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Gehrden Delfi-Bad: Auch Neubau ist eine Variante
Aus der Region Region Hannover Gehrden Delfi-Bad: Auch Neubau ist eine Variante
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12:15 29.05.2017
Von Dirk Wirausky
Sprung ins Wasser: Zwischen 110000 und 120000 Badefreunde besuchen im Jahr das Delfi-Bad in Gehrden. Dennoch ist der Betrieb ein Zuschussgeschäft. Rund 700000 Euro müssen jährlich aus dem Stadtsäckel bezahlt werden. Quelle: Rodriguez
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Gehrden

Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel hat sich eine Menge Mühe gegeben und kaum ein Detail ausgelassen. Im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport hat er nun ein von der SPD gefordertes Konzept vorgestellt, wie das Delfi-Bad attraktiver gestaltet und kostengünstiger betrieben werden kann.

Die Quịntessenz der Ausführungen: Das Gehrdener Bad, das jährlich von mehr als 110000 Badefreunden besucht wird, müsse sich dem veränderten Freizeitverhalten anpassen, meint Demirel. Für ältere Menschen stehe die Gesundheit im Fokus, für Jugendliche und Familien eher "Spiel, Spaß und Schokolade", meint er. Zudem sei der Schul- und Vereinssport eine wichtiger Aspekt für Gehrden. Kurzum: Es seien viele Interessen zu berücksichtigen und Bedürfnisse zu kombinieren. 

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Varianten für die Zukunft: Sanierung und Modernisierung des Bades im Bestand, oder Abriss und Neubau. Zwar legte Demirel sich nicht explizit fest, doch: Aus seiner Sicht sei die wirtschaftlichste und zukunftsträchtigste Lösung der Neubau unter optimaler Nutzung des gesamten Geländes - nach dem Motto: investieren um zu sparen. 

Eines steht aus Sicht des Wirtschaftsförderers fest: Die Möglichkeiten, aktuell Einsparpotential zu finden, seien überschaubar. Und völlig unabhängig davon: Das Gebäude, die Technik, das Kassensystem und die Sprungturmanlage des mehr als 50 Jahre alten Bades müssten saniert werden. Allein diese Kosten bezifferte Demirel auf etwa 2,5 Millionen Euro. Die aus seiner Sicht zudem notwendige Umgestaltung des Foyers, des Kabinentrakts und der altmodischen Sauna, die nur noch von rund 500 Saunisten im Jahr besucht werde, schlage mit etwa 1,2 Millionen Euro zu Buche. In einem Zuge könnte überlegt werden, ob nicht auch der Außenbereich mit Kletterwand, neuer Rutsche und Beach-Soccer-Platz attraktiver gemacht werden könnte. Rund 110000 Euro veranschlagt Demirel dafür.

Ein Neubau, der allein schon aus energetischer Sicht günstiger sei, würde rund 10 Millionen Euro kosten. Demirels Idee, auf dem Gelände auch neue Parkplätze anzulegen und außerdem die laut Sportstättenbedarfsplan notwendige Mehrzweckhalle zu errichten, würde noch einmal rund 9 Millionen Euro kosten. Aufgrund der angespannten Haushaltslage dürften die Politiker diesem Modell kaum zustimmen.

"Doch wie lange können wir es uns leisten, das Bad mit jährlich 700000 Euro zu subventionieren", fragt Klaus Dörffer (CDU). Für Hilmar Rump (FDP) dagegen steht fest: Es sei vollkommen überflüssig, sich mit einem Neubau zu befassen. "Wir müssen das, was wir haben, am Laufen halten und die Kosten drücken", fordert er. Das Papier von Demirel wird nun in den Fraktionen beraten. Es wird spannend sein, welches Zukunftsmodell dort gefunden wird.  

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