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Hemmingen Stadt will Bodenpreis für Fläche 60 einfrieren
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Stadt will Bodenpreis für Fläche 60 einfrieren
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17:03 07.11.2019
Die sogenannte Fläche 60 in Hemmingen-Westerfeld. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen-Westerfeld

Bei der sogenannten Fläche 60 will die Stadt Hemmingen jetzt Nägel mit Köpfen machen. Mit den insgesamt sechs Eigentümern des Geländes an der B3 gegenüber der geplanten Stadtbahn-Endhaltestelle in Hemmingen-Westerfeld ist die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben seit Jahren im Gespräch. Doch bislang sei erst ein Grundstück verkauft worden.

Nun schlägt die Verwaltung eine, wie es im Amtsdeutsch heißt, städtebauliche Entwicklungsmaßnahme vor. Das lässt das Baugesetzbuch zu und bedeutet, dass die Stadt das Gebiet überplanen kann und – verkürzt formuliert – nicht auf alles und jeden Rücksicht nehmen muss. Hilft alles nichts, droht sogar eine Enteignung. Zudem soll der Bodenpreis, ermittelt vom Gutachterausschuss des Katasteramtes, zu einem bestimmten Zeitpunkt eingefroren werden. Für Untersuchungen für die Entwicklungsmaßnahme, so schlägt es die Verwaltung vor, soll die Stadt nächstes Jahr 50.000 Euro ausgeben.

Dudler-Bau an der B3 geplant

Die Fläche 60 umfasst etwa zehn Hektar, ist also etwa so groß wie sieben Fußballfelder. Das Areal spielt nicht nur wegen der Nähe zur Stadtbahn eine wichtige Rolle, die ab Ende 2023 fahren soll. Nur wenige hundert Meter – an der B3/Ecke Weetzener Landstraße – soll ein mehrstöckiges Gebäudeensemble nach den Plänen des Architekten Max Dudler entstehen und damit Hunderte von neuen Arbeitsplätzen.

Wie es auf der Fläche 60 weitergehen soll, darüber diskutiert der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstag, 14. November. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld. Das letzte Wort hat der Rat, der am 28. November öffentlich tagt.

Alfred-Bentz-Straße soll verlängert werden

Die Verwaltung verweist in einer Ratsvorlage auf ein Wohnraumkonzept der Region Hannover. Demnach wären in Hemmingen bis zum Jahr 2025 rund 400 neue Wohneinheiten zu schaffen. Das können Wohnungen, aber auch Einfamilienhäuser sein. Eine Variante für die Fläche 60 sieht vor, dort rund 200 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zu schaffen sowie weitere 80 Einfamilienhäuser. Auf der Fläche 60 könnte aber auch ein Kindergarten entstehen. Kleingewerbe, Dienstleister und Mediziner sollen sich dort ebenfalls niederlassen.

Darüber hinaus soll die Alfred-Bentz-Straße bis zur bestehenden B3 verlängert werden und somit durch das neue Baugebiet führen. Die verlängerte Strecke soll auch die Weetzener Landstraße entlasten, jene Straße, auf der nach der Bundesstraße 3 im Stadtgebiet am meisten Verkehr ist.

Fraktionen uneins über Gestaltung der Fläche 60

Die Verwaltung betont, dass durch die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme noch nicht vorweggenommen wird, was genau in dem Baugebiet entstehen soll. Die Meinungen in den Ratsfraktionen gehen darüber auseinander. Die Bündnisgrünen fordern eine, wie sie es nennen, „angemessene Dichte“ vieler Häuser mit drei bis vier Stockwerken und untergeordnet auch Einfamilienhäuser, was die SPD/CDU-Ratskoalition und Die Unabhängigen Hemminger (DUH) ablehnen. Im Flächennutzungsplan, er regelt die Stadtentwicklung im Groben, ist das Gelände als Wohn- und als gemischte Baufläche ausgewiesen.

Andere Beispiele für Entwicklungsmaßnahmen

Auch andernorts in der Region Hannover wird über städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen diskutiert, zum Beispiel in Hannover-Stöcken. Ein Baugebiet soll dort entstehen, wo sich viele Anwohner der Schwarzen Heide nach der Arbeit und an den Wochenenden erholen.

In Seelze hatte vor vielen Jahren eine Familie – stellvertretend für etwa 15 Eigentümer – auf ihre Eigentumsrechte gepocht und gegen das Vorgehen der Stadt geklagt. Der Fall ging sogar vors Bundesverwaltungsgericht. Dieses entschied, dass die Stadt das Instrument für das Wohngebiet am Kanal korrekt angewandt hat.

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Von Andreas Zimmer

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