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Hemmingen Donna Clara: Mehr Prävention soll häusliche Gewalt verhindern
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Donna Clara: Mehr Prävention soll häusliche Gewalt verhindern
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19:30 02.09.2019
In allen Hemminger Stadtteilen gibt es häusliche Gewalt. Quelle: epd (Symbolfoto)
Hemmingen/Laatzen/Pattensen

Es soll gar nicht erst in häuslicher Gewalt münden: Die Frauenberatungsstelle Donna Clara möchte mehr auf Prävention setzen. „Wir wollen die Frauen schon bei Partnerschaftskonflikten erreichen“, erläutert Geschäftsführerin Susanne Schütte.

Grundsätzlich begrüßenswert, meinen die Hemminger Ratsfraktionen, doch mit einem erhöhten Zuschuss – ab Januar 2020 soll es eine zusätzliche Stelle geben –hadern sie. Die Abstimmung ist daher noch nicht erfolgt. Jährlich soll Hemmingen etwa 15.500 Euro zahlen, das wären rund 12.000 Euro mehr als bisher.

Flächendeckend Frauenberatungsstellen

Die Hemminger Gleichstellungsbeauftragte Diana Sandvoß erklärt: „Die Region Hannover möchte keine schwarzen Flecken mehr auf der Landkarte.“ Ab 2020 soll es flächendeckend Beratungsangebote für Frauen geben - mit einheitlichem Standard und einheitlicher Finanzierung. Hemmingen gehört mit Laatzen und Pattensen zur Teilregion Süd. Donna Clara ist bereits in allen drei Städten mit insgesamt drei Mitarbeiterinnen auf zwei vollen Stellen tätig. Davon ist eine halbe Stelle für Hemmingen vorgesehen. Auch Laatzen und Pattensen sollen mehr zahlen, doch die Beratung in den Ausschüssen dort steht noch aus.

Dass Hemmingen eine Teilregion mit Laatzen bildet, verwunderte Jens Beismann (SPD), Vorsitzender des Hemminger Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend, Senioren und Integration in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Schließlich seien die Linienbusverbindungen von Hemmingen nach Laatzen und zurück „subsuboptimal“. Beismann mutmaßte, dass viele Hemmingerinnen eher die Beratungsstelle Violetta im nahe gelegenen Hannover aufsuchen würden.

Hemmingerinnen suchen Donna Clara auf

Dennoch scheint der Weg zur Beratungsstelle Donna Clara an der Hildesheimer Straße in Laatzen für die Frauen kein Problem zu sein. Insgesamt etwa 95 Gespräche mit rund 30 Hemmingerinnen hat es 2018 im Laatzener Büro gegeben und nur eines in einem städtischen Raum in Hemmingen. Diana Sandvoß erklärte: „Die Frauen scheuen den Gang ins Rathaus in ihrer Heimatstadt, wo sie vielleicht Nachbarn sehen könnten.“ Seit drei Jahren zahlt die Stadt Hemmingen einen Zuschuss an Donna Clara.

Susanne Schütte betonte: „Frauen brauchen mehr als die Einzelberatung. Der Austausch ist wichtig. Denn wer von Gewalt betroffen ist, zieht sich zurück. Viele Frauen kommen zu unseren Angeboten wie Vorträge und dann erst in die Beratung.“

Digitale Gewalt wie Doxing nimmt zu

Die Beratungsstelle hält auch Kontakt zu anderen Organisationen. Silvia Eckstein, Beraterin auch in Hemmingen, sagte, in Hemmingen sei Donna Clara schon vielfach vernetzt, zum Beispiel mit dem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt und mit dem Netzwerk Kinderchancen. „Doch wir können uns Kooperationen unter anderem mit Kitas, Sportvereinen, dem Jugend-Kultur-Haus und der KGS vorstellen.“

Einer der Gründe ist: „In Teenagerbeziehungen gibt es immer mehr Gewalt.“ Hinzu kämen neue Formen von Gewalt wie die digitale. Beim sogenannten Doxing zum Beispiel werden persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Chatverläufe gesammelt und damit gedroht, sie im Internet zu veröffentlichen, um die Opfer bloß zu stellen.

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