Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hemmingen Schutz oder Sperre? Vorerst kein Wildschutzzaun an der Umgehungsstraße
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Schutz oder Sperre? Vorerst kein Wildschutzzaun an der Umgehungsstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:09 14.10.2019
An der noch im Bau befindlichen neuen Bundesstraße ( hier in Höhe Arnum) wird es keinen Wildschutzzaun geben. Quelle: Thomas Böger
Arnum/Devese

Schon im Planfeststellungsbeschluss für die neue Trasse der Bundesstraße 3 von 2004 waren keine Wildschutzzäune in Hemmingen vorgesehen, wie Marc Oliver Meng von der Landesbehörde für Straßenbau bestätigt. Es sei damals entschieden worden, Schutzmaßnahmen erst dann zu ergreifen, wenn „sich nach der Verkehrsfreigabe vermehrt Wildunfälle ereignen sollten“, wie Meng der Arnumer Rechtsanwältin Ines Pfeiffer auf deren Anfrage hin jetzt mitteilte.

Rehe laufen schon über die neue Trasse

Sie hatte wie andere Spaziergänger auch beobachtet, dass Rehe über die zum Teil bereits asphaltierte Straße gelaufen seien. „Dass man erst handelt, wenn etwas passiert ist, halte ich für völlig verkehrt“, empörte sich Pfeiffer in ihrer Antwort und verwies auf die Ortsumgehung von Pattensen, wo Wildschutzzäune vorhanden seien. Bei dem großen finanziellen Aufwand für die Umgehung „sollte es doch wohl möglich sein, einen Zaun entlang der neuen Straße zu ziehen, der Menschen und Tiere schützt und bereits entlang vieler Autobahnen eine Selbstverständlichkeit ist“, schrieb Pfeiffer an die Straßenbaubehörde.

Die führte danach noch einmal Gespräche mit der Jägerschaft, die dabei den Wunsch geäußert habe, auf einen Zaun – zumindest vorerst – zu verzichten, erklärte Meng jetzt auf Nachfrage. Das bestätigt Werner Burose, Vorsitzender der Jägerschaft Hannover-Land, ebenso wie Uwe Völksen, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Devese. „Wir wissen nicht, wo das Wild versuchen wird, die neue Straße zu überqueren“, sagt Burose. Man wolle deshalb abwarten und „sehen, wie sich die Wechsel entwickeln“, erklärt Völksen, denn ein Zaun würde vielen Tieren einen Teil ihres bisherigen Lebensraums versperren.

Beide Jäger bestätigen, dass sich Wildtiere oft lange an einmal eingeschlagene Wege halten. „Aber wir wissen nicht, ob sie sich nicht wegen der Bauarbeiten bereits andere Wege gesucht haben“, sagt Völksen. Deshalb könne man zurzeit auch gar nicht entscheiden, wo ein Zaun anfangen müsse und wo er aufhören könne. Außerdem würden sich an den Enden Zwangswechsel bilden, „und dann haben wir da die Unfälle“, fürchtet der Deveser.

Wildschweine wühlen sich unter Zaun durch

Außerdem bezweifelt er die Wirksamkeit der Zäune zumindest für manche Tieren. Wildschweine etwa hätten sich schon darunter durchgewühlt, und Füchse oder Katzen könnten sie überklettern. Wenn man einen sichereren Schutz wolle, müsse man konsequenterweise Wildwechselbrücken über die Straße bauen, „aber das würde teuer“, meint Völksen.

Er verweist darauf, dass in den vergangenen Jahren schon erfolgreich verschiedene Maßnahmen gegen Wildunfälle ergriffen worden seien. So wurden beispielsweise einige Strecken mit blauen Reflektoren an den Leitpfosten ausgestattet, die die Tiere abschrecken sollen. Außerdem habe er im Hemminger Stadtgebiet mehrere Warnschilder aufgestellt, die doppelt so groß seien wie die üblichen, berichtet Völksen. Nach seiner Beobachtung sei die Zahl der Unfälle auch schon zurückgegangen und Menschen seien dabei nicht zu Schaden gekommen.

Lesen Sie dazu auch:

Eine Bürgerinitiative hat zusätzliche Leitplanken durchgesetzt

Von Thomas Böger

Mit virtuos gesungenen Popsongs und modernen Sound-Effekten hat jetzt Männersache aus Osnabrück im bauhof Hemmingen überzeugt. Das Quartett brachte die Zuhörer zum Mitsingen und sogar zum Tanzen.

14.10.2019

Das bauhof-Publikum konnte sich am Freitagabend auf eine Premiere freuen: Zum ersten Mal waren die Zucchini Sistaz zu Gast im Bauhof. Die 100 Besucher erlebten einen Abend mit Bigband-Klassikern, klassischen und „Gedöns“-Instrumenten – sowie viel Witz.

13.10.2019

Eigentlich wollte die Hemmingerin Carola Nordmeyer-Frank Lehrerin werden – doch sie fand damals, vor 30 Jahren, keinen Job. Daraufhin gründete sie die Firma Rumpelspielchen, mit der sie inzwischen bundesweit Feste mit Spielkonzepten, Karussells und Hüpfburgen beschickt.

13.10.2019