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Isernhagen Kirchengemeinde St. Marien plant Förderverein für den Friedhof
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17:10 10.10.2019
Theodore Jürgensen steht auf dem Friedhof St. Marien. Gemeinsam mit dem übrigen Kirchenvorstand und weiteren Gleichgesinnten plant sie die Gründung eines Fördervereins. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen K.B

Die Kirchengemeinde St. Marien Isernhagen möchte einen neuen Weg beschreiten: Der Kirchenvorstand plant die Gründung eines Fördervereins für den Friedhof am Martin-Luther-Weg. Dafür sucht er nun Mitstreiter.

„Ob das hierher passt, darüber haben wir länger diskutiert“, sagt Theodore Jürgensen und zeigt beim Rundgang über den St.-Marien-Friedhof auf eine große Statue aus weißem Stein. Nicht weit entfernt liegt eine Grabfläche, auf der Unkraut wuchert. Manchmal sei es schwierig, Angehörige ausfindig zu machen, die sich um die Grabpflege kümmerten, sagt die Kirchenvorstandsvorsitzende.

Der Trend geht zu Ruhegemeinschaften

Direkt an der Hecke, die den kirchlichen vom kommunalen Friedhofsteil trennt, sieht es hingegen sehr gepflegt aus. „Unser Urnengrabfeld wird gut angenommen“, sagt Jürgensen beim Blick auf die Rasenfläche samt Rosenbeet. Die Namen vieler Verstorbener finden sich auf den Steinquadern der Beeteinfassung.

Einen Steinwurf entfernt liegt ein anderes Areal, das vom Friedhofsgärtner und nicht von Angehörigen gepflegt wird. Der Ginkgo-Hain ist mit zwei der namensgebenden Bäumen, Bodendeckern und einer Sitzbank gestaltet. Mit dem Erwerb einer Ruhestätte in dieser Anlage sind die Pflege und der Unterhalt für die Ruhezeit von 25 Jahren gewährleistet.

Solche Ruhegemeinschaften liegen im Trend, nicht nur auf dem kirchlichen Friedhof in K.B. Auch auf kommunalen Friedhöfen entstehen zunehmend Gemeinschaftsareale, bei denen die Pflege inklusive ist. Manchmal leben die Hinterbliebenen weit weg und können sich nicht selbst um die Grabpflege kümmern, manchmal spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle.

Viel Arbeit für einen Friedhofsgärtner

Für die Gemeinde St. Marien hat das Folgen. „Das sind günstige Gräber, und wir stehen preislich in Konkurrenz zu anderen“, sagt Jürgensen. Dabei könne ein einzelner Friedhofsgärtner, zumal in Teilzeit, die Arbeit eigentlich nicht leisten. Doch mehr Geld gebe es von der Landeskirche dafür nicht. „Und es ist viel, viel Arbeit.“

„Der klassische Friedhof ist so etwas wie ein Wirtschaftsbetrieb der Kirchengemeinde“, erläutert Kirchenvorsteher Matthias Müller, der federführend am Projekt eines Fördervereins arbeitet. „Wir dürfen mit unserem Kirchenfriedhof weder Verluste machen, noch dürfen wir Erträge generieren und in besondere Projekte investieren.“

Zwischen 50 und 60 Menschen werden jährlich auf dem Kirchenfriedhof in K.B. bestattet. Die Gebühren stellen den Erhalt des Areals sicher. Die Weiterentwicklung sei damit allerdings nur in geringem Umfang möglich, erläutert Müller: „Aus diesem Grund halten wir die Gründung eines Friedhoffördervereins für sinnvoll.“ Dieser dürfe Spenden annehmen, ergänzt Jürgensen.

Kirchenvorstand informiert über Idee eines Fördervereins

Doch auch anderes spielt eine Rolle: So könne ein Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Ruhe und Erholung sein. Biodiversität und Bienenschutz will der Kirchenvorstand dabei in den Blick nehmen, ebenso Kunst und Kultur. Auch Patenschaften für historische Grabmale hält er für denkbar. „Vielleicht gibt es Menschen, die Freude daran haben, in einer Gruppe Gleichgesinnter an der Gestaltung des Friedhofs mitzuwirken, Projekte zu entwickeln oder auch selbst zu gärtnern“, sagt Müller.

Um die Idee eines Fördervereins voranzubringen, lädt der Kirchenvorstand für Sonnabend, 19. Oktober, 15 Uhr, zu einem Informationsnachmittag ins Gemeindehaus am Martin-Luther-Weg 3a ein. Geplant sind ein Vortrag über Friedhöfe im Wandel der Bestattungskultur und ein Rundgang. Anmeldungen unter Telefon (0511) 7245035 oder per E-Mail an matthias.mueller@kirche-isernhagen.de erleichtern die Organisation.

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