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Isernhagen Fluglärm-Messstationen: In Isernhagen ist es nachts laut
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Fluglärm-Messstationen: In Isernhagen ist es nachts laut
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17:38 30.07.2019
Ein Flugzeug im Landeanflug auf dem Hannover Airport. In Hannover sind Nachtflüge erlaubt. Quelle: Symbolbild (Julian Stratenschulte/dpa)
Isernhagen

 „In Isernhagen ist es nachts zu laut!“: Dieses Fazit zieht der Kirchhorster Siegfried Lemke aus dem Halbjahresbericht der beiden privaten Fluglärm-Messstationen in Isernhagen N.B. und Kirchhorst. Lemke ist stellvertretender Vorsitzender des Umweltschutzvereins Isernhagen und Umgebung und war zeitweise auch als Fluglärmschutzbeauftragter der Gemeinde Isernhagen aktiv.

In beiden Ortsteilen werden die Messstationen privat betrieben. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite des Deutschen Fluglärmdienstes (DFLD) www.dfld.de veröffentlicht. Der DFLD ist ein gemeinnütziger Verein, der sich eigenen Angaben zufolge für die Erfassung aller Emissionen des Luftverkehrs und deren transparente Darstellung engagiert. Er sammelt die Daten von aktuell 728 Stationen. Von den offiziellen Stellen anerkannt werden die Ergebnisse dieser Messungen allerdings nicht.

Nachtflüge: Starker Anstieg im Frühjahr

Bei den beiden Stationen in N.B. und Kirchhorst fielen Lemke zufolge besonders die Steigerungen der nächtlichen Überflüge im Frühjahr auf. In N.B. waren es im April noch rund 300 gewesen, im Juni hingegen schon 450. Hatte die Station in Kirchhorst im April noch 150 Nachtflüge verzeichnet, so waren es im Mai und Juni jeweils mehr als 600 gewesen.

Davon galten rund 30 Flüge im Mai und Juni in Kirchhorst als den Nachtschlaf störende Ereignisse. In N.B. waren es bis zu 25 – wobei die Flugzeuge dort wegen der größeren Nähe zum Flughafen tiefer fliegen. Als Extrembeispiel führt Siegfried Lemke die Nacht zum 30. Mai in Kirchhorst an: Damals habe es gerade einmal eine Stunde Nachtruhe ohne Überflug gegeben – zwischen 2 und 3 Uhr.

Auf die selbst gestellte Frage, was man gegen diese „unhaltbaren Zustände“ tun könne, gibt der Kirchhorster mehrere mögliche Antworten. So könne man Beschwerden verfassen, die Internetseite des DFLD könne dabei helfen. „Sie werden durch den Fluglärmbeauftragten aber in der Regel nur summarisch registriert.“ Andererseits wirbt Lemke dafür, sich der Initiative Besser ohne NachtflugHannover Airport (www.bon-ha.de) anzuschließen, in der auch Fluglärmgegner aus Isernhagen mitarbeiten. Sein dritter Vorschlag: „Blutdrucksenker schlucken und sich weiterärgern.“

Gemeinde fordert nächtliche Flugpause

Der Rat der Gemeinde Isernhagen hatte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause das seinige getan – und einstimmig eine Stellungnahme an das Verkehrsministerium beschlossen. Das Ministerium hatte jüngst einen Entwurf der Neuregelung der Betriebsbeschränkungen für den Flughafen veröffentlicht, die unter anderem auch Nachtflüge betreffen. In ihrer Stellungnahme fordert die Gemeinde ein Flugverbot in den Nachtkernzeiten von 0 bis 5 Uhr und eine deutliche Beschränkung des Flugverkehrs in den nächtlichen Randzeiten von 22 bis 0 Uhr und von 5 bis 6 Uhr. Besonders kritisch sieht die Gemeinde die geplante Entfristung der vorgesehen neuen Betriebszeitenregelung.

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