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Gehrden Kirchengemeinde will kleineren Neubau
Aus der Region Region Hannover Gehrden Kirchengemeinde will kleineren Neubau
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16:59 10.02.2015
Von Dirk Wirausky
Die Kirche sollt den Marktplatz dominieren und nicht ein Neubau. Das wünschen sich viele Bürger.
Die Kirche soll den Marktplatz dominieren und nicht ein Neubau. Das wünschen sich viele Bürger. Quelle: Kristoffer Finn
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Gehrden

„Erste Priorität für uns hätte der Erhalt des bestehenden Gebäudes“, sagt Pastor Wichard von Heyden. Da dies aber offenbar nicht möglich sei, „setzen wir uns dafür ein, das Neue möglichst gut zu gestalten“, sagt er.

Die Kirchengemeinde sei in einem längeren Verfahren gemeinsam mit der Eigentümerin und der Stadtverwaltung zu einem Entwurf gekommen, der ästhetisch ansprechend erscheine. „Als aber deutlich wurde, dass dieser Entwurf die Größe des bisherigen Hauses bei weitem übersteigt, haben wir unser Veto eingelegt“, sagt der Pastor.

Der Kirchenvorstand, der wegen der nötigen Grenzbebauung als Nachbar zustimmen muss, habe schon vorher die Maßgabe gesetzt, dass die Größe eines neuen Hauses sich am derzeit Bestehenden orientieren solle. Die Größe des geplanten Neubaus wird abgelehnt.

Als Gehrdener Bürger sei er persönlich aber der Ansicht, dass ein Ort wie Gehrden gut daran täte, alte Bausubstanz zu erhalten, meint von Heyden. Man bräuchte wahrscheinlich so etwas wie ein Bürgerbündnis für Gehrden, nicht als Partei, sondern als Grundhaltung. Zwar sei das Recht der Eigentümer grundsätzlich zu achten und zu schützen, gleichzeitig aber sehe das Grundgesetz eine Sozialbindung des Eigentums vor.

„Wenn wir unseren Ort auch für die Zukunft attraktiv, liebenswert und charaktervoll bewahren wollen, dann brauchen wir eine solche Bewegung, die Eigentümern und Politikern hilft, Lösungen für stadtbildprägende Bausubstanz zu finden“, sagt von Heyden.

Nach gegenwärtigem Sachstand soll das alte Fachwerkhaus am Steinweg abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zurzeit sind die Architekten dabei, den ursprünglichen Entwurf zu überarbeiten. Das geplante neue Wohn- und Geschäftshaus soll auf Wunsch der Ratspolitiker kleiner ausfallen.

Gegen die Abriss- und Neubaupläne für das Gebäude am Marktplatz haben sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Bürger gewehrt. Sie wollen das historische Fachwerkhaus in der Fußgängerzone erhalten.

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