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Isernhagen Christophorus: Neubaupläne ziehen sich hin
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Christophorus: Neubaupläne ziehen sich hin
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14:23 24.08.2018
Außer dem Kindergarten soll nur der Kirchraum der Christophorusgemeinde erhalten und in den Neubau integriert werden. Quelle: Bahl (Archiv)
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Altwarmbüchen

Die Christophorusgemeinde Altwarmbüchen muss einen Teil ihres Grundstücks verkaufen, um ihr neues Gemeindehaus finanzieren zu können. Nachdem ein erster Entwurf eines Bauträgers im Planungsausschuss des Isernhagener Rates nun durchgefallen ist, stellt sich für die Kirchengemeinde die Frage, wie es weitergeht.

Sechs neue Häuser auf 3000 Quadratmetern

3000 Quadratmeter groß ist der Grundstücksteil, den die Kirchengemeinde verkaufen möchte. Der Entwurf der Firma Helma, der jetzt im Planungsausschuss vorgestellt wurde, sieht für das Areal zwischen Bothfelder und Bernhard-Rehkopf-Straße den Bau von vier Reihenhäusern, einem Doppel- und einem Einfamilienhaus vor. Erschlossen werden sollen diese durch eine neue Privatstraße, die westlich des Pfarrhauses an den Friedhofsparkplatz anknüpft. Allerdings entspricht dieser Entwurf aus Sicht von Politik und Verwaltung nicht ausreichend der Vorgabe, die auf Betreiben des Ortsrats in den Bebauungsplan eingeflossen war: 50 Prozent der Wohngebäude sind „barrierefrei zugunsten behinderter Menschen und Senioren zu errichten“. Der Ausschuss lehnte das Konzept deshalb einstimmig ab.

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Aktuell eine weitere Interessentengruppe

Laut Kirchenkreis-Sprecherin Andrea Hesse hofft das Kirchenkreisamt nun, dass der Bauträger sein Konzept noch einmal überarbeiten wird. Diese Hoffnung teilt auch Christophorus-Pastor Sebastian Müller. Noch sei allerdings offen, ob die Firma Helma der Gemeinde ein neues Angebot vorlege. Nachdem ein anderes Bauunternehmen bereits vor längerer Zeit abgesprungen war und auch auf Nachfrage kein Interesse mehr an dem Grundstück habe, gibt es laut Müller nur noch einen weiteren Interessenten: eine Gemeinschaft mehrerer Privatleute, die jeder für sich bauen wollten. Wichtig für die Kirchengemeinde sei es nur, das komplette Grundstück auf einen Schlag loszuwerden – das sei unkomplizierter als Einzelverkäufe.

„Wir müssen uns fragen, wie es jetzt weitergeht“, sagt Pastor Müller. Vielleicht wisse man bis zur nächsten Kirchenvorstandssitzung Anfang September schon mehr. Müller hofft aktuell auf einen Verkauf des 3000-Quadratmeter-Grundstücks im Herbst – und damit auf die notwendigen Einnahmen für die eigenen Neubaupläne.

Das alte Gemeindehaus ist marode

Dass am Bau eines neuen Gemeindehauses kein Weg vorbeiführt, hatte zuletzt eine größere Baubegehung mit Fachleuten im Frühsommer untermauert. „Die Sanierung würde sich nicht mehr lohnen“, sagt Müller mit Blick auf das in Teilen marode Bauwerk. An manchen Stellen dringt Wasser durchs Flachdach, der mehrmals ergänzte Bau ist verwinkelt, die Energiebilanz vernichtend. Erhalten bleiben soll neben dem Kindergarten nur der Kirchraum. Der Rest soll für mehr als eine Million Euro neu gebaut werden. Die Gemeinde wird für die Bauphase soweit wie möglich in die katholische Heilig-Kreuz-Kirche ausweichen.

Einen guten Teil der Kosten muss die Christophorusgemeinde selbst aufbringen. Zuschüsse kommen vom Kirchenkreis und der Landeskirche, doch diese bemessen sich an der (sinkenden) Zahl der Gemeindemitglieder. „Und unser altes Haus ist viel zu groß“, sagt Müller. Die Pläne, die je nach dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf noch angepasst werden können, sehen deshalb einen kleineren Neubau vor. Die Jugendlichen beispielsweise werden sich anders als bislang einen Raum mit anderen Gruppen teilen müssen. Ein Zimmer nur einmal pro Woche zu nutzen, „das werden wir uns künftig nicht mehr leisten können“, so der Pastor.

Er rechnet aktuell mit einem Baubeginn im nächsten oder erst übernächsten Jahr. „Wir wollten schnell loslegen. Aber leider zieht es sich.“

Von Frank Walter