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Isernhagen Tausende Umfragebögen für mehr Impfbereitschaft
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Tausende Umfragebögen für mehr Impfbereitschaft
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00:33 24.03.2018
Arzthelferin Natascha Weßler und Allgemeinmediziner Thomas Riebschläger werben für die nächste Grippe-Impfung im Herbst. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Neuwarmbüchen

 Die Grippewelle, die die Region Hannover fest im Griff und auch in der Gemeinde Isernhagen mindestens ein Todesopfer gefordert hatte, ebbt langsam ab - auch in der Landarztpraxis in Neuwarmbüchen ist das Wartezimmer nicht mehr ganz so voll. Trotzdem geht der niedergelassene Arzt Thomas Riebschläger nicht zur Tagesordnung über. Es müsse nicht sein, dass so viele Menschen an der Influenza erkranken oder sogar sterben. Deshalb hat er sich zu einer Werbekampagne entschieden: für Impfungen – und zwar frühzeitig, bevor die nächste Grippewelle kommt. 

Viele Impfmuffel

Riebschläger hat eine Umfrage gestartet unter seinen mehr als 3.000 Patienten, die in seiner Kartei aufgeführt sind und bei ebenso vielen Beschäftigten der Firmen, die er als Betriebsarzt betreut. Ein Ergebnis kann er schon jetzt nennen: In einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern hätten sich lediglich 130 gegen Grippe impfen lassen. Das ist Riebschläger zu wenig. Auch Kunden einiger Apotheken will er in seine Umfrage einbeziehen.

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Mit der Befragung will der Mediziner ermitteln, warum sich so viele Menschen nicht gegen die Influenza impfen lassen. Dazu hat der 52-Jährige einen anonymisierten Fragebogen entwickelt. Angaben wünscht er sich von den Teilnehmern unter anderem darüber, ob sie sich bislang überhaupt jemals gegen die Grippe impfen ließen. Und wenn nicht, welche Gründe für sie dagegen sprachen? Lag es am derzeitigen Wirkstoff , müsste dieser möglicherweise verbessert werden? „Schon durch die Fragen befassen sich die Leute mehr mit dem Impf-Thema“, davon ist Riebschläger überzeugt und hofft auf aufschlussreiche Ergebnisse.

Die Zahl der Erkrankten senken

Unabhängig davon hat der Neuwarmbüchener sich fest vorgenommen, mehr Menschen zu  animieren, sich im kommenden Herbst gegen die Grippe zu wappnen.  Auch eine gesunde Ernährung, Vitamine, viel Bewegung und häufiges Händewaschen seien dabei hilfreich. Aber im Mittelpunkt seiner persönlichen Präventionskampagne stehen Impfungen. Riebschlägers Ziel: Die Zahl der an Influenza Erkranken soll im nächsten Winter spürbar niedriger sein als in den letzten Wochen, als wegen der Grippewelle  überfüllte Krankenhäuser wegen erkrankten Pesonals sogar Operationstermine absagen mussten. Dies alles hätte bei einer größeren Impfbereitschaft nicht solch dramatische Dimensionen annehmen müssen, meint Riebschläger

 Im Visier hat der Arzt Kinder, die Generation 50 plus, chronisch Kranke sowie Menschen, die täglich mit anderen in Kontakt kommen. Versprechen kann er nichts: „100-prozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Aber die gebe es auch nicht bei einer Masernimpfung nicht.

Von Katerina Jarolim-Vormeier