Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hemmingen Debatte um Neubaugebiete: Wie urban soll Hemmingen werden?
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Debatte um Neubaugebiete: Wie urban soll Hemmingen werden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:07 16.08.2019
Das ist die sogenannte Fläche 60 in Hemmingen-Westerfeld. Quelle: Andreas Zimmer
Anzeige
Hemmingen

Bei den geplanten Neubaugebieten in Hemmingen driften die Meinungen der Ratsfraktionen auseinander. Konkret geht es um die sogenannte Fläche 60 an der B3 beim Gartencenter Glende in Hemmingen-Westerfeld sowie um das Gebiet Arnum-West in der Verlängerung der Bockstraße.

Kontroverse um Fläche 60 und Arnum-West

Bei der Fläche 60 wollen die Grünen eine „angemessene Dichte“ vieler Häuser mit drei bis vier Stockwerken und untergeordnet auch Einfamilienhäuser, was die SPD/CDU-Ratskoalition und Die Unabhängigen Hemminger (DUH) ablehnen. Sie fordern eine „maßvolle Verdichtung“ mit einer Mischung vom Einfamilien- bis zum mehrstöckigen Wohnhaus in unterschiedlichen Preissegmenten. Für Arnum-West möchten die Grünen, dass vor dem ersten Spatenstich geklärt ist, dass dort ein Bus verkehrt. SPD/CDU und DUH jedoch warnen, das Neubaugebiet von einer Busanbindung abhängig zu machen. Für die Neubaugebiete gibt es noch keine konkreten Zeitpläne.

CDU-Fraktionschef Ulff Konze mahnte am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, die Fläche 60 – gegenüber wird die Endhaltestelle der Stadtbahn entstehen – dürfe „kein Endhaltepunkt mit sozialen Schwierigkeiten“ werden. Ulrike Roth (Grüne) widersprach: „Keiner will Hemmingen zum sozialen Brennpunkt machen. Drei bis vier Geschosse gibt es schon an vielen Stellen in Hemmingen, und die Leute fühlen sich dort wohl.“ Roth forderte, auf der Fläche 60 müsse viel Wohnraum entstehen, damit die neue Stadtbahn gut genutzt werde. „Durch die Stadtbahn wird Hemmingen-Westerfeld urbaner.“ Hinzu käme das nahe gelegene, geplante Büroensemble, der sogenannte Dudler-Bau, mit deutlich mehr als vier Stockwerken. „Das alles schreit nach einem Masterplan für die Fläche 60 und nicht erst, wenn der Bebauungsplan auf dem Tisch liegt.“

Muss die Grenze zu Hannover sichtbar bleiben?

Das sieht Hanspeter Michel (SPD) anders. Statt die Bauleitplanung vorwegzunehmen, sollte zum Beispiel die Zahl der Etagen noch offenbleiben, sagte er. Konze verwies auf „Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die zeigen, dass sich der Charakter von Hemmingen nicht verschieben sollte“. Oder anders ausgedrückt: „Wir wollen kein Stadtteil von Hannover werden.“ Aus der Luft betrachtet müsse klar erkennbar bleiben, wo Hemmingen endet und wo Hannover anfängt. Da hakte Joachim Steinmetz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ein: „Ich habe das Gefühl, Sie haben sich eingerichtet.“ Einfamilienhaus mit Doppelgarage: Das klinge ihm zu sehr nach Schlafstadt, sagte Steinmetz. Konze wies den „Vorwurf der Monokultur“ – auch im Namen des Koalitionspartners SPD – zurück und bezeichnete Steinmetzs Äußerung als „unsachlichen Beitrag“. Roth entgegnete, es sei genauso unsachlich, den Grünen vorzuwerfen, sie würden die Fläche 60 mit Hochhäusern „zuklatschen“. Kathrin Heise (DUH) sagte, die Zeit der Stadt im Grünen ende. „Durch B3-Umgehung und Stadtbahn wird sich Hemmingen verändern.“ Hinzu komme, dass man sich durch eine Stadtbahn auch Menschen „reinholt“.

Busanbindung zur Bockstraße umstritten

Bei der Diskussion um Arnum-West kamen die Fraktionen ebenfalls auf keinen gemeinsamen Nenner. Roth sagte, ein Neubaugebiet, dessen Bewohner rund 1000 Meter bis zur Ortsdurchfahrt laufen müssten, um dort in einen Linienbus zu steigen, sei unattraktiv. Konze entgegnete, dies sei nicht für jeden optimal. „Das stimmt. Aber wir können auch nicht warten, bis es das für jeden ist.“ So sei zum Beispiel denkbar, „mit Kleinbussen nachzusteuern“. Dirk Fahlbusch (SPD) regte an, den Investor zu verpflichten vorübergehend in Busse zu investieren. Konze fügte an die Grünen gerichtet hinzu: „Das Auto ist nicht böse.“ Es gebe auch klimafreundliche Alternativen wie beispielsweise Hybrid-Autos. „Das Auto wird weiter eine Rolle spielen.“ Roth empörte sich: „Diese Schwarz-Weiß-Malerei geht mir gegen den Strich.“ Die Forderung nach einer Busanbindung bedeute doch nicht, dass niemand mehr Auto fahren soll. „Es geht doch darum, das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen.“

Die Debatten hingen mit dem Zukunftspapier zusammen, wie Hemmingen im Jahr 2030 aussehen soll. Der Ausschuss hat dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) mehrheitlich zugestimmt. Das ISEK soll am 19. September im Rat beschlossen werden.

Lesen Sie auch:

Quiz: Wie fit sind Sie beim Thema ISEK?

Stadtentwicklung bis 2030: Zu wenig Wohnungen in Hemmingen

Von Andreas Zimmer

Polka, irische Klänge und Hits wie „Sound of Silence“: Ein bunter Klangteppich hat am Donnerstagabend über dem Rathausplatz in Hemmingen-Westerfeld geschwebt. Erstmals probten dort mehr als 100 Mitglieder von Feuerwehrmusikzügen aus der Region.

16.08.2019

Die Ferien sind zu Ende, und die Musikschule wartet noch immer dringend darauf, dass ihre Telefon- und Internetleitung freischaltet werden. Das Büro ist jetzt in der früheren Hausmeisterwohnung der KGS.

16.08.2019

Ohne Megafon war nichts zu machen. Jahrelang musste der Bademeister im Hemminger Strandbad damit an den Rand des Badesees gehen, damit ihn jene hören können, die gerade im Wasser sind. Diesen Weg kann er sich jetzt sparen.

15.08.2019