Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Isernhagen Neue Grundschule in Altwarmbüchen kostet mindestens 6,6 Millionen Euro
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Neue Grundschule in Altwarmbüchen kostet mindestens 6,6 Millionen Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 25.10.2019
Die Grundschule Altwarmbüchen soll ins Gebäude der Heinrich-Heller-Schule umziehen. Dort sind aktuell die Haupt- und die Realschule untergebracht. Quelle: Sandra Köhler
Altwarmbüchen

Die Schulcampus-Baustelle am Helleweg befindet sich auf einem guten Weg, im Sommer nächsten Jahres soll der 25-Millionen-Bau fertig sein. Nun wirft das nächste Großprojekt im Schulsektor in Isernhagen seine Schatten voraus: der Umzug der Grundschule Altwarmbüchen ins Gebäude der Heinrich-Heller-Schule zwischen Lahriede und Jacobistraße. Mindestens 6,6 Millionen Euro sollen dort verbaut werden – inklusive einer neue Zufahrt für die „Elterntaxis“. Klar ist mittlerweile auch, dass der bisherige Zeitplan nicht zu halten sein wird.

Heinrich-Heller-Schule muss für neue Nutzung erweitert werden

Im Dezember 2017 hatte der Rat beschlossen, dass die Grundschule Altwarmbüchen umziehen soll. Hintergrund ist, dass der bisherige Standort der Grundschule an der Bernhard-Rehkopf-Straße stark sanierungsbedürftig ist. Das Grundstück könnte nach dem Abriss der alten Gebäude (und des benachbarten Hallenbads) als Wohnbauland vermarktet werden.

Die Heinrich-Heller-Schule hingegen ist deutlich neueren Baujahres. Dort werden derzeit noch Haupt- und Realschüler unterrichtet, beide Schulformen laufen aber im Sommer 2021 aus. Das Gebäude ist als Grundschule jedoch zu klein und muss erweitert werden.

Uneins über Klassenräume und Größe der Mensa

Welche Kapazitäten die Grundschule Altwarmbüchen – dann im Ganztagsbetrieb samt ergänzendem Hort – am neuen Standort benötigt, darüber waren die Gemeindeverwaltung einerseits und die Schule andererseits von Anfang an nicht einer Meinung. Wie viele neue Klassenräume braucht es? Sollen diese 68 oder 80 Quadratmeter groß werden? Und wie viele Garderobenräume benötigt man? Reicht eine multifunktionale Mensa für 199 Personen? Oder sollte man mit Platz für circa 400 Personen in einen Bereich vordringen, in dem die strengeren Regelungen der Versammlungsstättenverordnung gelten?

Angesichts der ohnehin in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen der Gemeinde sind die Kosten der entscheidende Faktor. Immerhin verursacht jeder zusätzlich gebaute Quadratmeter durchschnittliche Investitionskosten von 2600 Euro – plus in der Folge höhere Finanzierungs- und Unterhaltungskosten.

Annäherung, aber kein völliger Konsens

Auf Betreiben der Politik hin hat die Gemeindeverwaltung zwischenzeitlich bei Einzelgesprächen und in einem Workshop versucht, einen Konsens zu finden. In einzelnen Punkten sei das aber leider nicht gelungen, heißt es in der aktuellen Sitzungsvorlage. Bei der Zahl und Größe der Klassenräume sowie der Zahl der Differenzierungs- und Garderobenräume ist man sich fast einig geworden. Unterschiedlicher Ansicht sind die Verwaltung und die Nutzer aber nach wie vor in Sachen Mensa und bei der Frage, ob eine weitere Sporthalle an der Heinrich-Heller-Schule notwendig ist.

Kostenmäßig macht das erhebliche Unterschiede: Aktuell plant die Verwaltung mit einer Investition von 5,2 Millionen Euro. Würden die Nutzerwünsche vollständig umgesetzt, läge man bei 8,5 Millionen Euro. Denkbar ist laut Verwaltung auch eine Zwischenlösung mit Gymnastikhalle und erweiterbarer Mensa für etwa 6,2 Millionen Euro. Hinzu kommen noch jeweils eine Million Euro für den Umbau des Bestandsgebäudes und 350.000 Euro für eine neue Zuwegung.

