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Hemmingen Leine-Bühne: Premiere ist im Februar
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Leine-Bühne: Premiere ist im Februar
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16:03 28.12.2018
Bei dieser Spielszene stößt die Romanze zwischen Sabine und Karl bei den Bürgern von Krähwinkel nicht auf Begeisterung. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen-Westerfeld

 Die Leine-Bühne bleibt künstlerisch vielfältig. Im vergangenen Jahr zählte der 2005 gegründete Verein bei den sechs Vorstellungen des Stücks „Der schwarze Abt“ von Edgar Wallace insgesamt mehr als 800 Besucher. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Vereinsvorsitzender, Schauspieler und Regisseur Matthias Schiller. Für 2019 haben sich die Mitglieder dennoch ein Stück ausgewählt, das nicht ganz so einfach zugänglich ist wie das Wallace-Stück: „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue.

Dabei waren die Werke des Dramatikers (1761-1819) zu seiner Zeit ebenso beliebt wie die Werke von Wallace rund 100 Jahre später. Von Kotzebue gilt unter anderem als Vater der dramatischen Trivialliteratur. Schiller erläutert, von Kotzebue habe mehr als 200 Theaterstücke geschrieben und sei der meistgespielte Bühnenautor seiner Zeit gewesen. Ebenso dramatisch wie seine Stücke war auch sein Leben. Mehr als 90 seiner Stücke wurden von Goethe inszeniert. Dennoch war das Verhältnis zwischen Goethe und von Kotzebue immer gespannt, unter anderem weil von Kotzebue die romantische Literatur kritisierte. Er bezog immer wieder auch öffentlich Stellung gegen die Ideale der deutschen Nationalbewegung und der Burschenschaften. Bei der Bücherverbrennung auf dem Wartburgfest im Jahr 1817 wurde unter anderen auch seine „Geschichte des deutschen Reichs“ ins Feuer geworfen. 1819 wurde von Kotzebue vor den Augen seines vierjährigen Sohns von dem Studenten Karl Ludwig Sand erstochen. Direkte Folge dieser Tat waren die Karlsbader Beschlüsse, die unter anderem eine Zensur der Presse, Überwachung der Lehrstoffe an den Universitäten und Berufsverbote beinhalteten.

Regisseur Matthias Schiller (rechts) koordiniert sein Ensemble. Quelle: Tobias Lehmann

Matthias Schiller kam mit dem ausgewählten Stück erstmals 1981 in Kontakt und besitzt auch heute noch das damals gekaufte Reclam-Heft. „Was mich daran fasziniert, ist die Kombination aus anspruchsvoller Sprache, Lustspiel und originellen Charakteren“, sagt Schiller, der dieses Mal gleichzeitig Regie führt und auch als Schauspieler an dem Stück teilnimmt.

Die Sprache wirke aus heutiger Sicht teilweise sehr geschraubt, womit das Ensemble auch zu kämpfen habe, sagt Schiller. Das bestätigt Rainer Gundlach, der den Bürgermeister der Ortschaft Krähwinkel in dem Stück spielt. „Wir haben es hier unter anderem mit Worten wir Runkelrüben-Kommissions-Assessor zu tun“, sagt er augenzwinkernd und weist damit gleichzeitig auf eine typische Eigenschaft der „deutschen Kleinstädter“ in dem Stück hin. Titel sind allen sehr wichtig. Deshalb reagieren die Bürger der Kleinstadt auch sehr skeptisch, als die Tochter des Bürgermeisters einen Mann heiraten will, der keine Titel hat und geltende Konventionen gerne einmal missachtet. Schiller erläutert, dass die Originalsprache des Stücks im Wesentlichen beibehalten wurde. „Das war mir wichtig. Doch die komischen und skurrilen Charaktere werden sich jedem Gast schnell erschließen und sicherlich auch für viele Lacher sorgen.“

Die Premiere des Stücks wird am Freitag, 15. Februar, um 19.30 Uhr im Jugend-Kultur-Haus an der Hohen Bünte in Hemmingen-Westerfeld sein. Weitere Aufführungen sind am Sonnabend, 16. Februar, um 19.30 Uhr; Sonntag, 17. Februar, um 15.30 Uhr; Freitag und Sonnabend, 22. und 23. Februar, jeweils um 19.30 Uhr, und am Sonntag, 24. Februar, um 15.30 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro. Platzreservierungen sind nicht möglich. Die Karten können telefonisch unter (0511) 41 41 43 und per E-Mail an kontakt@leine-buehne.de bestellt werden.

Von Tobias Lehmann

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