Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Isernhagen Hochschwangere geschlagen und getreten: Sechs Monate auf Bewährung
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Hochschwangere geschlagen und getreten: Sechs Monate auf Bewährung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 19.05.2019
Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Isernhagener zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, weil er seine hochschwangere Frau gewürgt hatte. Quelle: Symbolbild
Isernhagen

Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein Isernhagener am Donnerstagvormittag im Amtsgericht Burgwedel zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. „Das ist nicht nur gefährlich gewesen, das war auch verachtenswert“, sagte Amtsrichter Michael Siebrecht zur angeklagten Tat.

Frau flüchtet in Unterwäsche bei Minusgraden auf die Straße

Der 27-Jährige war Mitte Januar gegen 3 Uhr nachts stark betrunken nach Hause gekommen und hatte dort seine 24-jährige Lebensgefährtin geweckt, die mit der gemeinsamen, erst einjährigen Tochter im Bett schlief. Seine Lebensgefährtin war hochschwanger, die Tat ereignete sich am errechneten Geburtstermin. „Wir haben gestritten“, sagte der Angeklagte kurz und knapp im Gerichtssaal. „Es ist schlimm, dass es so weit gekommen ist.“ Denn beim Streit blieb es nicht: Der junge Vater schlug seine hochschwangere Freundin, zog sie an den Haaren, würgte sie und trat ihr schließlich in die Nierengegend, als sie bereits auf den Boden gesackt war. Seine Freundin flüchtete daraufhin barfuß, nur in Unterwäsche und mit Bademantel bekleidet, gemeinsam mit ihrer Tochter aus der Wohnung – und alarmierte von dort die Polizei. „Die Tochter hatte auch nur einen Schlafanzug und eine Winterjacke an. Es waren Minusgrade“, schilderte die Polizistin die Szenerie vor Ort. Man habe beide schnell im Polizeiwagen aufgewärmt und einen Krankenwagen gerufen. Der betrunkene Isernhagener fiel derweil in den Tiefschlaf – ein Alkoholtest war gar nicht erst möglich, da er die Polizisten nicht in die Wohnung ließ. „Ich habe sie gar nicht mehr gehört“, sagte der Angeklagte dazu.

Staatsanwältin: Das war auch für das Baby lebensgefährlich

„Das ist ein absolutes No-Go, eine hochschwangere Frau, erst recht die eigene, so schwer zu misshandeln“, betonte die Staatsanwältin. Es sei lebensgefährlich gewesen, nicht zuletzt für das Baby. Die Folgen der Misshandlung blieben jedoch glücklicherweise gering: Sechs Tage später konnte die junge Frau ein gesundes Kind zur Welt bringen. „Ich hatte auch keine Verletzungen von den Schlägen“, versicherte die 24-Jährige im Zeugenstand.

So grausam die Tat, so überraschend war es für die Beteiligten im Gerichtssaal zu hören, dass Täter und Opfer inzwischen wieder ein Paar sind. „Ich war auch bei der Geburt dabei“, betonte der Angeklagte. Er habe das Problem, dass Alkohol ihn aggressiv mache. „Deshalb habe ich seit dem Tag nichts mehr getrunken“, versicherte er. Das bestätigte auch seine Freundin: „Wir haben gesprochen. Und wir sind ihm wichtiger als der Alkohol. Vorher ist so etwas noch nie passiert, und seitdem ist auch alles wieder gut.“ Das Paar sei zudem beim Jugendamt gewesen und habe dort gehört, dass es nichts Vergleichbares mehr geben dürfe. „Das wird es auch nicht“, versicherte er.

Urteil: Sechs Monate auf Bewährung

Der 27-Jährige räumte die Tat ein, stand zuvor nur wegen kleinerer Delikte wie Diebstahl und Beleidigung vor Gericht und willigte sofort ein, einen Alkoholentzug zu absolvieren. Daher folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft und setzte eine sechsmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung im Urteil fest. Die Bewährungszeit beläuft sich auf drei Jahre –sollte er in dieser Zeit straffällig werden, muss er doch ins Gefängnis. „Ich werde Sie genau im Auge behalten“, betonte Siebrecht. Am Ende des ersten Jahres muss der 27-Jährige zudem ein Attest vorlegen, dass er die Therapie absolviert hat. „Es ist gut, dass Sie nicht mehr trinken. Aber wir müssen dafür sorgen, dass das auch so bleibt.“ Denn so einen Vorfall, da waren sich alle einig, dürfe nie wieder passieren.

Von Carina Bahl

Rechtzeitig zum Start der Badesaison ist der oft kritisierte Fußweg am Gelände des Wassersportvereins entlang saniert. Fußgänger wie Radfahrer können den Altwarmbüchener See wieder bequem erreichen.

16.05.2019

Fünft- und Sechstklässler der IGS Isernhagen verbringen gerade eine gemeinsame Woche mit polnischen Altersgenossen. Bei Ausflügen und Spielen lernen sie sich kennen – und erleben, dass sie trotz der unterschiedlichen Sprache ganz ähnliche Interessen haben.

18.05.2019

In den nächsten Monaten wird sich im Einkaufszentrums Crendel-Center in Altwarmbüchen einiges tun: Mehrere Geschäfte ziehen um, die Ladenzeile wird kernsaniert. Discounter Aldi soll auf 1200 Quadratmetern im Herbst direkt an der Hannoverschen Straße öffnen.

15.05.2019