Schule kann nicht vor Sommer 2022 umziehen

Feststeht nach der verlängerten Planungsphase mittlerweile, dass der Umzugstermin Sommer 2021 nicht zu halten ist. Nach jetzigem Stand könnten dann erst die Bauarbeiten beginnen, der Umzug der Grundschule wäre frühestens zum Schuljahr 2022/2023 möglich. Für die Haupt- und Realschüler sowie deren Lehrer hätte das Vorteile: Sie könnten ihr letztes Schuljahr ungestört ohne Baustellenlärm verbringen.

Diskutiert werden die Pläne in einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung von Schulausschuss, Hochbauausschuss und Ortsrat. Diese beginnt am Dienstag, 29. Oktober, um 18.30 Uhr im Rathaus in Altwarmbüchen. Zuhörer haben die Möglichkeit, sich eingangs der Sitzung in einer Bürgerfragestunde zu Wort zu melden.

„Elterntaxis“ sollen neue Zufahrt nutzen

Haupt- und Realschüler kommen gemeinhin zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule. Bei Grundschülern dient hingegen oft noch das „Elterntaxi“ als Transportmittel der Wahl. In dieser Hinsicht ist der neue Grundschulstandort in Altwarmbüchen kompliziert: Die Heinrich-Heller-Schule liegt inmitten einer großen Grünfläche zwischen Misch- und Wohngebiet sowie Kleingärten und Jacobiwäldchen. Sowohl die Lahriede als auch die Jacobistraße enden als Sackgassen und bieten kaum Platz für haltende und wendende Elternautos.

Die Verwaltung hatte deshalb ein Planungsbüro aus Hannover mit einer Verkehrsuntersuchung beauftragt. Neben einer Bestandsanalyse und Verkehrserhebung umfasst das 33-seitige Gutachten auch eine Prognose des zu erwartenden Verkehrs sowie Lösungsansätze.

Die Verwaltung schlägt in der Konsequenz den Bau einer neuen einspurigen Einbahnstraße am westlichen Rand des Schulgeländes vor, wo sich bislang ein geschotterter Fußweg befindet. Die „Elterntaxis“ sollen von der Ernst-Grote-Straße über die Jacobistraße am Lehrerparkplatz vorbei und entlang des dortigen Grabens zur Lahriede und zurück auf die Ernst-Grote-Straße fahren. Unterwegs sollen die Mütter und Väter ihre Kinder in einer Hol- und Bringzone aus- beziehungsweise einsteigen lassen können. Die Schüler könnten so die Schule erreichen, ohne Straßen überqueren zu müssen.

Unklar ist allerdings, inwieweit die Eltern diese Möglichkeit auch in Anspruch und damit Umwege in Kauf nehmen würden – immerhin liegen die meisten Altwarmbüchener Wohngebiete von der Schule aus gesehen in anderen Himmelsrichtungen. „Ziel ist es, die Schulverkehre aus der Lahriede fernzuhalten“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Ob dazu verkehrslenkende Maßnahmen nötig seien, „ist im Weiteren zu prüfen“.

Das könnte Sie auch interessieren:

Grundschule: Umzugspläne sind umstritten

Rat stimmt für Umzug der Grundschule Altwarmbüchen

In vier Jahren sollen alle Grundschulen ein Ganztagsangebot haben

Wege zu den Grundschulen sollen sicherer werden

Rekorde bei Investitionen und Schulden: Gemeinde will Steuern erhöhen

Von Frank Walter

Mit Hits von Bob Dylan und den Everly Brothers haben die Musiker Stephanie und Fritz Hamburg beim Kulturtresen in Isernhagen-Altwarmbüchen begeistert. Viele der Besucher sangen beim Schlager „Sie hieß Mary Ann“ mit – obwohl der mehr als 60 Jahre alt ist.

25.10.2019

Erst setzten sie vergeblich einen Hebel an, dann schlugen sie das Fenster ein: Einbrecher haben ein Einfamilienhaus in Isernhagen-Altwarmbüchen heimgesucht.

25.10.2019

Mit Blues und Rock ins Wochenende starten: Martin Barre und Band spielen am Freitag, 25. Oktober, in der Blues Garage. Und auch Holefull of Love wollen am Sonnabend, 26. Oktober, in Isernhagen H.B. rocken.

25.10.2019