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Hemmingen Das neue Arnum: So geht es weiter
Aus der Region Region Hannover Hemmingen Das neue Arnum: So geht es weiter
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15:00 25.01.2019
Das ehemalige Gemeindehaus soll zum Kulturhaus werden. Quelle: Andreas Zimmer
Arnum

Illuminierte Stadttore, ein Kulturhaus, viele neue Bäume und Grünflächen: Das sind nur einige der Vorschläge, wie der Bereich entlang der Ortsdurchfahrt von Arnum umgestaltet werden könnte, wenn die B3-Umgehungsstraße freigegeben ist. Den Entwurf hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend nach etwa einer Stunde Vortrag und Diskussion einstimmig empfohlen. „Das klingt vielversprechend“, sagte die Vorsitzende Svantje von Alten-Rilinger.

Die Kosten beziffern die Planer auf etwa 9 Millionen Euro. Je ein Drittel sollen Bund, Land und Stadt übernehmen. Zu Gast waren Prof. Dr. Rainer Hobigk von der infraplan Gesellschaft für Infrastrukturplanung mbH in Celle und Uwe Mußgnug, Projektleiter im Büro Hannover der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK). Die Sitzung wurde für Fragen der Zuhörer unterbrochen. Diese Zeitung fasst die wichtigsten Fragen und Antworten des Abends zusammen.

Die Stadt stellt mit dem jetzigen Entwurf zum 1. Juni den Antrag zur Aufnahme ins Förderungsprogramm. Sind jetzt doch schon alle Vorschläge beschlossene Sache?

Nein. Jens Beismann (SPD) sprach von einer Vision. Rainer Hobigk erläuterte, einige Vorschläge seien bereits konkreter, andere hingegen abstrakt. Es sei auch noch gar nicht geklärt, ob sich die Vorhaben auf den entsprechenden Grundstücken so umsetzen lassen. Uwe Mußgnug betonte: „Der Rat entscheidet mit entsprechender Bürgerbeteiligung, was gemacht wird.“

Wann entscheidet das Umweltministerium?

Bis Januar oder Februar 2020 muss sich die Stadt gedulden. Die eigentliche Aufnahme ist stets rund um Ostern. Falls für Ende 2019 eine Begehung in Arnum angekündigt wird, könnte dies als mögliches positives Signal gedeutet werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Der vertraulich tagende Verwaltungsausschuss soll den ISEK-Entwurf für Arnum und die sogenannten vorbereitenden Untersuchungen am 31. Januar beschließen. Eine öffentliche Informationsveranstaltung ist für Montag, 18. Februar, 19 Uhr, in der Arnumer Wäldchenschule am Klapperweg vorgesehen. Anschließend soll der Entwurf öffentlich im Rathaus ausgelegt werden und wird auch über die Internetseite der Stadt abrufbar sein. Der Ratsbeschluss ist für Mai dieses Jahres vorgesehen.

Kann ich, wenn ich im Sanierungsgebiet wohne, auch Fördergeld beantragen?

Ja, zum Beispiel für eine umgestaltete Einfahrt oder mehr Grün, wenn es den Zielen der Städtebauförderung entspricht. Jens Beismann (SPD) betonte, es werde „keine Zwangsbeglückung geben“. Die Bandbreite der Förderung reicht von der Modernisierung und Instandsetzung öffentlicher und privater Gebäude, die Arnum prägen, bis zu Neubauten auf Brachflächen und der Umgestaltung von Straßen und Plätzen.

Bleibt das Sanierungsgebiet so, wie es ist?

Nein, es kann sich noch verändern. Der letzte Vorschlag sieht vor, dass es am Hohen Holzweg beginnt und in Höhe Hiddestorfer Straße endet. Zuvor reichte das sogenannte Untersuchungsgebiet weiter in den Süden. Das Untersuchungsgebiet steht immer am Anfang und dient einer Bestandsaufnahme. Das Ministerium entscheidet letztlich, wie groß das Sanierungsgebiet sein wird.

Das Vorhaben läuft über zehn Jahre. Wie ist gewährleistet, dass es am Ende nicht alles viel teurer wird als heute angenommen?

Auf diese Frage eines Zuhörers erläuterte Mußgnug, dass das Ministerium zwar über die Höhe der Gesamtfördersumme entscheide. Die Stadt müsse aber jedes Jahr einen Antrag stellen. Vielleicht seien einige Einzelplanungen später bereits überholt.

Wenn Arnum ins Förderprogramm aufgenommen wird, geht es dann 2020 gleich mit sichtbaren Arbeiten los?

Nein. Mußgnug sprach von drei bis vier Jahren Vorlaufzeit. Bürgermeister Claus Schacht sagte: „Ich bedauere, dass meine Amtszeit 2021 zu Ende geht.“

Es geht nur darum die Ortsdurchfahrt umzugestalten – richtig?

Nein. Arnum, das sich als Straßendorf entwickelt hat, soll auch eine Mitte bekommen. Das könnte im Bereich an der Alten Wilkenburger Straße geschehen, wo beispielsweise eine Park-Oase vorgesehen ist. „Höhere Aufenthaltsqualität und Erlebnisqualität für mehr Lebensqualität“, nannte es Hobigk.

Wird auch was für Radfahrer getan?

Ja, es soll einen beidseitigen lückenlosen Radweg geben beziehungsweise an den Stellen, wo es enger wird, einen Schutzstreifen.

Was hat es mit dem Kulturhaus auf sich?

Das frühere Gemeindehaus in der Nähe der Grundschule soll zu einem Dorfgemeinschaftshaus werden. Die Planer versprechen sich davon, wie es im Entwurf heißt, eine „Stärkung der Identifikation, Kommunikation und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens aller Altersgruppen an einem zentralen Treffpunkt und Aufenthaltsort“. Hinzu kämen „Synergieeffekte mit der Schul‐, Freizeit‐ und Sportnutzung, dem Jugendzentrum und der Bücherei“.

Wie ist die Atmosphäre in der vertraulich tagenden Strategiegruppe, zu der die vier Ratsfraktionsvorsitzenden gehören, ein Vertreter der Gewerbetreibenden sowie Vertreter der Stadtverwaltung und des Planungsbüros?

Jens Beismann (SPD) nannte sie eine „kreative Runde“, in der „gut miteinander korrespondiert“ worden sei.

Von Andreas Zimmer

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