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Hemmingen Bürgermeister Claus Schacht im Interview
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Bürgermeister Claus Schacht im Interview
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00:15 31.12.2018
Für Bürgermeister Claus Schacht (links) eines der Beispiele, warum 2018 für Hemmingen ein gutes Jahr war: die Grundsteinlegung für das neue Feuerwehrgerätehaus in Arnum im August. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen

Hemmingen 2018: Wie bewertet Bürgermeister Claus Schacht die vergangenen zwölf Monate? Von der B3-Ortsumgehung über den Dudler-Bau bis zur Dorfküche Hiddestorf: Es gibt reichlich Themen. Redakteur Andreas Zimmer hat mit dem Verwaltungschef aber auch über die Zukunft wie die Fläche 60 mit einem möglichen Haus der Bildung gesprochen.

War 2018 ein gutes Jahr für die Stadt Hemmingen?

Ja, es gab eine erfreuliche und spürbare Entwicklung für die Stadt. Dafür gibt es viele Beispiele. Nehmen wir die im August eingeführte offene Ganztagsgrundschule. Sie wurde heftig diskutiert, und es ist für alle eine Herausforderung gewesen, aber der Start war dann doch erfolgreich. Es gibt viel positives Feedback von den Eltern. Es gibt auch noch extrem viel zu tun, ich will das nicht unterschlagen. Wir werden die Zeit nutzen, um alles fein zu justieren. Ich hoffe, dass künftig mehr Landesmittel fließen werden.

Gab es einen Höhepunkt?

En masse. Ich nenne mal die Fläche 60, also das Gebiet an der B3 neben dem Pflanzenparadies Glende. Die Stadt hat dort eine zentrale Fläche für eine Schlüsselrolle erworben. Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Verhandlungen.

Gibt es weitere Beispiele für 2018?

Das Forum in der KGS ist saniert. Die Technologie dort ist vom Besten. Der Campus wird 2019 abgeschlossen. Außerdem die gute Entwicklung in Arnum: Das dortige Mehrgenerationengebiet ist fertig und toll geworden. Es herrscht eine hohe Zufriedenheit bei den Bewohnern. Auf dem Gelände des neuen Kindergartens an der Weetzener Landstraße in Hemmingen-Westerfeld stehen schon die ersten Spielgeräte. Wir haben den Grundstein für das neue Arnumer Feuerwehrgerätehaus gelegt. Die Planungen für das gemeinsame Gerätehaus der Ortsfeuerwehren Hemmingen-Westerfeld und Wilkenburg gehen voran. Und für den Umbau des Gerätehauses in Harkenbleck gibt es endlich eine Lösung, die lange Zeit nicht in Sicht war. An der B3 in Arnum wird ein Edeka-Markt gebaut und gegenüber entstehen bezahlbare Wohnungen für Senioren mit einer Sozialstation. Die Seniorensprechstunden und das, was zum Beispiel mit dem Handy-Training daraus erwachsen ist. Mir fällt da noch vieles mehr ein. Alles in allem war es ein Jahr des Erntens, nein, wir haben erst begonnen zu ernten.

Die Fachausschüsse haben aber auch vieles auf 2019 vertagt: das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) 2030 und den Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2030, um zwei Beispiele zu nennen. Wie sieht das die Verwaltung?

Wir haben keinen Mangel an Arbeit. Sie sprechen das ISEK und den VEP an. Hier werden wichtige Grundlagen gelegt. Beides ist im Prozess. Hinzu kommt das Städtebauliche Konzept für Arnum-Mitte. Nach Verlegung der Ortsdurchfahrt wird es hier gravierende positive Entwicklungen geben. Das Teil-ISEK für Arnum aber muss wegen bestimmter Fristen für Anträge vor dem Sommer 2019 beschlossen werden.

Gibt es einen Entwurf?

Einen ersten mit vielen sehr guten Ideen, aber ich bitte um Verständnis jetzt noch keine Details nennen zu können. Arnum ist ein Beispiel für die viel besprochenen Vorteile nach der Freigabe der B-3-neu.

Der Schulentwicklungsplan ist auch noch in der Diskussion.

Dieser Plan geht jetzt in die interne zweite Runde. Nun geht es um die Details: Wie lassen sich Musikangebote bündeln? Wo kommt welcher vorhandener Schrank hin? Das sind alles Dinge, die kein Geld kosten. Wir brauchen für diesen Plan einen langen Atem. Ob Ganztag, Migration oder Inklusion: Die Anforderungen an die Schule und die Raumplanung haben sich geändert. Für die KGS steht sicher noch einmal eine bauliche Erweiterung vor dem Hintergrund G 9 an.

Wie bewerten Sie die Arbeit im Rat mit der Koalition aus SPD und CDU sowie den kleineren Fraktionen der DUH und der Grünen?

Es ist eine aufrichtige, respektvolle Arbeit. Ich bin mit SPD und CDU nicht immer einer Meinung. Insgesamt herrscht im Rat aber eine gute Diskussionskultur. Ein Höhepunkt der demokratisch-parlamentarischen Debatte war die Mehrzweckhalle Hiddestorf. Sie wird saniert, umgebaut und bekommt eine Lehrküche.

