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Gehrden Landvolk zeigt Alternativen für chemische Pflanzenschutzmittel
Aus der Region Region Hannover Gehrden Landvolk zeigt Alternativen für chemische Pflanzenschutzmittel
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12:03 30.05.2019
Christian Schulze (Dritter von rechts) informiert auf der Demonstrationsfläche über natürliche Pflanzenschutzmittel. Quelle: Stephan Hartung
Leveste

Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft beherrscht seit längerer Zeit die öffentliche Diskussion. Mit einem landesweiten Aktionstag hat das Landvolk Niedersachsen aufgezeigt, ob es überhaupt Alternativen gibt und wo die Vor- oder Nachteile liegen. In Leveste lud der hannoversche Kreisverband des Landvolks auf das Rittergut ein – für Diskussionen, aber auch für einen kleinen Ausflug zur Demonstration auf die unweit vom Rittergut gelegene landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche Im Mühlenteich.

Zu Beginn gibt es ein Beispiel, wie es nicht sein soll: Volker Hahn, Vorsitzender des Landvolks Hannover, hält eine Triticale hoch. Die Mischung aus Weizen und Roggen weist deutlich eine gelbe Farbe auf. „Wenn die Pflanze in sechs Wochen so aussehen sollte, dann ist das okay.“ Nicht aber Ende Mai. „Das ist Getreiderost. Die Pflanze ist damit tot“, sagt Hahn zu den Zuhörern, zu denen außer Landwirten und Verbrauchern auch die Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann und Thordies Hanisch sowie Birgit Ballweg von der Region Hannover zählen.

Wie im Garten, so auch auf dem Acker

Was den Pflanzen zusetzt, zeigt sich später auf der Demonstrationsfläche. Unkraut vergeht eben nicht – was für den heimischen Garten gilt, macht auch Landwirten zu schaffen. Der Nachtschatten ist beispielsweise ein großer Feind für wirtschaftlich betriebene Flächen. Auf einem kleinen Streifen des Ackers, auf dem aktuell Zuckerrüben angelegt sind, befindet sich eine sogenannte Nullparzelle. Das bedeutet, dass dort auf den Einsatz von chemischem Pflanzenschutz komplett verzichtet wurde.

Deutlich zu erkennen: Das Unkraut macht sich schon rund um die Pflanze breit. „In vier Wochen ist die Pflanze zerstört“, sagt Hahn. Denn das Unkraut wächst über die Pflanze und nimmt ihr die Sonneneinstrahlung. Außerdem wird die Wurzel beschädigt. „Die Zuckerrüben könnte man nicht mehr auf dem Markt verkaufen. Jeder Verbraucher muss selbst beurteilen, ob ihm eine von Pflanzenkrankheiten befallene Ernte schmecken würde“, sagt der Landvolk-Vorsitzende.

Ganz ohne Chemie geht es also nicht – oder doch? Nach einer Einweisung von Rittergut-Betriebsleiter Christian Schulze gibt es für die Zuschauer eine Demonstration, wie mit dem Anhänger eines Treckers das Feld gehackt wird, so die Sprache der Landwirte. Sieht gut aus und ist ohne Chemie. Der Nachteil: Die Maschine kann das nahe an der Pflanze wachsende Unkraut nicht entfernen, ohne die Pflanze zu beschädigen.

Alternativ wäre, das Unkraut per Hand oder mit einer Sense zu vernichten – was auf 20 Hektar Anbaufläche aber ein Rückschritt ins Mittelalter wäre. „Es wird noch 30 Jahre dauern, bis Roboter in der Lage sind, gezielt Unkraut zu bekämpfen“, sagt Volker Hahn. Bis dahin werde die Bewirtschaftung nicht komplett ohne Chemie funktionieren. Das Landvolk hofft, das es mit dem Aktionstag in der Bevölkerung für Verständnis sorgen konnte.

Von Stephan Hartung

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