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Hemmingen Letzte Winterkirche in Hiddestorf?
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Letzte Winterkirche in Hiddestorf?
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00:18 04.03.2019
Pastor Richard Gnügge steht in der leeren Nikolaikirche. Quelle: Tobias Lehmann
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Hiddestorf

Zurzeit steht die Nikolaikirche in Hiddestorf komplett leer. „Beim diesjährigen Neujahrsempfang haben wir sämtliche Bänke in die Scheune eines Nachbarn getragen“, sagt Pastor Richard Gnügge. Der Grund: In die Kirche wird eine neue Heizung eingebaut. Anschließend sollen die Wände frisch gestrichen werden. Die alte Heizungsanlage stammt noch aus dem Jahr 1965. „Sie hat bereits seit Jahren Probleme gemacht. Am Ende ließ sie sich gar nicht mehr ausschalten und hat durchgeheizt“, sagt Gnügge.

Die neue Heizung für die mehr als 800 Jahre alte Kirche kostet rund 80.000 Euro. „Das konnte die Gemeinde nicht tragen“, sagte Gnügge. Er sei deshalb sehr froh, dass die Landeskirche und der Kirchenkreis Laatzen-Springe, zu dem auch Hemmingen gehört, die Kosten übernehmen. Mit der neuen Heizung wird auch ein klimaregulierendes System installiert, das die hohe Luftfeuchtigkeit in dem Gebäude ausgleichen soll. „Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Wände neu gestrichen. Die Kosten trägt die Gemeinde“, sagt der Pastor. Nötig seien auch kleinere Reparaturarbeiten an der Orgel, die ebenfalls in den nächsten Wochen erledigt werden sollen.

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Während der Arbeiten werden die Gottesdienste in der Winterkirche im Gemeindezentrum gehalten. Die Winterkirche wurde bereits 2015 eingeführt. Doch dieses Jahr wird möglicherweise das letzte Mal sein. „Wenn wir in der Kirche wieder vernünftig heizen können, müssen wir auch nicht mehr auf das Gemeindezentrum ausweichen. Ich gehe davon aus, dass wir es 2020 in der Kirche probieren werden“, sagt er.

In den vergangenen Jahren wurde auch während der Winterkirche für besondere Anlässe wie etwa Taufen die Kirche genutzt. Das ist dieses Jahr aufgrund der Renovierungsarbeiten nicht möglich. „Es hat sich dann auch niemand dafür angemeldet“, sagt Gnügge. Dafür dürfen sich die Eltern freuen, ihre Kinder ab Sonntag, 13. April, in einer frisch renovierten Kirche taufen zu lassen. An dem Tag soll der erste reguläre Gottesdienst wieder in der Kirche sein. „Bis dahin müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das sollte innerhalb von zwei Monaten auch zu schaffen sein“, sagt Gnügge.

Von Tobias Lehmann