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Gehrden Muss neben dem Bolzplatz jede Woche gemäht werden?
Aus der Region Region Hannover Gehrden Muss neben dem Bolzplatz jede Woche gemäht werden?
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13:50 02.08.2019
Die Wiese hinter diesem Bolzplatz ist frisch gemäht. Anwohner stört der häufige Rückschnitt. Quelle: Uwe Kranz
Ditterke

Wie häufig muss eine öffentliche Rasenfläche gemäht werden, wenn der Wildwuchs niemanden stört? Mit dieser Frage sehen sich die zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung immer öfter konfrontiert. Seitdem auch in Gehrden Blühstreifen und insektenfreundliche Flächen auf großen Zuspruch in Politik und Bevölkerung stoßen, häufen sich die Beschwerden über radikalen Rückschnitt im öffentlichen Raum. Im Frühjahr hatte die Stadt selbst Tütchen mit Blumen-Saatgut an die Bürger verteilt.

Exemplarisch für diese Entwicklung ist der Umgang mit einer Rasenfläche in Ditterke. Hinter einem Bolzplatz Am Weidefeld wird dort ein etwa fußballfeldgroßes Stückchen Wiese, nach Auskunft eines Anwohnern, jeden Montag gemäht. Akkurat, bis auf wenige Millimeter zurückgestutzt. Beauftragt mit der Rasenpflege ist die Abwassergesellschaft Gehrden. Der nördliche Teil der Fläche dient als Regenrückhaltebecken. „Diese Wiese bot über viele Jahre den Vögeln und Insekten ein reichhaltiges Nahrungsangebot, denn sie wurde nur zwei Mal jährlich gemäht“, kritisiert Anwohner Thomas Talkenberger das ständige Mähen. „Immer montags rollen die Rasenmäher an und machen alles platt“, sagt er.

Ökologisch wenig vielfältig: Die gemähte Wiese in Ditterke. Quelle: Thomas Talkenberger

Englischer Rasen hat ausgedient

Dass der englische Rasen als Ideal einer gepflegten Grünfläche für immer mehr Bürger ausgedient hat, merkt auch Umweltsachbearbeiter Holger Spohr. „Vor allem in den sozialen Netzwerken wird sich viel aufgeregt und beschwert. Aber ein Teil kommt auch hier an“, sagt er. Hinweise aus der Bevölkerung nehme man durchaus ernst. „Wir prüfen dann im Einzelfall, ob es Sinn macht, weniger zu mähen“, so Spohr. Genörgel im Internet, hält er dagegen für wenig produktiv und häufig egoistisch motiviert. „Dort stehen oft Privatinteressen im Vordergrund, das Gemeinwohl wird dann nicht berücksichtigt“, so Spohr.

Auch der Fall in Ditterke wird nun geprüft, von der Abwassergesellschaft. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Mäharbeiten in zeitlich verträglichen Abständen ausgeführt werden“, sagt deren Mitarbeiter Olaf Schubert.

Zum Weiterlesen:

In einer früheren Version dieses Artikels wurde irrtümlich der Stadtsprecher Frank Born als Gesprächspartner angegeben. Tatsächlich handelte es sich um Holger Spohr. Der Fehler wurde korrigiert.

Von Mario Moers

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