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Hemmingen Ermittlungen nach Feuer in Hotel dauern an
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Ermittlungen nach Feuer in Hotel dauern an
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00:36 26.05.2018
Am Mittwochmittag waren die Türen des Hotels noch versiegelt. Quelle: Torsten Lippelt
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Hemmingen-Westerfeld

Die Ermittlungen der Polizei nach dem Brand am Montagabend im Hotel Apex an der B3 in Hemmingen-Westerfeld dauern an. Der 56-Jährige, der sich am Dienstag in der Polizeiwache am Raschplatz in Hannover gestellt hatte, wurde am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft vernommen. Die Polizei geht weiterhin von vorsätzlicher Brandstiftung aus, teilte sie auf Anfrage mit.

Der 56-Jährige ohne festen Wohnsitz hat mal in dem Hotel gewohnt. Über den Zeitpunkt, die Dauer und den Anlass konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Auch das Motiv für den Brand sei unklar. Das Hotel war bis Mittwochmittag versiegelt, mittlerweile hat es die Polizei freigegeben. Wann es wieder bewohnbar sein wird, ist nicht bekannt. Die Mitarbeiter am Mittwochnachmittag telefonisch nicht erreichbar.

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Bei dem Feuer gegen 19 Uhr ist ein Schaden von schätzungsweise eine Million Euro entstanden. Mehr als 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Zwei Hotelgäste hatten sich vor dem Gebäude in Sicherheit gebracht, nachdem sie den Feueralarm im Haus gehört hatten. Mitarbeiter befanden sich demnach nicht im Haus, obwohl auf der Webseite des Hotels steht, dass die Rezeption täglich mindestens bis 22 Uhr besetzt ist. Das Feuer ist nach den bisherigen Ermittlungen im Erdgeschoss des vierstöckigen Gebäudes ausgebrochen.

Das familiengeführte 3-Sterne-Hotel garni, das zeitweise Hotel Aran hieß, befindet sich an der Göttinger Landstraße/Ecke Weetzener Landstraße. Es gibt nach eigenen Angaben rund 50 Betten in Einzel-, Doppel- oder Twinzimmern, die auf Hotelportalen als „einfach, aber ansprechend ausgestattet“ beschrieben werden. Zum Gästekreis gehören unter anderem Messebesucher und Handwerker. Das Hotel wirbt auf seiner Internetseite mit seiner „optimalen Lage nur fünf Kilometer bis zur Messe“. Vermietet werden nach eigenen Angaben auch drei Apartments im Hemminger Stadtgebiet und elf in Hannover.

Das Gebäude wurde 1950 für Durchreisende errichtet und hatte schon früher den Namen Roter Hahn, weil der Erbauer Feuerhahn hieß. 1979 wurde es als Lili Marleen zum Bordell und hieß später Römisches Badehaus. 1996 wurde es zum Hotel umgebaut. Bevor es 2010 zwangsversteigert wurde, war im Gespräch dort beispielsweise ein Spielhallen-Zentrum zu errichten.

Die Lage ist weiterjin exponiert. Schräg gegenüber ist ein Büroensemble für bis zu 1000 Mitarbeiter nach den Plänen des Architekten Max Dudler geplant. Zudem entsteht nebenan die Endhaltestelle der Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen-Westerfeld.

Von Andreas Zimmer