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Hemmingen Ärztlicher Rat: „Mach das, so lange es geht“
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Ärztlicher Rat: „Mach das, so lange es geht“
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18:11 24.07.2019
Auf der Anlage der SV Arnum trainiert Alfred Reese für sein 52. Deutsches Sportabzeichen. Quelle: Torsten Lippelt
Arnum/Hemmingen

Altersgerechter Sport trägt zur eigenen Gesundheit bei. Eine gute Möglichkeit dazu bietet das seit 1913 verliehene Deutsche Sportabzeichen. Auf dem Sportplatz der SV Arnum ist donnerstags abends aktuell der 83-jährige Alfred Reese dabei, dafür erneut, wie in den Vorjahren, die sportlichen Anforderungen für seine Altersklasse zu erfüllen. Im Februar 2019 erst war er im benachbarten Vereinsheim für sein letztes Sportabzeichen geehrt worden – damals sein 51. – nun also trainiert er für das 52.

„Mein Arzt hat mir gesagt: Mach das, so lange es geht. Das tut deiner Gesundheit gut“, begründet der Ihme-Rolovener, was ihn dabei antreibt – trotz aktueller Knieprobleme. Und läuft trotzdem geschmeidig auf der 30-Meter-Strecke der Aschenbahn los, als Anja Postler, die SV-Arnum-Leichtathletikspartenleiterin, mit lautem Klacken dafür ihre Startklappe betätigt.

Ausdauer, Koordination, Kraft und Schnelligkeit

Die zu erbringenden Leistungen orientieren sich stets an den motorischen Aspekten Ausdauer und Koordination, Kraft und Schnelligkeit. So kann im Bereich Ausdauer mit altersgerechten Anforderungen über 3.000 oder 10.000 Meter gelaufen werden, 7,5 Kilometer gewalkt oder 20 Kilometer mit dem Rad gefahren werden. Im Angebot bei der Koordination sind Hoch- und Weitsprung, Schleuderball werfen, Seilspringen und Geräteturnen. Während es bei Kraft vor allem um die Schnellkraft bei Medizinball, Kugel- und Steinstoßen geht beziehungsweise um den Standweitsprung, sind beim Thema Schnelligkeit Laufen (30, 50 oder 100 Meter), 25 Meter Schwimmen oder 200 Meter Radfahren bei fliegendem Start gefordert. Alles im Sinne der DOSB-Sportidee: „Der Weg ist das Ziel!“ Schwimmen ist eine darüber hinaus immer geforderte Fertigkeit für das Sportabzeichen.

„Meine Kondition bleibt so altersgerecht erhalten – da habe ich keinerlei Probleme mit“, gibt Alfred Reese allen Interessierten Tipps mit fürs Trainieren. „Vor den Abnahmen ist es wichtig, sich zu dehnen und zu strecken. Und beim Lauftraining muss man sich nebenbei noch unterhalten können. Nicht, dass man durch Überanstrengung in eine anaerobe Phase mit Sauerstoffmangel kommt.“

Bis auf Nordic Walking und die 200 Meter Radfahren mit dem fliegenden Start hat er seine anderen Prüfungen für das 2019er-Abzeichen bereits wieder abgelegt. „Anstrengend ist das Nordic Walking schon“, blickt Alfred Reese dabei auf die letzten Jahre zurück. Die 7,5 Kilometer auf mehreren Runden im nahe gelegenen Bürgerholz hat er zuletzt in knapp 67 Minuten zurückgelegt.

Auf der Anlage der SV Arnum trainiert Alfred Reese für sein 52. Deutsches Sportabzeichen. Quelle: Torsten Lippelt

Der sportliche Senior bleibt beim Training dabei der SV Arnum treu – auch wenn er dort gar kein Vereinsmitglied ist. „Das benachbarte Freibad war die einzige Möglichkeit für mich, Schwimmen auf Zeit zu erfüllen, als das noch erforderlich war. Im Annabad und bei Aegir waren damals nur Betreuer, die unfreundlich und wenig motivierend waren.“

Der 91-jährige Günter Siebert – der im Frühjahr als SV-Mitglied selbst für sein inzwischen 47. Sportabzeichen geehrt wurde - hatte zu ihm Anfang der Neunzigerjahre gesagt: „Komm doch zu uns nach Arnum!“

„Das sind hier alles liebe und freundliche Leute – von den ehrenamtlichen Betreuerinnen bis hin zum Vorsitzenden Harald Gries, der Sportler anzusprechen weiß. Das zeichnet den Verein aus“, sagt Reese und blickt zufrieden über seine Entscheidung zurück auf die vergangenen Jahrzehnte.

Alfred Reese ist auch im Nabu aktiv

Erst mit 32 Jahren hatte der damals in Ahlem wohnhafte Diplom-Ingenieur begonnen, mit Laufen gegen sein steigendes Körpergewicht anzukämpfen. Dabei steigerte er sich in den Siebziger- und Achtzigerjahren bis hin zu 50- und 100- Kilometer-Läufen neben dem Sportabzeichen, bei dem er auch zukünftig weitermachen will. Nur selber als Sportabzeichen-Prüfer aktiv zu werden, kommt ihm nicht in den Sinn. „Ich habe zuviel bei uns beim Naturschutzbund (Nabu) zu tun.“

Im Jahr 2018 haben laut Statistik des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bundesweit rund 794.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis ins hohe Alter die Anforderungen für das Sportabzeichen erfüllt. In Niedersachsen waren es fast 122.000 von sechs bis unter 100 Jahren. Darunter waren 8900 im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, 5000 zwischen 60 und 69, 3700 zwischen 70 und 79 Jahren und sogar noch über 900 Teilnehmer im Alter von 80- bis 89-Jährige sowie 14 über 90-Jährige.

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Hier kann fürs Sportabzeichen trainiert werden

Im Stadtgebiet Hemmingen kann für das Deutsche Sportabzeichen bei folgenden Vereinen trainiert werden:

SV Arnum, Sportplatz Hiddestorfer Straße 25, bis Ende September, jeweils donnerstags, von 18 bis 19 Uhr. Ansprechpartner ist Elke Guth, Telefon (0 51 01) 44 33, E-Mail: el.guth@gmx.de 

SC Hemmingen, Sportplatz Hohe Bünte, bis Ende Oktober 2019 jeweils mittwochs, von 17 bis 19 Uhr. Ansprechpartner sind Horst Hilbich, Telefon (0511) 42 52 77, E-Mail: hilbich.hemmingen@t-online.de und Jürgen Heine, Telefon (0511) 42 67 24.

Von Torsten Lippelt

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