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Gehrden Neubauprojekte im Stadtkern: Archäologische Ausgrabungen wecken Interesse
Aus der Region Region Hannover Gehrden Neubauprojekte im Stadtkern: Archäologische Ausgrabungen wecken Interesse
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10:42 26.09.2019
Immer wieder bleiben Passanten vor dem Grundstück an der Alten Straße stehen, um sich über den Stand der Ausgrabungsarbeiten zu erkundigen. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Zwei Neubauprojekte mit viel beachteten Vorarbeiten: Mitten in der Gehrdener Kernstadt ist vor wenigen Wochen an der Kreuzung von Alte Straße und Schaumburger Straße ein altes Wohnhaus abgerissen worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte zuvor ein privater Investor das Grundstück erworben. Dort sollen nun zwei neue Mehrfamilienhäuser gebaut werden. „In dem alten Haus aus den Fünfziger- oder Sechzigerjahren hatte zuletzt eine ältere Frau allein gewohnt“, sagt der zuständige städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. Für das gesamte Grundstück seien inzwischen zwei Baugenehmigungen für zwei neue Gebäude erteilt worden. Auf ihrer Internetseite kündigt die zuständige Hausbaugesellschaft HZ aus Seelze den Bau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Eigentumswohnungen an.

Archäologen werden oft angesprochen

Mehr Aufsehen als die vorangegangenen Abrissarbeiten und die Neubaupläne erregen derzeit bei Fußgängern jedoch die vor Bauprojekten gesetzlich vorgeschriebenen archäologischen Untersuchungen. Immer wieder bleiben Passanten vor dem Bauzaun stehen, um sich bei Archäologin Agathe Palka über die Bedeutung und den Stand der Ausgrabungen oder sogar mögliche Sensationsfunde zu informieren. Umfassend Auskunft geben darf die Archäologin aber nicht. Angesichts möglicher Fundstücke verweist sie nur auf die für Auskünfte zuständige Denkmalpflege der Region Hannover.

Archäologin Agathe Palka (Dritte von links) wird von Passanten auf die Bedeutung der Arbeiten angesprochen. Quelle: Ingo Rodriguez

Seit etwas mehr als einer Woche ist Palka nun schon mit ihrem Team auf dem Grundstück an der Alten Straße damit beschäftigt, im Erdreich nach historisch bedeutsamen Überbleibseln zu graben. Immerhin verrät sie: „Bis zur geplanten Tiefe des Neubaus legen wir im Erdreich alle möglichen Dinge zur weiteren Überprüfung frei.“ Ihre ausweichenden weiteren Antworten lassen aber auch Rückschlüsse zu. „Gehrden ist ja im Ortskern schon sehr gründlich archäologisch untersucht worden – zuletzt vor dem Bau des Kirchhofquartiers“, sagt sie. Außerdem hätten schon wenige Meter weiter entfernt an der Alten Straße vor einem Neubauprojekt bereits Archäologen gearbeitet. Das sei gesetzlich vorgeschrieben und ein gewöhnliches Vorgehen. Mit unerwarteten historischen Überraschungen scheint die Expertin offenbar nicht zu rechnen. Laut Palka sollen die archäologischen Arbeiten noch bis zum 21. Oktober andauern.

Passanten erkundigen sich bei Archäologin Agathe Palka (Mitte) über die Ausgrabungsarbeiten. Quelle: Ingo Rodriguez

Unterdessen sind die Pläne für einen der beiden geplanten Neubauten schon auf der Internetseite der Wohnungsbaugesellschaft detailliert beschrieben – mit simulierten Ansichten und möglichen Wohnungsgrundrissen. Demnach sollen auf dem hinteren Teil des Grundstücks zum angrenzenden Heinrich-Hische-Weg auf drei Ebenen fünf Eigentumswohnungen entstehen – mit Balkonen und Terrassen, barrierefrei mit Fahrstuhl.

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