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Isernhagen Berührende Zeitreise mit Ray Wilson und Band
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00:32 18.04.2018
Ray Wilson spielt in der Blues Garage in Isernhagen H.B. Quelle: Patricia Chadde
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Isernhagen H.B

 Wie schön: Der Schotte Ray Wilson und seine Band sind wieder in der Blues Garage. Das Publikum lässt sich nicht bitten und steht schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn kippsicher vor der Bühne im Industriegebiet - schön dicht an dicht mit all den anderen Fans des Rock, Pop und Blues. Als sich eine Dame mit Rollator den Weg zur Bühne bahnt, wird trotzdem ganz selbstverständlich Platz gemacht.

Wer Ray Wilson mag, schätzt feinsinnige Balladen und lässt sich von seiner leicht rauen Stimme gerne erfrischen. Seine Musik macht glücklich: Drei Konzertstunden mit Ray Wilson und den sympathischen Mitmusikern liefern Anlass zum Schwelgen und Dahinschmelzen. Zahlreiche der originell komponierten Songs kennen die Zuhörer schon lange - es sind die Klassiker ihrer Jugend, wie „Carpet Crawlers“ im neuen, noch raffinierteren Arrangement.

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Das Publikum findet Ray Wilsons Mischung aus Genesis-Klassikern wie „Mama, no son of mine“ und seinen neuen Titeln wie „Song for a friend“ super. Pärchen lehnen mit geschlossenen Augen aneinander, viele schwingen sachte mit. Tanzen geht auch, wie zwei Frauen - schwarz und rot gekleidet - auf wenigen Quadratzentimetern fröhlich lächelnd beweisen. Der Vorteil der Enge: Man rutscht bei den Selfies nicht aus dem Kamerafeld seines Smartphones. Doch in der Blues Garage wird die analoge Dekade gefeiert. „Einigen wird es wieder zu eng sein", mutmaßt Gastgeber Henry Gellrich und fügt an: „aber das ist mir egal.“ Immerhin wirft er nach einer Stunde die Ventilatoren an. 

Ray Wilson greift abwechselnd in die Saiten seiner Gitarre und wischt sich Haarsträhnen aus dem Gesicht. Das muss man nicht sehen – wie Wilson selbst haben die meisten Zuhörer ihre Augen geschlossen, lassen sich von seiner Stimme und den kongenialen Bandmitgliedern berühren, entführen. „Social media ist die eine Sache“, findet Wilson. „Aber Angesicht zu Angesicht ist ein völlig anderer Level“. Die Zuhörer nicken, und schon entführt der 49-Jährige aus Dumfries sein Publikum zum nächsten musikalischen Höhepunkt – echt, unverfälscht, einfach großartig.

Von Patricia Chadde

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