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Gehrden Kein Platz auf dem Kunstrasen
Aus der Region Region Hannover Gehrden Kein Platz auf dem Kunstrasen
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00:15 29.05.2017
Von Dirk Wirausky
Vom Kunstrasenplatz des SV Gehrden profitieren andere städtische Vereine bislang nur selten. Quelle: Ingo Rodriguez
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Gehrden

Seit gut einem Jahr kann der neue Kunstrasenplatz auf der Bezirkssportanlage genutzt werden. Das Versprechen seitens der Stadt: Neben den Schulen sollen alle Vereine im Stadtgebiet die Möglichkeit haben, auf ihn zu spielen. Die Realität sieht anders aus, sagte Wilfried Quaß, Vorsitzender der SG Everloh-Ditterke. Bei den anderen städtischen Sportvereinen hat sich die Hoffnung zerschlagen, bei eigenen Engpässen auf die Gehrdener Anlage ausweichen zu dürfen.

„Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir ebenfalls auf dem Platz spielen können“, sagte er in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport. Das funktioniere nicht. Wenn überhaupt, dann würden nur sehr kurzfristige Angebote gemacht. „Zurzeit sind wir Bittsteller“, bemängelte Quaß die aktuelle Vergabepraxis. Sein Wunsch: Die Stadt solle mit den Vereinen Regelungen für verbindliche Spiel- und Trainingszeiten finden. Vor allem in den Monaten Februar bis April. „In dieser Zeit ist unsere Anlage auf Grund der Witterungsverhältnisse nicht immer bespielbar“, so Quaß.

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Rund 750 000 Euro hat die Stadt Gehrden investiert, um für den SV Gehrden auf der Bezirkssportanlage ein Allwetterspielfeld zu bauen – mit neuer Flutlichtanlage, hochwirksamer Drainage, neuen Toren und modernem Kunstfaserteppich. Vorausgegangen für die Realisierung des Projekts war ein Deal: Der SV Gehrden verzichtete auf eine im Neubaugebiet Großes Neddernholz gelegene Sporterweiterungsfläche – und damit auf den Bau eines dritten Sportplatzes.

Mit dem SV Gehrden hat die Stadt einen Nutzungsvertrag, in dem auch die Zuständigkeit über die Platzbelegung geregelt ist. Ein Umstand, den Quaß zumindest als unglücklich einordnet. „Es muss doch auch für anderen Sportvereine eine regelmäßige Nutzung des Kunstrasenplatzes möglich sein“, sagte er – auch wenn er verstehe, dass dies angesichts der zahlreichen Mannschaften des SV Gehrden nicht ganz einfach sei.

Wenn andere Fußballer aus dem Stadtgebiet auf dem Allwetterplatz spielen, müssen sie zudem eine Nutzungsgebühr in Höhe von 50 Euro zahlen – wegen zusätzlicher Kosten für Flutlicht, Platzwart und aufwendige Pflegemaßnahmen, die aber zweckgebunden auf einem Sonderkonto eingehen, sagte Fachbereichsleiter Ralf Geide. Die Politik will vermitteln: „Wie sollten eine Regelung finden, damit jeder Verein der Stadt von dem Kunstrasen profitiert“, sagte Heide Rath (CDU).