Einsatz. Vor allem den großen Zusammenhalt innerhalb ihrer Ortsfeuerwehren hoben die Frauen hervor.

Irgendwann geht jede Feuerwehr-Laufbahn mal los. An die Anfänge kann sich Verena Rothenburger noch genau erinnern. „Ich bin vor zehneinhalb Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten. Das ergab sich einfach automatisch, weil mein Bruder und mein Vater auch schon in der Feuerwehr waren“, erinnert sich die heute 21-Jährige, die in Northen ihren Dienst verrichtet. Schon in jungen Jahren habe sie das Feuerwehrwesen so gepackt, sodass sie während ihrer Schulzeit ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum bei der Berufsfeuerwehr Hannover absolvierte – auch das ergab sich familiär, „weil mein Opa schon dort war“. Nach dem Praktikum bemerkte sie jedoch, dass der Freiwillige Feuerwehrdienst für sie geeigneter wäre. „Ich wollte nicht jeden Tag das Leid sehen, mich lieber ehrenamtlich in der Ortsfeuerwehr engagieren.“

Hochzeit durch die Feuerwehr

Schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel im aktiven Dienst hat Ursula Meier. Sie ist ebenfalls in der Ortsfeuerwehr Northen organisiert – genau genommen seit 39 Jahren. „Erst zwei Jahre zuvor ermöglichte es eine Gesetzesänderung Frauen, aktiv in einer Freiwilligen Feuerwehr mitzuwirken. Die Frauenabteilung in Northen gründete sich im Oktober 1978. Wie stark die Frauen heute in Northen vertreten sind, zeigt eine aktuelle Statistik: Die Ortsfeuerwehr hat 60 Mitglieder, davon sind 22 weiblich. „Wir haben eine tolle Kameradschaft, denken gar nicht getrennt in Männern und Frauen“, sagt Meier. Ihre persönliche Geschichte ist mit der Feuerwehr verbunden. Dort lernte sie ihren heutigen Mann kann. In diesem Jahr feiern die Meiers übrigens ihre Silberhochzeit.

Und wie ist es mit der Anerkennung? Bei Freunden und innerhalb der Familie sei das kein Problem, berichtet Anna-Lena Bier. „Aber wenn ich neue Leute kennen lerne und von meinem Hobby erzähle, muss ich mir manchmal komische Sprüche anhören“, sagt sie. Dass Frauen dieses Ehrenamt ausführen können, Verantwortung übernehmen können und das sogar richtig gut, wird an ihrem Beispiel besonders deutlich: Anna-Lena Bier ist die stellvertretende Ortsbrandmeisterin von Everloh.

Von Stephan Hartung

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