Isernhagen: Corona-Pause endet: Gemeinde öffnet ihre Sporthallen für Vereine
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Isernhagen Corona-Pause endet: Gemeinde öffnet ihre Sporthallen wieder für Vereine
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Corona-Pause endet: Gemeinde öffnet ihre Sporthallen wieder für Vereine
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17:06 29.05.2020
Die Gemeinde Isernhagen öffnet ihre Sporthallen (hier die Halle der Grundschule Altwarmbüchen) wieder für die Vereine. Quelle: Lisa Otto (Archiv)
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Isernhagen

Die Landesverordnung macht die Nutzung von Sporthallen mittlerweile wieder möglich. Die Gemeinde Isernhagen gibt ihre Sporthallen ab Mittwoch, 3. Juni, wieder für den Vereinssport frei und hat dafür ein Bündel an Vorgaben geschnürt. Dabei wird die Gemeinde deutlich: „Ein Verstoß gegen die Hygiene- und Abstandsregelungen führt zur sofortigen Nutzungsuntersagung der Sporthalle für diesen Verein.“

Abstand ist einzuhalten, Kabinen bleiben dicht

Laut der Vorgaben muss der Sport kontaktlos erfolgen, ein Sicherheitsabstand von zwei Metern ist einzuhalten, gehustet und geniest werden darf nur in die Armbeuge. Umkleidekabinen, Gemeinschafts- sowie Dusch- und Waschräume bleiben geschlossen. Bei der Toilettennutzung gilt es, den Mindestabstand einzuhalten, ebenso in den Geräteräumen. Beim Eintritt ins Gebäude müssen die Nutzer Warteschlangen vermeiden, Zuschauer sind ebenso wie Wettbewerbe verboten. Die Zahl der Trainer und Betreuer muss möglichst gering gehalten werden.

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Bei der Hygiene stehen vor allem gemeinsam genutzte Sportgeräte im Fokus: „Desinfizierung der Sportgeräte nach jeder Nutzung durch die Vereine“, heißt es dazu in der Mitteilung der Gemeinde. Auch ihre Hände müssen sich die Sportler gründlich desinfizieren, die Mittel dafür stellt die Gemeinde zur Verfügung. Ausgeschlossen vom Hallensport seien Menschen mit „Krankheitsanzeichen wie Husten, Fieber, Halsschmerzen, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Schnupfen, Gliederschmerzen.“

Teilnehmerlisten sind Pflicht

Dokumentieren müssen die Vereine in Zeiten, in denen jeder Restaurantbesuch Schreibarbeit erfordert, das Ganze auch. „Durch den Verein sind Anwesenheitslisten zu führen, sodass im Falle einer Infektion der betroffene Personenkreis identifiziert werden kann“, so die Gemeinde. Und weiter: „Mit Unterschrift verpflichtet sich der Verein zur Einhaltung der genannten Vorgaben durch sämtliche Vereinsmitglieder.“

Genau an diesen beiden Stellen könnten die aus Sicht des Gesundheitsschutzes verständlichen Vorgaben juristisch schwierig, zumindest aber bürokratisch werden, befürchten Vereinsvertreter. Karl-Günther Wieneke, Vorsitzender des TuS Altwarmbüchen und der Arbeitsgemeinschaft der Isernhagener Sportvereine, zitierte im Sportausschuss des Rates am Donnerstagabend aus einer Mitteilung des Landesdatenschutzbeauftragten. In der Konsequenz will der TuS außer Anwesenheits- auch noch weitere Listen vorbereiten. Auf diesen sollen die Mitglieder zustimmen, dass der Verein ihre Daten im Fall der Fälle auch tatsächlich an das Gesundheitsamt weitergeben darf, das dann Infektionsketten nachspüren würde.

SSV Kirchhorst will nichts überstürzen

Ratsmitglied Christian Possienke, zugleich Vorsitzender des SSV Kirchhorst, sieht einerseits in der Listenführung ein Problem. Das bringe einiges an bürokratischem Aufwand für die Trainer mit sich. Er hält es als Rechtsanwalt aber auch für juristisch schwierig, dass er als Vorsitzender außer für den Verein als Institution auch für alle Mitglieder unterschreiben soll, dass diese sich zur Einhaltung der Vorgaben verpflichteten. „Das wäre ein Vertrag zulasten Dritter und damit juristisch schwierig.“

Possienke will nun in den Sparten abfragen, welche Abteilung die Vorgaben umsetzen kann. Diese müssten dazu auch die Vorgaben ihrer Verbände beachten. „Tischtennis-Einzel wird wohl gehen, Kinderturnen sicher nicht“, nennt er zwei Beispiele. Possienke will nichts übers Knie brechen. „Lieber warten wir noch eine Woche länger. Und im Zweifel lassen wir es bleiben.“

Begegnungsstätten bleiben noch geschlossen

Während Vereinssportler in der Woche nach Pfingsten also wieder in die Sporthallen zurückkehren können, müssen die Nutzer der Begegnungsstätten in den sieben Ortsteilen noch warten: Die Dorftreffs bleiben voraussichtlich bis mindestens 1. August geschlossen, teilte die Gemeinde mit. Dass sie dabei anders als bei den Sportstätten vorgeht, begründete Ordnungsamtsleiter Jörg Schuster mit der anderen Altersstruktur: Hauptnutzer der Begegnungsstätten seien ältere Bürger, und diese seien durch das Coronavirus besonders gefährdet. Von der Schließung ausgenommen sind allerdings gemeindliche Nutzungen, die Ortsräte können in den Begegnungsstätten tagen.

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Von Frank Walter

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