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Hemmingen Kinder verzieren Hallenwand mit Graffiti
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Kinder verzieren Hallenwand mit Graffiti
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16:15 26.05.2017
Unter Anleitung von Jonas Wömpner (hinten links) besprühen Michel (8, von links), Anna (13), Paul (12), Lena (13), Neele (11) und Emily (12) die Hallenwand der Arnumer Pony-Schule. Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
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Arnum

Zwei Tage lang konnten sich die neun Kinder und jungen Jugendlichen im Alter von acht bis 13 Jahren unter Anleitung des professionellen Graffiti-Künstlers Jonas Wömper nach Herzenslust bei der Gestaltung der Hallenwand austoben. Am ersten Tag hatte sich die Gruppe zunächst einzelne Motive überlegt und Vorentwürfe gezeichnet. Wömpner gab den Teilnehmern der Aktion dabei Anleitungen für den gestalterischen Aufbau eines Graffito an die Hand. "Wir haben gemeinsam überlegt, welche Farben wir nehmen wollen und welche Motive zu einer Pony-Schule gehören", berichtet der 31-Jährige. Auch Gesundheitsaspekte wie das Tragen eines Mundschutzes wurden besprochen. 

Dann zeigte er den Kindern und Jugendlichen, wie an einer Wand gesprüht wird - und schon konnten die Teilnehmer loslegen. "Das Schöne ist, dass man beim Sprühen eigentlich nichts falsch machen kann", sagt Wömpner. "Wenn man sich vermalt, kann man das einfach übersprühen." Sechs der Teilnehmer hatten noch nie an einem Graffito gearbeitet, drei Mädchen hatten hingegen schon etwas Erfahrung von Projekttagen an der KGS Hemmingen, die ebenfalls von Wömpner geleitet wurden. Mit seiner Firma "Hochkreativ" hat der 31-Jährige schon mehrere solcher Projekte in der Region Hannover realisiert.

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"Wir machen häufiger Workshops zum Thema Graffiti", sagt René Döpke, Sozialpädagoge der Hemminger Jugendpflege. Vor etwa zwei Jahren habe eine Gruppe zum Beispiel ein ähnliches Projekt an der Wäldchenschule gemacht. "Damit wollen wir den Kindern und Jugendlichen diese Kunst nahebringen. Die Kids sind immer sehr stolz, wenn sie so etwas Schönes selbst schaffen." Bei den Workshops würden immer auch über die Themen Legalität und Illegalität gesprochen. Schließlich sollten die Heranwachsenden von vornherein lernen, sich nur auf legalen Flächen auszutoben.

Die Fläche der Halle am Hohen Holzweg hatte Janine Wilhemsen, Inhaberin der Pony-Schule, zur Verfügung gestellt. Die Kooperation bezeichnet Döpke als Win-Win-Situation: "Wir suchen immer wieder legale Flächen, auf wir mit den Jugendlichen arbeiten können." Wilhelmsen hingegen habe die bis vergangene Woche noch trist-graue Fläche verschönern wollen. "Man stellt sich einen Reiterhof ja immer wunderschön inmitten der Natur vor", sagt sie. "Wir können und wollen mit unserem Hof aber nicht in die Landschaft ziehen." In einem Gespräch mit Döpke am Rande einer anderen Veranstaltung sei dann die Idee für ein gemeinsames Projekt geboren worden, bei dem Kinder und Jugendlichen die Fläche verschönern können. Das ist nun geschehen. "Wir holen und sozusagen die Natur hierher", sagt Wilhemsen, die die Kosten für die Farbdosen zahlte und der Gruppe auch bei der Gestaltung freie Hand ließ. Die Jugendpflege übenahm Wömpners Honorar.

Wer sich das Kunstwerk anschauen will, kann sich in der Pony-Schule melden. "Wir freuen uns, wenn sich auch andere dafür interessieren", sagt Janine Wilhelmsen.

Von Daniel Junker

Tobias Lehmann 29.05.2017
Tobias Lehmann 29.05.2017