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Isernhagen Nähe Hufeisensee: Steinwurf schreckt Pärchen von Autorückbank auf
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Nähe Hufeisensee: Steinwurf schreckt Pärchen von Autorückbank auf
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00:21 27.06.2019
Kleine Delle, hohe Reparaturkosten: Für die Instandsetzung dieser Beule hat der Phaeton-Besitzer einen Kostenvoranschlag von 2800 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer vorgelegt. Quelle: Thomas Oberdorfer
Isernhagen H.B

Da halfen auch keine Unschuldsbeteuerungen: „Sie haben den Stein geworfen, Sie haben das Auto beschädigt und dafür müssen Sie nun geradestehen“, las Amtsrichter Michael Siebrecht dem Angeklagten zum Schluss der Verhandlung die Leviten. Er verurteilte einen 65-Jährigen Mann wegen Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Monaten, die er zur Bewährung aussetzte. Außerdem muss der Mann 500 Euro an den Besitzer eines VW Phaeton zahlen, dessen Auto durch besagten Steinwurf beschädigt wurde. Mit diesem Urteil endete ein alles andere als alltäglicher Fall vor dem Burgwedeler Amtsgericht.

Angeklagter war mit Fahrrad unterwegs

Und das war passiert: Der Angeklagte war Ende Februar mit seinem Fahrrad auf dem Landwehrdamm zwischen dem Hufeisensee in Isernhagen und dem Platz des Golfclubs Langenhagen unterwegs. Nach eigener Aussage wollte er im Auftrag des Naturschutzbundes (Nabu) Vögel beobachten, als er in der Nähe der Eisenbahnunterführung einen abgestellten VW Phaeton entdeckte. Der – und das ist unstrittig – hatte da eigentlich nichts zu suchen. Der Weg ist ausschließlich für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben.

Die Position des Autos ist auf der Karte markiert:

Geparkten Phaeton aus der Nähe untersucht

Der Naturfreund näherte sich dem Wagen, um nach dem Rechten zu sehen. „Ich wollte schauen, ob vielleicht ein Schreiben mit einer Sondergenehmigung auf dem Armaturenbrett lag“, erzählte er vor Gericht. Viel vom Wageninneren konnte er allerdings nicht einsehen. Der hintere Teil des Autos lag komplett im Dunklen. Soweit sind die Aussagen des Beschuldigten und des Phaeton-Besitzers deckungsgleich. Was aber danach geschah, danach unterscheiden sich die Versionen.

Stein fliegt gegen VW-Luxuskarosse

„Ich wollte mir das Nummernschild des Autos aufschreiben“, sagte der 65-Jährige vor Gericht aus, als sich plötzlich erst die eine und dann auch noch die zweite hintere Fahrzeugtür der VW-Luxuskarosse geöffnet habe und nacheinander erst ein Mann und dann eine Frau ausstiegen. Nach Schilderung des Naturliebhabers kamen die beiden mit den Worten „Geben Sie es zu: Sie haben den Stein geworfen, dafür werden Sie bezahlen“, auf ihn zu. Dieses habe er aber keineswegs getan, betonte der Angeklagte vor Gericht.

Pärchen wollte auf Rückbank Kuchen essen

Ganz anders hören sich die Schilderungen des Phaeton-Fahrers und seiner Begleiterin an. Die beiden hatten sich auf die Rückbank des Wagens zurückgezogen, um „vor einem geplanten Spaziergang ein Stück Kuchen zu essen.“ Bei einem Blick durch das Heckfenster habe die Frau gesehen, wie der Angeklagte sich bückte, einen Stein aufhob und diesen in Richtung des Autos warf. Sekundenbruchteile später sei der Stein gegen den Phaeton geknallt.

Die beiden stiegen aus, stellten den Angeklagten zur Rede und verständigten die Polizei. So landete der Fall schließlich auf dem Tisch von Amtsrichter Siebrecht. Auch wenn dieser den Schilderungen des Pärchens Glauben schenkte, den Angeklagten wegen Sachbeschädigung verurteilte und zur Zahlung von 500 Euro Schadensersatz verdonnerte – ein wirklicher Sieg für den Kuchenliebhaber war das keineswegs.

Richter folgt Kostenvoranschlag nicht

Denn der hätte gerne 2800 Euro von dem 65-Jährigen gehabt. Schließlich hatte ihm eine VW-Werkstatt einen entsprechenden Kostenvoranschlag für die Reparatur gemacht. Das Schriftstück präsentierte der Phaeton-Fahrer vor Gericht. Etwas arg teuer, fand Siebrecht und nahm daraufhin das einstige VW-Spitzenmodell auf dem Parkplatz des Amtsgerichts persönlich in Augenschein. „500 Euro, einen höheren Schaden sehe ich hier nicht“, stellte er in seiner Urteilsbegründung fest und lag damit schon deutlich über der Einschätzung der Polizisten, die den Fall aufgenommen hatten. Die Beamten hatten den Schaden auf 200 Euro beziffert.

Diese Fälle wurde kürzlich vor dem Amtsgericht in Burgwedel verhandelt

Von Thomas Oberdorfer

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