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Isernhagen Neue Kita in Altwarmbüchen soll in kommunale Trägerschaft
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Neue Kita in Altwarmbüchen soll in kommunale Trägerschaft
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00:19 24.03.2019
Der Spielplatz Birkenwäldchen soll dem Bau einer neuen Kita weichen. Quelle: Archiv (Carina Bahl)
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Altwarmbüchen/Isernhagen F.B

In Altwarmbüchen und Isernhagen F.B. lässt die Gemeinde Isernhagen neue Kitas errichten, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Doch wer soll dort künftig den Betrieb übernehmen? Die Kommune selbst oder andere Träger? Die Diskussion darüber im Finanzausschuss entwickelte sich zu einer Grundsatzdebatte.

Neue Kitas in Altwarmbüchen und F.B.

In diesem Jahr beginnt der Bau der neuen Kita „Birkenwäldchen“ auf dem gleichnamigen bisherigen Spielplatz zwischen Bothfelder Straße und Bernhard-Rehkopf-Straße. Drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sollen dort entstehen, dafür wird die Kita „Die Arche“ zeitgleich mit der Eröffnung den Betrieb der Außenstelle „Regenbogen“ mit 25 Kindergartenplätzen aufgeben. Ebenfalls noch in diesem Jahr wird die Alte Schule in Isernhagen F.B. zu einer Kleinstkita für eine Kindergarten- und eine Krippengruppe umgebaut. Beide Gebäude sollen Anfang Juli 2020 bezugsfertig sein, die Betreuung soll zum 1. August 2020 beginnen.

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Doch wer soll in den beiden neuen Kitas das Sagen haben? Bislang verteilen sich die 1352 Kitaplätze in Isernhagen recht ungleichmäßig auf die Träger: Rund ein Drittel der Plätze befindet sich in den drei Kitas in kommunaler Trägerschaft, bei zwei Dritteln liegt der Betrieb in den Händen der Kirchen beziehungsweise der Arbeiterwohlfahrt und der gemeinnützigen Gesellschaft Maschseekinder. In den Altdörfern dominieren die beiden kommunalen Kitas in H.B. und N.B. das Angebot, während es in Altwarmbüchen keine einzige kommunale Kita gibt.

Gemeinde: Finanziell nahezu kein Unterschied

Die Gemeindeverwaltung hatte deshalb vorgeschlagen, auf ein Mischmodell zu setzen, um so mit Blick auf die Elternwünsche für mehr Vielfalt bei der Trägerschaft zu sorgen: Im „Birkenwäldchen“ will sie selbst übernehmen, für F.B. soll ein anderer Träger gefunden werden. Finanziell, so die Verwaltung, mache die Trägerschaft fast keinen Unterschied: „Der Betrieb einer kommunalen Kindertagesstätte ist dem Betrieb einer Kindertagesstätte in freier Trägerschaft gegenüber nahezu kostenneutral“, heißt es dazu in der Vorlage. Bei dieser „Vollkostenrechnung“ seien auch sogenannte Overheadkosten wie Abschreibungen, Gebäudeunterhaltung und ähnliches berücksichtigt.

Die FDP im Finanzausschuss zweifelte das an: „Was soll da auch anderes drinstehen?“, fragte Ulrich von Rautenkranz in die Runde, bezogen auf das Zitat aus der Vorlage. Die FDP wolle den Haushalt konsolidieren, und gerade im Kitabereich wachse die Gemeindeverwaltung personell gewaltig. Das habe Auswirkungen auch auf den Betriebsrat und die Personalabteilung. Nach dem Geschmack der FDP im Finanzausschuss sollten deshalb beide neuen Kitas in freie Trägerschaft übergeben werden.

Dafür fand sich jedoch ebenso wenig eine Mehrheit wie für den SPD-Vorschlag, beide neuen Kitas kommunal zu betreiben. Herbert Löffler hatte als Argument dafür angeführt, dass gerade kleine Träger Personalnot schlechter kompensieren könnten. „Wir brauchen einen starken kommunalen Kita-Träger.“ Auf seine Forderung, dass bei einer freien Trägerschaft in F.B. das Personal gesichert sein müsse, hatte Kämmerer Michael Frerking eine Antwort parat: „Sie können doch nicht beschließen, dass keiner krank wird.“

Letztlich fand nur der Verwaltungsvorschlag mit einer kommunalen Trägerschaft in Altwarmbüchen und einem freien Träger in F.B. eine Mehrheit. Der Rat entscheidet darüber abschließend in der nächsten Woche.

Von Frank Walter

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