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Gehrden Monika Schulte verabschiedet sich vom MCG
Aus der Region Region Hannover Gehrden Monika Schulte verabschiedet sich vom MCG
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18:00 28.06.2019
Elf Jahre hat Monika Schulte das MCG geleitet. Nun wird sie in den Ruhestand verabschiedet. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

An ihren ersten Besuch am Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG) erinnert sich Monika Schule noch sehr gut – und auch an das, was sie damals gedacht hat: „An dieser Schule muss unbedingt etwas gemacht werden.“ Ein Satz, der bis zum Schluss nachhallt.

Es habe dringender Handlungsbedarf bestanden. Dem Schulträger sei das nach einer Schulinspektion 2006 auch bekannt gewesen. Der Südbau beispielsweise sei so hellhörig gewesen, dass sich die Klassen in den Unterrichtsräumen gegenseitig zuhören konnten. Im naturwissenschaftlichen Bereich konnten zahlreiche Experimente gar nicht ausgeführt werden. Dazu eine kleine Mensa und eine unzumutbare Aufenthaltssituation für Schüler und Lehrer. „Das ging so nicht mehr“, betont Schulte. Und das habe abgeschreckt. Der Zustand des mehr als 60 Jahre alten Gebäudekomplexes habe das MCG Schüler gekostet. Eine moderne Schule sei für Eltern wichtig. „Die Umbauphase hat meine Zeit am MCG geprägt“, sagt Schule rückblickend.

Ein Meilenstein der Sanierung am MCG: Im Januar 2018 geben Schulleiterin Monika Schulte und Bürgermeister Cord Mittendorf den Weg in die sogenannte neue Schulmitte frei. Quelle: Archiv

Elf Jahre später hat sich eine Menge geändert. Aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude am Gehrdener Berg ist ein modernes und schmuckes Gymnasium geworden. „Das wird honoriert“, sagt Schulte. Der aktuelle Beweis: 128 Jungen und Mädchen haben sich für das nächste Schuljahr angemeldet. Der fünfte Jahrgang ist wieder fünfzügig. Es ist zu spüren: Diese Zahl macht Schulte stolz – weil sich ihr Einsatz für die Modernisierung der Schule gelohnt hat. Und auch zum Standort am Gehrdener Berg hat die 63-Jährige ihre Meinung. „Das ist ein Identifikationsmerkmal des MCG“, sagt sie.

Zahlreiche Ideen verwirklicht

Wenn auch die mehrjährige Bauphase, die noch nicht gänzlich abgeschlossen ist, Schultes Zeit am Burgberg geprägt hat: Es war nicht alles. Die Idee einer offenen Ganztagsschule hat die Schulleiterin verwirklicht. „Das war ein schwieriger, aber nötiger Schritt“, sagt sie. Die Einführung von Spanisch als zweite Fremdsprache fällt ebenfalls in Schultes Ägide. „Das war eine wichtige Ergänzung“, sagt sie. Sport ist inzwischen ein Prüfungsfach am MCG, der Bereich Musik und Theater hat sich unter Schulte zu einem Leuchtturm in der Region entwickelt. „Das ist ein Magnet“, sagt sie mit Blick auf die zahlreichen Projekte und Veranstaltungen. Zur Vorbereitung gehört auch die Wewelsburg-Woche, die von vier auf fünf Tage verlängert worden sei.

Aber die Pädagogin, die vor ihrer Gehrdener Zeit an Gymnasien in Stadthagen und Bückeburg in führender Position gewirkt hat, ist ehrlich. „Nicht alles hat geklappt“, gesteht sie. Im Bereich Hochbegabung sei sie nicht soweit gekommen, wie gewünscht. Immerhin: Es wurde mit dem Verein Forschergeist eine Kooperation vereinbart.

Kaum noch Zeit zum Unterrichten

Doch die Position einer Schulleiterin bringt auch eine Vielzahl an Aufgaben mit sich. Organisieren, managen, beurteilen und entscheiden. Dazu: Budgetplanung, Personal- und Bewerbungsgespräche führen sowie Konferenzen leiten. „Die Aufgabe beinhaltet viele Formalien, die zeitaufwendig sind“, sagt die Mathematik- und Physiklehrerin. Zeit zum Unterrichten blieb ihr zuletzt kaum noch. „Dabei hat mir das immer großen Spaß gemacht“, sagt sie – gerade in den unteren Jahrgängen. Doch ihr Alltag lag in den zurückliegenden Jahren im administrativen Bereich. Die Personalentwicklung habe Kräfte gebunden, dazu die Ausbildung von Referendaren. Und nicht jede Entscheidung, die sie habe treffen müssen, sei leicht gewesen. „Ich habe trotzdem immer Lust auf diesen Job gehabt“, betont sie.

Monika Schulte geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Lehrerin ist mein Traumberuf“, sagt sie. Sie habe immer gern mit Kindern zusammengearbeitet. In Gehrden habe sie zudem die Chance bekommen, eine Schule weiterzuentwickeln.

Elf Jahre ist es her: Der Leitende Regierungsschuldirektor Bernd Ritter gibt Monika Schulte vor dem MCG ihre Ernennungsurkunde. Quelle: Archiv

Den Schulalltag werde sie vermissen. „Ich arbeite gerne mit Menschen“, betont Schulte. Sie sei am MCG auf ein engagiertes Kollegium, sehr interessierte Eltern und bildungsoffene Kinder getroffen. Und sie habe mit einem Schulträger zusammengearbeitet, der viele Wünsche erfüllt habe. Dennoch: Sie freue sich auf die Zeitsouveränität, die sie bald haben werde. Endlich die Ruhe und Muße für einen Konzertbesuch, für Zeit mit der Familie und Enkelkindern sowie für Reisen, Kultur und Kunst. „Ich habe in den vergangenen Jahren praktisch durchgearbeitet“, sagt sie.

Das Fazit? Es sei eine schöne, anstrengende und bewegte Zeit gewesen. „Das MCG ist meine Schule“, sagt Schulte. Am 1. Juli wird sie verabschiedet – im großen Rahmen in der Aula. Auch die ist neu gestaltet und modernisiert worden. Und das ist ebenfalls ist ein Verdienst von Monika Schulte.

Von Dirk Wirausky

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