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Isernhagen Neues Hallenbad soll aufs TuS-Gelände kommen
Aus der Region Region Hannover Isernhagen Neues Hallenbad soll aufs TuS-Gelände kommen
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16:39 27.11.2018
So könnte der Innenbereich des neuen Schwimmbads aussehen: 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen, hölzerne Deckenpaneelen in Wellenform und eine Tribüne mit reichlich Sitzplätzen für Zuschauer bei Wettbewerben. Quelle: Planungsbüro Bade
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Altwarmbüchen

Das Werben des Badbetreibers und des Bürgermeisters hatte Erfolg: Das neue Hallenbad soll auf dem TuS-Gelände an der Seestraße errichtet werden, die Vereinsführung hat ihren anfänglichen Widerstand aufgegeben. Hinter den Details und der Finanzierung stehen allerdings noch viele Fragezeichen.

Im Oktober hatte der TuS-Verwaltungsrat die Bad-Planungnoch kritisch betrachtet und letztlich abgelehnt. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Arpad Bogya und Eckhard Bade, Schwimm-Club-Chef und Aufsichtsratsvorsitzender der Hallenbad Betreiber GmbH, hat das Gremium nun eingelenkt: „Wenn unsere Wünsche erfüllt werden, stimmen wir zu“, sagt der TuS-Vorsitzende Günther Wieneke – wobei letztlich die Mitglieder das letzte Wort haben sollen.

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Für den Verein sei entscheidend, dass die Verlegung der Sportstätten, die für den Hallenbad-Neubau weichen müssen, nicht den TuS finanziell belaste. Dazu zählt Wieneke die Verlegung des A-Platzes um einige Meter in Richtung der Tribüne und des Beachvolleyballfeldes auf die Tennisplätze 6 und 7. Führe man die Gastronomie im Hallenbad zusammen, könne man die TuS-Gastronomie abreißen und dort neue Tennisplätze anlegen.

Als Ersatz für den Jugendfußballplatz direkt an der Seestraße könnte einerseits der Asche- zum Rasenplatz umgebaut werden. Die andere Idee ist, dort mit Isernhagens erstem Kunstrasenplatz eine ganzjährig nutzbare Sportstätte zu schaffen – eine Aufwertung, an deren Finanzierung sich dann vielleicht auch der TuS beteiligen müsste.

Dem Schwimm-Club-Vorsitzenden Eckhard Bade ist dabei klar, „dass man dem TuS entgegenkommen muss“. Zum Beispiel könnte die Hallenbad Betreiber GmbH die künftig dann einzige Gastronomie verwalten und auch eine Tennishalle, wenn diese denn gebaut werden sollte. „Es geht nicht darum, dem TuS einfach nur ein bisschen Fläche zu klauen.“

Im nächsten Schritt soll Bade jetzt ein Finanzierungskonzept bei der Gemeinde vorlegen. Sie soll wie bislang einen Zuschuss zahlen und zudem Bürgschaften für den Bau übernehmen. Ein Gespräch mit der Bank ist Bade zufolge positiv verlaufen. Die zuletzt von ihm genannte Investitionssumme von 4,5 Millionen Euro für das Hallenbad bezeichnet Helmut Lübeck, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat, jedoch als „Träumerei“. Für eine Entscheidung brauche der Rat belastbare Zahlen. Das Hallenbad sei eine Riesenchance, aber Eskapaden könne man sich nicht leisten. „Denn wenn das Bad scheitert, haben wir es als Gemeinde an der Backe“.

Dass mancher in der CDU-Fraktion allerdings die Sinnhaftigkeit des Hallenbad-Neubaus insgesamt in Frage stellt, empfindet Bade als „Störfeuer“. Lübeck weiß um diese Stimmen. Je weiter weg der eigene Wohnort von Altwarmbüchen liege, desto eher empfinde mancher Bäder wie die Wasserwelten in Langenhagen oder das Nordostbad in Groß-Buchholz als Alternativen, die ein Hallenbad in Isernhagen verzichtbar machten. „Aber die anderen Bäder warten ja auch nicht auf unser Schüler“, sagt Lübeck und erinnert so an das Schulschwimmen

Eckhard Bade ist es ohnehin wichtig, dass das Hallenbad „nicht als Privatbad des Schwimm-Clubs Altwarmbüchen“ missverstanden wird. Mit ihrem alljährlichen Zuschuss von 82.000 Euro – „der wurde nie angehoben“ – subventioniere die Gemeinde das Schwimmen für die Allgemeinheit. Hinzu komme die Abrechnung der Stundenzahl für das Schulschwimmen. „Es wird auch künftig Geld von der Gemeinde für das Hallenbad fließen müssen. Da muss man sich nur mal in anderen Kommunen mit Hallenbad umgucken“, sagt Bade.

Von Frank Walter

27.11.2018
27.11.2018