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Isernhagen Kommt die Baumschutzsatzung doch noch?
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Kommt die Baumschutzsatzung doch noch?
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17:38 04.12.2019
In Isernhagen stehen viele alte Bäume. Manche sind als Naturdenkmale geschützt, andere per Bebauungsplan. Doch viele Bäume dürften auch sofort gefällt werden. Quelle: Frank Walter
Isernhagen

Steuert Isernhagen nach jahrzehntelanger Diskussion nun doch auf eine Baumschutzsatzung zu? Die Gemeindeverwaltung sieht einen klaren Bedarf dafür, die Ratsfraktionen wollen noch beraten.

Die meisten Bäume sind nicht geschützt

Ist man in den Isernhagener Ortsteilen unterwegs, so steht der nächste alte, knorrige Baum nie weit entfernt – und das längst nicht nur in den Waldgebieten und an den Straßen, sondern auch auf vielen Privatgrundstücken, wo sie das Ortsbild bereichern und vielen Tieren Wohnraum bieten. Manche Exemplare sind als Naturdenkmale geschützt, andere per Bebauungsplan. Doch viele Bäume dürften auch sofort gefällt werden, denn eine Baumschutzsatzung gibt es in Isernhagen bislang nicht.

Seit mehr als 20 Jahren fordern namentlich die Grünen immer wieder, dass Isernhagen dem Beispiel anderer Kommunen folgt und eine Satzung erlässt. Regionsweit gilt derzeit in acht von 21 Kommunen eine solche Schutzverordnung. Dabei unterscheiden sich die Regelungen stark. Während die Stadt Hannover Bäume ab einem Stammumfang, gemessen in einem Meter Höhe über dem Boden, von 60 Zentimetern schützt, sind es in Laatzen 1,50 Meter – und in Wennigsen nur 15 Zentimeter.

Doch genauso oft wie beantragt scheiterte dieser Vorstoß bislang im Rat. Man wolle nicht derart in die Rechte des Privateigentums eingreifen, der Verwaltungsaufwand sei hoch – und kurz vor Inkrafttreten einer Satzung könnten viele Grundstücksbesitzer noch schnell vorsorglich Bäume fällen, so die Befürchtungen.

Klima und Umwelt rücken zunehmend in den Fokus

Doch diesmal könnte der neuerliche Vorstoß der Grünen möglicherweise zum gewünschten Ziel führen. Nicht nur, dass die Umweltbelastung und der Klimawandel weltweit in Zeiten der Fridays-for-Future-Demonstrationen viel mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen und zum Umdenken bei den politischen Parteien führen – auch haben Bäume eine große Bedeutung für den Natur- und Klimaschutz.

Das, was das Isernhagener Rathaus da als Stellungnahme zur neuerlichen Forderung formuliert hat, liest sich auch für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Edgar Ojemann als „klares Plädoyer für eine Baumschutzsatzung“, wie er jetzt in einer Ausschusssitzung sagte – und nicht nur für ihn. „Ohne eine Baumschutzsatzung werden kontinuierlich wertvolle und für den Natur- und Klimaschutz bedeutsame Bäume entfernt oder in ihrer Gestalt und Vitalität beeinträchtigt“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung aus der Feder der Umweltschutzbeauftragten Elke Freytag. Und: „Aus Sicht der Umweltschutzbeauftragten wäre der Erlass einer Baumschutzsatzung ein geeignetes Instrument zur langfristigen Erhaltung ortsbildprägender Bäume.“

Vorschlag: Schutz ab 2,40 Meter Umfang

Ortsbildprägend deshalb, weil der eine Vorschlag der Verwaltung aussagt, „heimische Laubbäume mit einem Mindestumfang von 2,40 Metern“ (entspricht etwa 80 Zentimetern Durchmesser) per Satzung zu schützen. Die Alternative nennt die Vorlage auch: „Keine Baumschutzsatzung aufzustellen“. Denn auf der Sollseite stehen zusätzliche Personalkosten von 48.000 Euro pro Jahr, würde die Satzung beschlossen.

In zwei Fachausschüssen hatte die Baumschutzsatzung jetzt auf der Tagesordnung gestanden, beide Male vertagte sich die Politik ins nächste Jahr. Zunächst sollen jetzt die Fraktionen intern beraten – „um eine Lösung zu finden, der viele folgen können“, so die Vorstellung von Hans-Jürgen Beck (Grüne).

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Von Frank Walter

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