Das Gremium Dorfküche, das andere Vorstellungen hatte, hat sich nach dem Ratsentscheid aufgelöst.

Wir haben viele Gespräche mit dem Gremium geführt, warum wir so und nicht anders entscheiden können. Ich gebe zu bedenken, dass – anders als bei der Dorfküche – die Lehrküche, ob Schule oder Vereine, für alle zur Verfügung stehen wird. Ich hoffe, dass bei dem Gremium wieder eine Phase der Euphorie kommen wird. Wir sprechen in diesen Tagen mit dem Caterer, was in Hiddestorf möglich ist.

Was sagen Sie denn zur Großbaustelle B-3-neu und dem späteren Termin für die Stadtbahnverlängerung?

Die Stadt ist nicht Bauherr, das wird oft verwechselt. Über einige der Chancen, die die Umgehungsstraße bietet, haben wir schon gesprochen. Und der Termin für die Stadtbahnverlängerung war anfangs nur unwesentlich früher als heute, er war bloß wegen bestimmter Fristen für Mittel, die fließen sollten, nach vorne gezogen worden. Es ist gut, dass nicht zwei Baumaßnahmen gleichzeitig in der Stadt sind. Im Fachausschuss im Januar 2019 wird der Bund berichten, wie es weitergeht.

Im November, hieß es, sollen die neuen Entwürfe für den Hochwasserschutz fertig sein.

Die Verwaltung hat die ersten Überarbeitungen erklärt bekommen. Es sind Nachjustierungen notwendig. So sind Absprachen zum Beispiel mit dem NLWKN erforderlich, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Das ist wichtig für die Förderung. Wenn alles steht, werden wir es zeitnah vorstellen, also wie immer erst intern dem Arbeitskreis Hochwasserschutz mit Politikern und interessierten Bürgern und dann öffentlich im Fachausschuss.

Vom geplanten und umstrittenen Dudler-Bau an der B3/Weetzener Landstraße hört man seit einigen Wochen nichts mehr.

An dem Projekt wird weiter konkret gearbeitet. Der Bau wird Hemmingen gut tun, in welcher gestalterischen und quantitativen Ausprägung auch immer. Wir spüren schon jetzt die Synergien. Der gesamte Bereich wird eine erhebliche städtebauliche Aufwertung erfahren.

Bei den Bädern ist nun mit der geplanten Vertragsänderung der Gemeinnützigen Bäder GmbH ein Weg eingeschlagen.

Darüber bin ich sehr froh. Die Saison kann im Mai starten.

Blicken wir mal in die Verwaltung. Einige freie Stellen im Bereich Soziales konnten besetzt werden, neue wie die des Wirtschaftsförderers und in der Schulabteilung wurden geschaffen.

Das freut uns sehr. Wir haben gute Leute bekommen.

Das Haushaltsjahr endet mit einem Überschuss. Wie hoch ist er genau?

Es sind etwa eine Million Euro.

Es hieß, es seien Beträge, für die schon ein Auftrag vergeben worden ist, das Geld fließt aber erst 2019. Dann drückt doch dies jetzt auf den Etatentwurf 2019?

Zum Teil ja. Der neue Haushalt leidet aber vor allem unter unserer stärkeren Steuerkraft und den daraus folgenden Mehrausgaben für die Regionsumlage. Hinzu kommen sehr hohe Personalausgaben für die Kinderbetreuung insgesamt. Wir werden zum Beispiel eine neue Kita bekommen. Und die Finanzierung der Ganztagsschule obliegt fast ausschließlich der Stadt.

Zum Schluss einige Entweder/Oder-Fragen. Bitte entscheiden Sie sich! Weihnachten zu Hause oder fort gewesen?

Zu Hause.

„White Christmas“ von Bing Cosby oder „Last Christmas“ von Wham?

„White Christmas“, aber bitte in einer schönen jazzigen Version.

Silvesterparty oder ruhiger Jahreswechsel?

Wir gehen ins Schauspielhaus und sind gespannt auf Iggy Pop.

Sie machen Musik. Streamen oder Vinyl?

Streamen, aber auch Vinyl zum Angucken und aus sentimentalen Gründen.

Hemmingen unter 20.000 Einwohnern oder Hemmingen über 20.000 Einwohner?

Wir arbeiten an Letzterem. Sie spielen darauf an, dass ich als Bürgermeister in einer Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern mehr Geld bekomme, oder? In der offiziellen Statistik sind es 19.014 Einwohner. Zählt man jene mit zweiten Wohnsitz dazu, sind es mehr als 20.000 Einwohner. Das heißt, meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger bekommt dann vielleicht ein höheres Gehalt als ich. Ich bin zufrieden mit dem, wie es ist. Geld ist keine entscheidende Antriebsfeder für den Bürgermeisterberuf.

2020, dann könnten Sie aus Altersgründen aus Ihrem Amt scheiden, oder 2021, wenn Ihre Amtsperiode endet?

Alles eine Frage der Gesundheit. Es spricht vieles für 2021. Ich bin neugierig, wie es sich entwickelt.

Von Andreas Zimmer

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