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Isernhagen Ab Oktober baut Enercity neue Wasserleitung
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Ab Oktober baut Enercity neue Wasserleitung
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18:13 21.06.2018
Im Frühsommer 2017 hatten Tausende Kubikmeter Wasser Straßen in Isernhagen geflutet – der Grund für die Bauarbeiten von Enercity, die im Herbst beginnen. Quelle: Archiv (Elsner)
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Isernhagen K.B./N.B

Nach den Wasserrohrbrüchen vor einem Jahr in Isernhagen muss Enercity für eine Millionensumme zwei Rohrleitungen erneuern. Die eine Trasse steht fest, im Herbst geht es los. Über die Trasse für die zweite Wasserleitung wird nach wie vor verhandelt.

Als im Frühsommer 2017 zwei Trinkwasserleitungen an insgesamt vier Stellen in K.B. und N.B. brachen, hatten sich Tausende Kubikmeter Wasser über die Straßen ergossen. Schuld war eine besondere Form der Korrosion. Im Herbst stand fest, dass der hannoversche Versorger Abschnitte der 70 und 80 Zentimeter dicken Leitungen aus dem Gewinnungsgebiet Fuhrberger Feld für mehr als fünf Millionen Euro erneuern lassen muss.

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Dass die Trasse der Leitung Fuhrberg II dabei erhalten bleiben soll, hatte von Anfang an festgestanden. Beginnen will Enercity im Oktober im Einmündungsbereich Am Ortfelde/An der Bues, von dort geht auf dem Wirtschaftsweg An der Bues in Richtung Feldmark weiter. Der zweite Bauabschnitt von März bis Juli 2019 umfasst dann den Abschnitt von der Einmündung An der Bues bis zum Ortsausgang an der Hagenstraße – dies dürfte nicht ohne größere Verkehrsbehinderungen auf der Ortsdurchfahrt zu machen sein.

Zweite Leitung soll durch die Feldmark führen

Planerisch deutlich anspruchsvoller ist die Erneuerung der Frischwasserleitung Fuhrberg I, die unter der Dorfstraße sowie den Straßen Am Ortfelde und Fuhrbleek verläuft. Müsste diese an gleicher Stelle erneuert werden, so wären mehrjährige Verkehrsbehinderungen mit zeitweisen Vollsperrungen die Folge. Enercity hatte deshalb von Anfang an die Alternative bevorzugt, diese Leitung auf 4,8 Kilometern Länge in die Feldmark südlich der Ortsteile zu verlegen.

Die Trasse für die Leitung Fuhrberg II steht fest, für die Leitung Fuhrberg I gibt es nach wie vor zwei Varianten. Quelle: HAZ-Grafik

Die Hoffnung, die Verhandlungen mit Dutzenden von Grundeigentümern der benötigten Flächen schnell zum Abschluss zu bringen, wurde allerdings enttäuscht. „Wir wären gern schon weiter“, muss Enercity-Sprecher Carlo Kallen einräumen, der sich ansonsten zu den „sensiblen Verhandlungen“ nicht weiter äußern will.

Schwierige Verhandlungen mit den Grundeigentümern

Ein betroffener Landwirt ist da offener. Es gehe schlicht darum, dass das Verhältnis zwischen dem Eingriff in die Flächen und der Höhe der angebotenen Entschädigungen nicht passe. Tatsächlich hatte Enercity den Grundbesitzern laut eines 61-seitigen Strategiepapiers aus dem Januar zugesichert, die Beeinträchtigungen infolge der Baumaßnahmen (beispielsweise Ernteausfälle) gutachterlich festzustellen und den Flächenbewirtschaftern zu ersetzen. Zudem sollte, da die Leitungsrechte im Grundbuch eingetragen werden müssen, als Ausgleich für den „Grundbuch-Makel“ im Falle eines Verkaufs, eine weitere Entschädigung auf Grundlage des Bodenrichtwertes gezahlt werden.

Bei den Grundbesitzern kam das laut des Landwirtes, der unbenannt bleiben möchte, nicht gut an. Einerseits entsprächen die Bodenrichtwerte nicht den tatsächlichen Erlösmöglichkeiten. Andererseits seien die Böden dort extrem tonhaltig. Werde diese Schicht beim Leitungsbau angekratzt, so entstehe im Untergrund eine wannenartige Vertiefung. Dies habe wassergesättigte Bereiche zur Folge, die schlecht zu befahren seien und auf denen Feldfrüchte schlechter wüchsen.

Enercity setzt auf neue Trasse

Enercity hat seine erste Trassenvariante durch die Feldmark mittlerweile überarbeitet. Jetzt setzt das Unternehmen stärker als zuvor auf die Nutzung öffentlicher Wegparzellen. Teilweise ist der Verlauf über Privatflächen aber unumgänglich. Solange nicht die Zustimmung der Eigentümer vorliegt, ist auch die Erneuerung der Wasserleitung mitten durch den Ort noch nicht vom Tisch.

Von Frank Walter