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Hemmingen Schulausschuss verzichtet auf Empfehlung zu Leinetalschule
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Schulausschuss verzichtet auf Empfehlung zu Leinetalschule
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16:45 07.11.2019
Ringen im Schulausschuss um eine Entscheidung: Andrea Eibs-Lüpcke (von links), Jens Ernst, Uwe Hammerschmidt, Günter Kleuker und Hans-Friedrich Wulkopf. Quelle: Kim Gallop
Pattensen/Jeinsen

Beim Thema Leinetalschule Jeinsen haben die Pattenser viel über den Zustand der Schulgebäude und über Kosten gesprochen. Der Schulausschuss hat sich in seiner Sitzung am Mittwochabend mit den pädagogischen Aspekten beschäftigt – und das durchaus differenziert.

Die Stadt Pattensen schlägt vor, das Gebäude der Leinetalschule in Jeinsen zur Kita umzubauen. Damit würde auch Platz für Kinder aus Schulenburg geschaffen. Dafür soll im Nachbarort Schulenburg eine neue Grundschule gebaut werden, die die Kinder aus Jeinsen, Vardegötzen und Thiedenwiese aufnehmen kann.

„Ich halte eine kleine Schule für sehr gut“, sagte Günter Kleuker, UWJ-Ratsmitglied und Ortsbürgermeister für Jeinsen. „Wir verlieren mit der Schließung der Schule noch viel mehr“, ergänzte er, „zum Beispiel die Bücherei und einen Versammlungsort.“ Er verwies auf die einstimmige Empfehlung des Ortsrats, die Leinetalschule zu erhalten. Es sei Meinung des Ortsrats, dass Kita-Kinder und Grundschulkinder wohnortnah betreut werden sollten.

Ratsmitglieder sehen Thema unterschiedlich

Margret Zieseniß (CDU) und Hans-Friedrich Wulkopf (Freie Wähler) unterstützten die Aussagen von Kleuker. „Es ist wichtig, in den Orten das Leben zu erhalten“, sagte Zieseniß, die in Oerie lebt. „Wir haben nichts mehr, keine Geschäfte.“

„Ich habe auch andere Meinungen gehört“, sagte Jens Ernst (SPD). Das Konzept der Stadtverwaltung werde von vielen Menschen, mit denen er gesprochen hat, gelobt. Es sei verständlich, dass ein Ortsrat für seinen Ortsteil kämpft. „Aber als Ratsmitglieder müssen wir die ganze Stadt im Blick haben.“

Andreas Eibs-Lüpcke (SPD) verwies auf Erfahrungen in ihrem Wohnort: „Koldingen hat das schon durch“, sagte sie. Dort sei bereits vor Jahren die kleine Grundschule geschlossen worden. „Und Koldingen hat trotzdem eine aktive Feuerwehr, die Kirche, den Sportverein und jetzt den Dorfverein.“

Behörde befürwortet Schließung

Bürgermeisterin Ramona Schumann warb für ihr Konzept für Jeinsen und Schulenburg. Als Argument führte sie auch die pädagogische Einschätzung der Landesschulbehörde an, die die Vorschläge der Stadt unterstützt. „Das Votum war eindeutig“, sagte sie: Aus schulfachlicher Sicht befürwortet die Behörde die Schließung der Leinetalschule.

Als Gründe gibt die Landesschulbehörde unter anderem an, dass die Schülerzahlen in Jeinsen auf Dauer 50 nicht überschreiten. Deshalb müsse auch weiterhin in Kombiklassen unterrichtet werden. Außerdem könne für so wenige Kinder kein vielfältiges Angebot für die Ausgestaltung des Ganztagsunterrichts angeboten werden.

Auch organisatorische Gründe nennt die Behörde: Einerseits sei es in einer größeren Schule leichter, bei Krankheitsfällen die Vertretung zu organisieren. Zudem gehe die Schulleiterin im Sommer 2020 in den Ruhestand. Bei der letzten Vakanz musste die Schulleiterstelle für Jeinsen elf Mal ausgeschrieben werden.

Matthias Friedrichs (SPD), der Vorsitzende des Schulausschusses, schlug vor, dass der Ausschuss die Drucksache als beraten ansieht. Dem stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig zu.

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Von Kim Gallop

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