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Isernhagen Amtsgericht: Angriff mit Stein bleibt ungesühnt
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Amtsgericht: Angriff mit Stein bleibt ungesühnt
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16:20 28.01.2019
Nach einem Schlag mit einem Stein ins Gesicht konnte der angeklagte Gastronom aus der Wedemark das Amtsgericht unbestraft verlassen. Quelle: Archiv
Isernhagen

Täter oder Opfer? Über diese Frage musste das Amtsgericht in Großburgwedel jetzt entscheiden. Auf der Anklagebank saß ein Gastronom aus der Wedemark. Der 39-Jährige wurde beschuldigt, am 10. April des vergangenen Jahres in Isernhagen den Betreiber einer Gaststätte mit einem Stein ins Gesicht geschlagen und mit einem Messer attackiert zu haben. Sein 41-jähriger Kontrahent erlitt eine Prellung am Jochbein und weitere Verletzungen an der Lippe, den Wangen, am Knie und Ellbogen. Nach Abschluss der Beweisaufnahme plädierte der Staatsanwalt auf Freispruch, und so urteilte auch der Richter.

Angeklagter spricht von Notwehr

„Das war alles komplett anders“, sagte der Angeklagte. Er und sein Widersacher kennen sich gut. Sie sind beide im Ausland geboren, stammen aus dem selben Dorf. Gemeinsam waren sie Anfang der Neunzigerjahre nach Deutschland gekommen. Entgegen den Darstellungen des 41-Jährigen habe er diesen nicht von hinten mit dem Stein angegriffen. Ganz im Gegenteil: Nach einem lautstarken Disput mit anschließender Rangelei habe dieser ihn geschubst. Dabei habe er selbst den anderen am Arm festgehalten, und beide seien zu Boden gefallen. Dann habe sein Kontrahent plötzlich einen Stein in der Hand gehalten. „Bevor er mich schlägt, habe ich mich gewehrt und mit dem Stein zugeschlagen“, sagte der Angeklagte aus, der ohne Anwalt zur Verhandlung erschienen war.

Doch warum war es überhaupt zu dem Streit gekommen? Er sei an der Gaststätte interessiert gewesen, habe gewusst, dass das Lokal des Opfers in Isernhagen nicht so gut laufe, so der Angeklagte. „Deshalb war ich spontan dort, um es mir anzuschauen.“ Seit Längerem sei ein Termin mit der Eigentümerin des Gebäudes geplant gewesen, den das Opfer vereinbaren sollte. Mehrere Monate habe er auf einen Anruf gewartet, aber nichts sei passiert, sagte der 39-Jährige. „Ich war sauer.“ Ein Messer, mit dem er laut Anklage nach seinem Kontrahenten gestochen haben soll, habe er aber gar nicht dabei gehabt.

Opfer erinnert sich nicht mehr an Messer

An das Messer konnte sich auch der 41-jährige aus Isernhagen angeblich nicht mehr erinnern – obwohl er beim Polizeiverhör im Mai 2018 noch sehr detailliert über drei Angriffe auf seinen Oberkörper berichtet hatte, die er mit dem Arm habe abwehren können. „Ich weiß nichts mehr“, sagte der heute als Kellner arbeitende Mann als Zeuge aus. Immerhin konnte sich der 41-Jährige noch an den Streit erinnern, bei dem ihn der Jüngere sehr wohl von hinten mit einem Stein angegriffen habe. Seinen Angaben nach ging es dabei allerdings nicht um die Gastwirtschaft, sondern um 10.000 Euro, die der Gastronom aus der Wedemark ihm geliehen habe. Dafür seien jährlich 3000 Euro Zinsen fällig geworden, das hatte der Isernhagener auch im Mai bei der Polizei zu Protokoll gegeben. „Ich habe ihm nie was geliehen“, sagte hingegen der Angeklagte aus.

Die Ehefrau des Opfers und ein Bekannter des Angeklagten, der im Fahrzeug gesessen hatte, hatten die Auseinandersetzung beide nicht gesehen. Ihre Zeugenaussagen halfen nicht zur Wahrheitsfindung. Letztlich plädierte der Staatsanwalt auf Freispruch – es gebe zu viele Zweifel, was sich tatsächlich abgespielt habe. Amtsrichter Michael Siebrecht sah es genauso und sprach den Angeklagten frei. Die Aussagen des Geschädigten bei der Polizei im Mai und die jetzigen Angaben vor Gericht unterschieden sich stark. „Das kann ich nicht verstehen.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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