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Hemmingen Infoportal zur Barrierefreiheit dauert noch
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Infoportal zur Barrierefreiheit dauert noch
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14:15 22.05.2017
Von Tobias Lehmann
Die neue Vorsitzende und ihr Stellvertreter: Elke Schmidt-Saß und Matthias Ziegler. Quelle: Tobias Lehmann
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Hemmingen

"Ich bin selbst sehr ungeduldig. Doch dieses Projekt braucht einfach Zeit", sagte Hemmingens ehemalige Behindertenbeauftragte Ursula Petersen, die jetzt dem Präventionsrat angehört. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Präventionsrats und Schülern der KGS Hemmingen hat Petersen einen Fragebogen zur Barrierefreiheit entworfen und an Arztpraxen und therapeutische Einrichtungen in Hemmingen geschickt. Das Vorhaben wurde bereits im September 2016 öffentlich. Petersen sagte, ursprünglich hatte sie gehofft, am Dienstagabend bereits die ersten Ergebnisse der Befragung präsentieren zu können, doch soweit sei es noch nicht. "Allein das Formulieren der Fragen und das Ermitteln der Adressen kostete seine Zeit", sagte sie.

Ziel ist es, möglichst viele Informationen über den aktuellen Stand der Barrierefreiheit in den Praxen und therapeutischen Einrichtungen zu sammeln. Später sollen auch weitere Unternehmen in Hemmingen angeschrieben werden. Der Präventionsrat will das Ergebnis der Befragung im Internet veröffentlichen, wenn der Befragte zustimmt. So kann sich jeder Mensch mit einer Behinderung zum Beispiel vor einem Arztbesuch informieren, ob die Praxis für ihn geeignet ist. "Barrierefreiheit bedeutet, dass ein behinderter Mensch einen Bereich ohne Erschwernis und ohne fremde Hilfe nutzen kann", sagte Petersen.

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Unter den Teilnehmern der Sitzung war auch Polizeihauptkommissar Andreas Kasten. "Wir erleben es immer wieder, dass Bürger ihr Auto vor einem abgeflachten Bordstein abstellen. Meist stehen sie dort nur wenige Minuten, doch diese Zeit muss ein Rollstuhlfahrer oder jemand mit einem Rollator warten", sagte er. Das Grundverständnis für Menschen mit einer Behinderung müsse noch größer werden, forderte Kasten.

Das betreffe auch die Ebene der Entscheidungsträger in der Politik, ergänzte KGS-Leiter Dieter Driller-van Loo. Die Inklusion an der Schule mit mehr als 1600 Schülern funktioniere nur, weil Lehrer der Calenberger Förderschule in Pattensen an die KGS abgeordnet werden. Doch eine volle Stelle sei dafür noch nicht geschaffen worden. "Die Landesregierung muss jetzt liefern. Sonst fühlt sich die Inklusion auch in zehn Jahren immer noch nach Improvisation an", sagte Driller-van Loo.

Wahlen: Elke Schmidt-Saß ist neue Vorsitzende des Präventionsrates. In der Sitzung wurden sie und der neue stellvertretende Vorsitzende Matthias Ziegler gewählt. Die bisherige Vorsitzende Kerstin Schönamsgruber hatte nach zwölf Jahren aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert, ebenso wie ihre Stellvertreterin Sieglinde Ulbrich

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