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Isernhagen Feuerwehr meistert knifflige Aufgaben bei Übung
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Feuerwehr meistert knifflige Aufgaben bei Übung
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10:58 26.05.2019
Impressionen von der Großübung der Feuerwehr Altwarmbüchen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Altwarmbüchen

Jeder Handgriff muss sitzen: Deshalb hat die Feuerwehr Altwarmbüchen auf dem Betriebshof der Gemeinde Isernhagen am Sonnabend den Einsatz bei Unfällen geübt – und die Aufgaben gemeistert. Das Fazit vom Ausbildungsleiter Stefan Karsten fiel nach der ganztägigen Großübung positiv aus.

Feuerwehr will Einsatz bei Verkehrsunfällen verbessern

Das Novum bei diesem Probeeinsatz waren gleich zwei Komponenten: Erstmals standen den Feuerwehrleuten sechs, statt sonst zwei Fahrzeuge zur Verfügung, an denen sie die Vorgehensweise bei einem Verkehrsunfall probten. Zudem war der KTG Rettungsdienst aus Bothfeld dabei, um die Zusammenarbeit vor Ort zu optimieren. „Wir wissen wenig voneinander und wollen die Kooperation verbessern“, sagte Stefan Karsten, Ausbildungsleiter der Altwarmbüchener Feuerwehr.

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Szenario: Fahrzeug liegt auf der Seite

Das Szenario: Ein Fahrzeug liegt auf der Autobahn auf der Seite. Im Inneren befindet sich der Fahrer, der verletzt ist. Das Auto liegt an einer Mauer. Im Inneren des Fahrzeugs hat sich eine Leitplanke eingebohrt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Altwarmbüchen wie auch der Rettungsdienst treffen zur gleichen Zeit an der Unfallstelle ein.

Die Sanitäter kümmern sich zuerst um den Verletzten, versorgen sowie stabilisieren die Person mit entsprechenden Medikamenten. Derweil kümmern sich die Feuerwehrleute um die Stabilität des Fahrzeugs. Sie spannen Gurte, um das Auto in der Position zu halten. Den Wagen sichern die Retter, damit er festen Stand erhält.

Wie geht es weiter? Die Einsatzkräfte sprechen ihr weiteres Vorgehen ab: Um an den Verletzten zu gelangen, holen die Feuerwehrleute ihre Geräte, die auf einer Plane bereitliegen. Schere und Spreizer kommen zum Einsatz. Die Seitentüren trennen sie ab. Dann sagt der Verletzte: „Mein Bein ist eingeklemmt.“ Diese Aussage stellt die Einsatzkräfte vor neue Aufgaben. Erneut kommen Schere und Spreizer zum Einsatz. Das dauert länger als vorgesehen. Aber die Feuerwehrleute finden eine Lösung. Sie spreizen die Karosse auseinander und schneiden das Lenkrad ab.

„Eigentlich soll die Rettung eines Verletzten bei einem Verkehrsunfall nicht länger als 20 Minuten dauern“, sagte Stefan Karsten, Ausbildungsleiter und Organisator der Großübung. Zusammen mit Christoph Valentin hatte er die Übung auf die Beine gestellt. Wegen des eingeklemmten Beins dauerte der Einsatz zehn Minuten länger. „Das ist immer ein Richtwert, der wegen einer Besonderheit nicht immer eingehalten werden kann“, sagte Karsten.

Seit November planten Karsten und Valentin die Übung der Altwarmbüchener Feuerwehr, an der 20 alte Hasen wie auch sogenannte „Frischlinge“ teilgenommen haben. Hinzu kamen zehn Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, drei Statisten und zwei Helfer der Feuerwehr Langenhagen. „Die Hilfe aus Langenhagen bot sich an“, sagte Karsten, der als hauptamtlicher Feuerwehrgerätewart in der Flughafenstadt tätig ist.

Zu den Frischlingen gehört Philipp Krettek. Der 19-Jährige ist seit neun Jahren Mitglied bei der Feuerwehr Altwarmbüchen. Mit 16 wechselte er in die Abteilung der Aktiven. Der Student der Geo-Wissenschaften nahm auch an der Übung teil. „Ich werde auf technische Hilfeleistung vorbereitet und lerne Schneidetechniken mit den Geräten“, sagte Krettek. Er sei praktisch veranlagt und profitiere gerne von Tipps. „Ältere führen uns super heran.“

Vor rund 20 Jahren handelten die Feuerwehrmänner nach dem Hamburger Modell, sagte Karsten. Bei diesem sei das komplette Dach vollkommen abgeschnitten worden. Heute hieße die Methode Fischdose: Dabei werde das Dach vom Kofferraum aufgeschnitten, „das dann aufgeklappt wird“, erläuterte der 33-Jährige.

Von Katerina Jarolim-Vormeier