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Isernhagen Nach Unfallflucht: 81-Jähriger verzichtet freiwillig auf seinen Führerschein
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Nach Unfallflucht: 81-Jähriger verzichtet freiwillig auf seinen Führerschein
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17:36 11.10.2019
Das Amtsgericht Burgwedel hat das Verfahren gegen 81-Jährigen Isernhagener eingestellt. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)
Isernhagen

Weil er sich geständig zeigte und unwiderruflich auf seinen Führerschein verzichtete, ist ein 81-Jähriger vor dem Amtsgericht Burgwedel jetzt noch einmal glimpflich davongekommen. Der Senior hatte eine Unfallflucht begangen, nachdem er im April in Altwarmbüchen in den Gegenverkehr geraten war und mit seinem Auto den Außenspiegel eines anderen Verkehrsteilnehmers abgefahren hatte.

Richter: So einen Schaden muss man hören

Sichtlich betroffen erschien der 81-Jährige zur Verhandlung im Amtsgericht – noch nie hatte er sich zuvor verkehrsrechtlich schuldig gemacht. Am 15. April jedoch war er mit seinem Auto von der Kircher Straße in die Bothfelder Straße in Altwarmbüchen eingebogen und hatte dabei die Kurve so stark geschnitten, dass er das Fahrzeug einer 37-Jährigen touchierte. Bei diesem ging der Außenspiegel kaputt. Doch der Rentner beteuerte vor Gericht, von dem Schaden nichts mitbekommen zu haben. Er habe in den Rückspiegel geschaut und keinen Schaden erkannt. Auch später habe er keine Beschädigungen an seinem Wagen feststellen können. Das glaubte Amtsrichter Michael Siebrecht ihm nicht. „Wenn man wo gegen fährt, und es knallt, hört man das Geräusch“, betonte dieser und riet dem 81-Jährigen, lieber die Karten auf den Tisch zu legen.

Das tat der Rentner schließlich auch – und hatte damit Richter und Staatsanwaltschaft auf seiner Seite. Noch im Gerichtssaal verzichtete er unwiderruflich auf seine Fahrerlaubnis. Das Strafverfahren gegen ihn wurde eingestellt.

Unfallopfer kassiert zu hohe Schadenssumme

Das mutmaßliche Unfallopfer hingegen könnte indes noch Schwierigkeiten bekommen: Wie ein Unfallzeuge – von Beruf Mechatroniker – im Zeugenstand berichtete, sei beim Unfall allein das Innere des Außenspiegels kaputtgegangen. Auch die Fotos, die die Polizei vor Ort gemacht hatte, bestätigten dieses. Die 37-Jährige hatte jedoch einen Schaden von mehr als 3700 Euro an ihrem Audi Q5 bei der Versicherung des 81-Jährigen geltend gemacht und sich auszahlen lassen. Nur aufgrund dieser hohen Schadenslage war es überhaupt zur Anklage des Rentners gekommen.

„Der Schaden ist viel zu hoch“: Da waren sich im Gerichtssaal die meisten einig. Die Fotos, die die 37-Jährige eingereicht hatte, zeigten einen komplett abgerissenen Spiegel und diverse Kratzer an der Fahrzeugseite – Schäden, die beim Unfall laut Polizei und Zeugen nicht entstanden waren. Die 37-Jährige berichtete von einem Gutachter, der den Schaden noch am Unfalltag auf mehr als 3700 Euro geschätzt hatte. Wieso der Spiegel dann komplett abgerissen war, konnte sie sich auch nicht erklären. Sie sei zwar mit dem Wagen am gleichen Tag gefahren, habe aber keinen weiteren Unfall gehabt. Deshalb stand zum Abschluss des Prozesses für Siebrecht fest: Es handele sich um eine unerlaubte Schadenserweiterung. Auch der Frau drohen somit jetzt strafrechtliche Konsequenzen.

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