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Gehrden Gehrdener setzen ein Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und Hetze
Aus der Region Region Hannover Gehrden Gehrdener setzen ein Zeichen gegen Antisemitismus, Hass und Hetze
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12:55 10.11.2019
Bürgermeister Cord Mittendorf legt ein Gesteck an der Gedenktafel nieder. Quelle: Georg Weber
Gehrden

Als der letzte Glockenschlag vom Turm der Margarethen-Kirche verklungen ist, stimmt der Chor der Gemeinde unter Leitung von Christian Windhorst das israelische Volkslied „Hevenu Shalom Alechem – Wir wollen Frieden für alle“ an. Anlässlich der Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht von 1938 waren am Sonnabend deutlich mehr Gehrdener zu der Gedenktafel am Standort der ehemaligen Synagoge am Steinweg gekommen als in den Jahren zuvor.

Möglicherweise ist dieser Zuspruch auf ein Ereignis Mitte Oktober zurückzuführen. Damals hatten Unbekannte einen Gedenkkranz angezündet und das Ehrenmal damit beschädigt. Auch an spontanen Aktionen als unmittelbare Reaktion auf diese Tat hatten bereits zahlreiche Gehrdener Bürger teilgenommen.

„Gegen Hetze, Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus

„Ihre heutige Teilnahme an unserer gemeinsamen Gedenkfeier ist ein Zeichen, das Hoffnung macht und zeigt, dass wir gegen Hetze, Hass, Menschenverachtung, Antisemitismus und Rechtspopulismus antreten“, sagte Bürgermeister Cord Mittendorf in seiner Ansprache. Antisemitismus sei aus unserer Gesellschaft nie ganz verschwunden gewesen, aber er ist in den letzten Jahren wieder stärker in den Vordergrund gerückt.

Die Gehrdener entzünden Kerzen an der Gedenktafel am Steinweg. Quelle: Georg Weber

„Organisierte Hasskampagnen, ein digitaler Mob, Livevideos von Terrorattacken, Beleidigungen, Anfeindungen, Übergriffe, rechtspopulistische Äußerungen, Drohungen an Politiker: Dafür darf in unserer Gesellschaft kein Platz sein“, forderte Mittendorf. „Wir sind weltoffen, wir schätzen uns alle, schützen unsere Demokratie und unsere Gesellschaft, und wir sind uns einig: Rechtspopulismus und Antisemitismus wird es mit uns nicht geben“. Mit dieser klaren Ansage schloss der Bürgermeister seine Ansprache ab.

Die Gehrdener zündeten viele Wachslichte an und stellten sie an der Gedenktafel am Steinweg ab. Anschließend wurde noch ein themenbezogener Kurzfilm zu den Geschehnissen in der Nacht vom 9. November 1938 im Bürgersaal des Rathauses gezeigt.

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Von Georg Weber

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