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Hemmingen Nabu beklagt Formalien beim Krötenschutz
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Nabu beklagt Formalien beim Krötenschutz
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18:22 26.02.2019
Eine Kröte wird durch den Schutzzaun an der Straße zwischen Devese und Ohlendorf gestoppt. Sie wäre sonst von Autoreifen erfasst worden. Quelle: Andreas Zimmer (Archiv)
Devese/Ohlendorf

Bereits seit Tagen wandern die Kröten über die Kreisstraße 225 südlich von Devese. Nachdem in der vergangenen Woche viele von ihnen den Tod auf der Straße fanden, weil der übliche Schutzzaun noch nicht aufgestellt ist, versuchen Vertreter vom Naturschutzbund (Nabu) und der Region Hannover nun zu erörtern, wie es zu der Verzögerung kam.

Üblicherweise läuft es so: Um den Zaun sicher aufstellen zu können, müssen Warnschilder und Sicherheitsbaken den Straßenabschnitt markieren und absichern. Das erledigt die Straßenmeisterei auf Anordnung der Region Hannover als Verkehrsbehörde. Laut Inge Scherber vom Nabu wurde das bisher unbürokratisch geregelt, die Anordnung innerhalb eines Tages erteilt. Diesmal habe sie ein dreiseitiges Formular ausfüllen müssen mit der Aussicht auf eine Bearbeitungszeit von 14 Tagen. Das führte dazu, dass der eigentlich geplante Termin am 15. Februar für das Aufstellen des Krötenzauns nicht mehr zu halten war und für den 1. März neu geplant werden musste. „Aber die Kröten richten sich nicht nach dem Terminkalender“, sagt Scherber. Bei fünf Grad und Feuchtigkeit beginnen sie ihre Laichwanderung, eben in der vergangenen Woche. Und ohne den Zaun schafften es viele der Amphibien nicht über die Fahrbahn, ohne von Autos überfahren zu werden.

Schutzzaun soll diese Woche aufgestellt werden

Bei der Region heißt es dagegen, das Formular sei nicht neu. Zwar habe das ganze Verfahren vorher kürzere Wege genommen, aber nur, weil sich die Straßenmeisterei von sich aus darum gekümmert habe. Das laufe nun anders, und weil mit Envipro aus Pattensen eine Fremdfirma den Krötenschutzzaum aufstelle, müsse die Genehmigung mit dem ohnehin üblichen Formular erteilt werden. Carmen Pförtner, Sprecherin der Region, betont, dass die Behörde den Bearbeitungszeitraum von 14 Tagen gar nicht ausgeschöpft habe. Der zuständige Fachbereich Verkehr sei sowieso sensibel bei dem Thema Krötenwanderung, und auch die Genehmigung sei bereits Anfang vergangener Woche erteilt worden – auf den vom Nabu beantragten Termin am 1. März. An diesem Tag soll nun tatsächlich der Schutzzaun aufgebaut werden, entlang der Kreisstraße zwischen Devese und dem Café Webstuhl in Ohlendorf.

Ebenfalls in dieser Woche wird Scherber zufolge ein weiterer Schutzzaun aufgebaut: an der B-Ortsumgehung. Eine Firma kümmere sich dann darum, die dortigen Kröten einzusammeln und zu den Laichplätzen zu bringen.

Die Straßenmeisterei unterstützt die Aktion nur noch in diesem Jahr. Man habe dem Nabu mitgeteilt, dass sich der Verein künftig um „fachkundiges Personal“ kümmern müsse, sagt Scherber. Unklar sei, wer die Kosten dafür übernimmt – und ob die Baustelle im nächsten Jahr überhaupt noch steht. Nach der geplanten Verkehrsfreigabe auf der B3-Ortsumgehung, geplant für Ende September, soll die Kreisstraße 225 zum Wirtschaftsweg zurückgebaut werden. Sollte das doch länger dauern als bis zum Frühjahr 2020, schlägt der Nabu eine Schranke vor, die die Strecke während der Krötenwanderung absperrt. Mit der neuen B3 werden es die Amphibien viel leichter haben: Sie bekommen eigene Tunnel zum Unterqueren.

Von Katharina Kutsche und Andreas Zimmer

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