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Isernhagen Pestalozzi-Stiftung kündigt Vertrag für das Schulessen
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Pestalozzi-Stiftung kündigt Vertrag für das Schulessen
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14:38 19.05.2019
Pestalozzi-Mitarbeiter kochen in Großburgwedel auch für Isernhagener Schüler. Quelle: Archiv (Martin Lauber)
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Altwarmbüchen/Großburgwedel

Aktuell ist völlig offen, wer Isernhagens Schüler am Gymnasium, an der IGS, der Haupt- und der Realschule ab dem nächsten Schuljahr mit Mittagessen und belegten Brötchen versorgen wird: Die Pestalozzi-Stiftung aus Großburgwedel hat den Vertrag über den Betrieb der Mensa im Schulzentrum und zweier Schulkioske in Altwarmbüchen gekündigt.

Pestalozzi kocht für Schulen und Kitas

Bei den Jugendlichen ist das Mittagessen beliebt, das Pestalozzi seit August 2016 im Schulzentrum serviert. Verantwortlich ist die „Appeitit-Werkstatt“ der Stiftung, die im 2015 neue rund 3,7 Millionen Euro teure Räume in Großburgwedel bezogen hatte. Ein Team aus Mitarbeitern mit und ohne Behinderung bereitet dort Essen für viele Schulen, Kitas und andere Abnehmer zu. Zudem betreibt Pestalozzi Kioske, beispielsweise im Schulzentrum und in der Heinrich-Heller-Schule in Altwarmbüchen, an denen sich die Schüler, Lehrer und anderen Mitarbeitern unter anderem mit belegten Brötchen, frischem Obst und Getränken eindecken können.

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Das Problem sind die Schulkioske

Doch so gut dieses Zusatzangebot auch ankommt, für die Stiftung ist es ein Zuschussgeschäft: „Die Kioske haben uns wirtschaftlich das Genick gebrochen“, räumt Pestalozzi-Vorstand Sebastian Bernschein ein. Jemanden in Vollzeit nach dem vergleichsweise hohen Kirchen-Tarif „für zwei Duplos pro Stunde“ zu beschäftigen, ergebe ein Minus von 10.000 bis 20.000 Euro pro Jahr. Das könne man sich einerseits nicht leisten. Andererseits ergebe sich für die Stiftung aus der öffentlichen Förderung eine besondere Verpflichtung – man dürfe „nicht einfach eine Schule subventionieren“.

„Uns fehlen aber auch Beschäftigte“, nennt Werkstatt-Leiter Oliver Paasch einen weiteren Grund. Und zwar nicht bei den gewerblichen Mitarbeitern, sondern geeignet qualifizierte Menschen mit Behinderung, für die Pestalozzi beispielsweise auch in der Logistik und der Industrie-Fertigung ausgelagerte Beschäftigungsplätze anbietet.

Pestalozzi hat den Vertrag gekündigt

Mit Blick auf die dreimonatige Frist hat die Stiftung den Vertrag mit der Gemeinde – der außer die beiden Kioske auch den Mensabetrieb im Schulzentrum umfasst – deshalb zum 30. März gekündigt. Damit gibt Pestalozzi planmäßig am letzten Schultag vor den Sommerferien zum letzten Mal Essen in der Mensa aus und beendet dann auch den Betrieb der beiden Kioske. Nicht von der Kündigung betroffen sind die Essenslieferungen für die Kitas in Isernhagen N.B. und Neuwarmbüchen.

Und wie geht es mit der Verpflegung im Schulzentrum und der Heinrich-Heller-Schule dann weiter? „Wir prüfen gerade intern die Möglichkeiten und hoffen auf eine gute Lösung“, sagt Sascha Trampe vom Amt für Jugend, Bildung und Sport der Gemeinde . Dabei werde man außer mit anderen Caterern auch mit der Pestalozzi-Stiftung sprechen, um herauszufinden, was sich an den Rahmenbedingungen ändern müsse. „Ich bin da wirklich guter Dinge“, so Trampe. Eltern vermuten, dass in der Konsequenz die Preise in der Mensa und am Kiosk steigen könnten.

Unterm Strich brauche es laut Trampe eine Lösung für ein Jahr. Denn für den neuen Schulcampus, der im Sommer 2020 fertig sein soll, müsse die Gemeinde das Verpflegungsangebot für die Schüler und Lehrer ohnehin neu ausschreiben.

Von Frank Walter